Die 10 beliebtesten Gerichte in Japan – was Japan wirklich isst
Was essen die Menschen in Japan eigentlich wirklich am liebsten? Nicht nur an Feiertagen oder in teuren Restaurants, sondern im Alltag – mittags zwischen zwei Terminen, abends mit Freunden oder schnell auf dem Heimweg. Wenn Sie Japan kulinarisch verstehen möchten, lohnt sich genau dieser Blick.
Die folgenden zehn Gerichte gelten in Japan seit Jahren als besonders beliebt. Sie tauchen in Umfragen, internationalen Vergleichen sowie in japanischen Medien immer wieder auf. Entscheidend ist dabei nicht nur ihre Bekanntheit, sondern ihre Allgegenwärtigkeit: Man findet sie fast überall – und fast jeder hat eine persönliche Beziehung zu ihnen.
Warum „beliebte Gerichte“ in Japan mehr sind als Trends
In Japan bedeutet „beliebt“ nicht zwangsläufig spektakulär. Viele der meistgegessenen Speisen sind bodenständig, zuverlässig und emotional aufgeladen. Essen erfüllt hier mehrere Funktionen zugleich: Es sättigt, strukturiert den Tag, vermittelt Geborgenheit und schafft Gemeinschaft.
Die japanische Küche – oft unter dem Begriff Washoku zusammengefasst – legt großen Wert auf Ausgewogenheit, Saisonbezug und klare Aromen. Genau diese Prinzipien spiegeln sich auch in den beliebtesten Gerichten wider: einfache Zutaten, präzise Zubereitung, vertrauter Geschmack.
Vielleicht werden Sie beim Lesen merken, dass viele dieser Speisen weniger exotisch wirken, als man im Ausland oft denkt – und gerade darin liegt ihr Reiz.
1. Sushi – weltberühmt, in Japan erstaunlich bodenständig
Sushi ist ohne Zweifel das bekannteste japanische Gericht weltweit. In Japan selbst ist es jedoch weit weniger elitär, als viele erwarten. Neben hochwertigen Sushi-Theken gehören auch Supermärkte, Take-away-Läden und Kaiten-Sushi-Restaurants zum Alltag.

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Bentobox mit Inari (ganz links), Maki und anderen Sushi-Sorten.
Foto © Marc-Anthony Macon, Gyoen Bento (17030217088), CC BY-SA 2.0
Beliebt ist Sushi vor allem wegen seiner Klarheit: Reis, Fisch, etwas Würze – mehr braucht es nicht. Nigiri, Maki oder Chirashi zeigen, wie stark Qualität und Frische im Vordergrund stehen.
Viele Japaner sagen, Sushi sei das Gericht, das sie Ausländern am ehesten empfehlen würden. Nicht, weil sie es täglich essen, sondern weil es Japan gut repräsentiert: reduziert, respektvoll gegenüber den Zutaten und visuell ansprechend.
2. Ramen – die vielleicht emotionalste Nudelsuppe der Welt
Ramen ist in Japan mehr als eine Nudelsuppe – es ist ein Lebensgefühl. Kaum ein Gericht wird in Japan so leidenschaftlich diskutiert. Brühen, Nudelhärte, Toppings: Jede Region, jeder Laden, manchmal sogar jeder Koch hat seine eigene Philosophie.

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Ramen Tokyo Style ist eine herzhafte Variante für die kältere Jahreszeit, Foto © 8-niedriger Ural, unsplash
Ob Shoyu-, Miso- oder Tonkotsu-Ramen – die Kombination aus heißer Brühe, elastischen Nudeln und kräftigem Umami-Geschmack macht Ramen zum klassischen Comfort Food. Besonders nach einem langen Arbeitstag ist eine Schüssel Ramen für viele Japaner ein kleines Ritual.
Ein japanischer Food-Journalist beschrieb Ramen einmal als „ehrliches Essen für ehrliche Momente“. Vielleicht erklärt genau das, warum Ramen quer durch alle Altersgruppen so beliebt ist.
3. Tempura – knusprige Leichtigkeit mit langer Geschichte
Tempura wirkt auf den ersten Blick schlicht: Gemüse oder Meeresfrüchte in Teig, kurz frittiert. Doch gerade diese Reduktion macht das Gericht so anspruchsvoll. Der Teig ist hauchdünn, das Öl heiß, die Garzeit exakt.

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In Japan auch ein ästhetischer Anspruch: möglichst gerade Garnelen im Ebe Tempura.
Foto © Ocdp - Own work, CC0
Beliebt ist Tempura, weil es leicht bleibt – trotz Frittieren. Garnelen, Süßkartoffeln oder Kürbis behalten ihren Eigengeschmack, unterstützt von knuspriger Textur.
Man isst Tempura sowohl im Alltag als auch zu besonderen Anlässen. Je nach Umgebung wirkt es rustikal oder überraschend elegant – ein gutes Beispiel dafür, wie flexibel japanische Küche sein kann.
4. Kare Raisu – japanisches Curry als heimlicher Nationalklassiker
Fragt man Japaner nach ihrem häufigsten Abendessen, fällt erstaunlich oft die Antwort: Curry mit Reis. Kare Raisu ist schnell zubereitet, sättigend und extrem anpassungsfähig.

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Deftig und wärmt durch: Japanisches Curry ist besonders im Winter beliebt.
Foto von Xavier Chng auf Unsplash
Das japanische Curry ist milder als viele indische Varianten, leicht süßlich und sehr rund im Geschmack. Besonders beliebt sind Varianten mit Tonkatsu oder Gemüse.
Historiker weisen darauf hin, dass Curry schon seit über 100 Jahren fester Bestandteil der japanischen Küche ist – eingeführt über die Marine, perfektioniert im Alltag. Viele Menschen verbinden es mit Kindheit, Schulkantinen oder Familienabenden. Vielleicht erklärt genau das seine enorme Beliebtheit.
5. Tonkatsu & Katsu-Gerichte – knuspriger Wohlfühlfaktor
Tonkatsu – paniertes Schweineschnitzel – steht für die herzhafte Seite der japanischen Küche. Serviert mit fein geschnittenem Kohl, Reis und kräftiger Sauce ist es ein Gericht, das satt und zufrieden macht.

- Schnitzel auf japanische Art mit leichten Beilagen.
Foto von Susann Schuster auf Unsplash
Besonders beliebt sind Abwandlungen wie Katsudon (auf Reis mit Ei) oder Katsu-Curry. Diese Gerichte zählen zur sogenannten Alltagsküche und sind in Kantinen, Imbissen und Restaurants allgegenwärtig.
In stressigen Zeiten greifen viele Japaner bewusst zu solchen Gerichten. Sie gelten als stärkend – körperlich wie mental.
6. Udon – dicke Nudeln, großer Trost
Udon-Nudeln – eines der Lieblingsgerichte in Japan - sind weich, dick und angenehm neutral. Gerade diese Eigenschaften machen sie so beliebt. In einer klaren Dashi-Brühe serviert, wirken sie beruhigend und leicht verdaulich.

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Die dicken Nudeln sind charakteristisch für die deftigen und äußerst beliebten Udon-Gerichte.
Foto von Iniizah auf Unsplash
Ob heiß im Winter oder kalt im Sommer – Udon passt sich der Jahreszeit an. Varianten wie Kitsune-Udon mit süßem Tofu sind echte Klassiker.
Viele Japaner verbinden Udon-Gerichte mit den unspektakulären Momenten des Alltags: einer kurzen Pause, einer warmen Mahlzeit an einem regnerischen Tag oder einem schnellen Essen auf dem Heimweg.
Gerade diese unaufgeregte Präsenz macht ihren besonderen Stellenwert aus. Vielleicht erkennen auch Sie beim Weiterlesen, warum Udon oft als die „sanfte Seele“ der japanischen Küche gelten – still, tröstlich und immer verlässlich.
7. Soba – nussig, traditionell, überraschend modern
Soba-Nudeln aus Buchweizen haben einen markanten, leicht nussigen Geschmack. Sie gelten als etwas „erwachsener“ als Udon und werden oft mit Tradition verbunden.

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Soba – eines der beliebtesten japanischen Gerichte - traditionell serviert mit zusätzlichem Nudelwasser
Foto © Masaaki Komori, Unsplash
Besonders bekannt ist Toshikoshi Soba, die traditionell zum Jahreswechsel gegessen wird und für ein langes, gesundes Leben stehen soll.
Doch Soba spielen auch im Alltag eine wichtige Rolle – vor allem im Sommer, wenn sie kalt serviert als leichtes, erfrischendes Gericht geschätzt werden. Die klare Struktur, das bewusste Essen und das kurze Innehalten beim Dippen der Nudeln machen Soba für viele Menschen zu mehr als nur einer Mahlzeit.
8. Yakitori – kleine Spieße, große Abende
Yakitori sind gegrillte Hähnchenspieße – einfach, günstig und gesellig. Man isst sie meist in Izakaya, oft nach der Arbeit, begleitet von Bier oder Sake oder als klassisches japanisches Street Food.

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Yakitori sind das beliebteste Street Food in Japan, allein in Tokio soll es über 7.000 Yakitori Läden und Stände geben.
Foto © lens_sekai_no_hikari auf Pixabay
Ihre Beliebtheit verdanken Yakitori nicht zuletzt der Art, wie man sie isst. Die Spieße werden in kleiner Auswahl bestellt, gemeinsam probiert und begleiten Gespräche, statt sie zu unterbrechen. Mit Salz (shio) oder Sauce (tare) serviert, gehören Yakitori fest zur informellen Esskultur Japans – unkompliziert, gesellig und ohne feste Regeln.
Viele Reisende berichten, dass sie sich in unzähligen Yakitori-Lokalen Japan besonders nah fühlen. Vielleicht liegt es an der offenen Atmosphäre, vielleicht am Duft des Grills.
9. Okonomiyaki – Japan zum Selbergestalten
Okonomiyaki, auch als „japanischer Pfannkuchen“ bekannt, ist aber viel mehr als das. Der Name bedeutet sinngemäß: „gebraten, wie Sie es mögen“.

- Okonomiyaki wird frisch auf der heißen Platte zubereitet und oft direkt vor den Gästen gegart. Das Gericht steht für eine gesellige Esskultur, bei der Geschmack, Zubereitung und gemeinsames Erleben eng miteinander verbunden sind.
Foto von Daniel Hooper auf Unsplash
Besonders in Osaka und Hiroshima ist das Gericht identitätsstiftend. Je nach Region wird es geschichtet oder gemischt, immer aber frisch auf einer heißen Platte zubereitet.
Beliebt ist Okonomiyaki in Japan vor allen Dingen, weil es besonders interaktiv ist. Man sitzt zusammen, schaut zu, greift zu – Essen wird hier zum Erlebnis.
10. Onigiri – klein, günstig, unverzichtbar
Onigiri, gefüllte Reisbällchen, sind vielleicht das unscheinbarste japanische Gericht dieser Liste – und gleichzeitig eines der beliebtesten. Man findet sie überall: in Konbinis, Bahnhöfen, Rucksäcken.

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Herzhaft, Umami oder vegetarisch: Die Füllung macht jedes Onigiri einzigartig. Bei den Füllungen für Onigiri sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.
Foto von Samia Liamani auf Unsplash
Die Onigiri-Füllungen – etwa Umeboshi, Lachs oder Thunfisch-Mayonnaise – sind bewusst einfach gehalten, um den Geschmack des Reises nicht zu überdecken. Onigiri gelten als verlässlicher Begleiter im Alltag: schnell gegessen, leicht mitzunehmen und dennoch sättigend. Gerade diese Selbstverständlichkeit verleiht ihnen für viele Japaner eine besondere emotionale Bedeutung.
Viele Japaner verbinden sie mit ihrer Kindheit: von der Mutter gemacht, für unterwegs eingepackt. Vielleicht erklären genau diese Gefühle ihre anhaltende Beliebtheit.
Warum gerade diese 10 Gerichte Japan prägen
Diese beliebtesten Gerichte Japans zeigen, dass kulinarische Bedeutung nicht aus Exklusivität entsteht, sondern aus Verlässlichkeit und Nähe zum Alltag. Sushi, Ramen, Curry, Nudelsuppen oder Onigiri sind keine gelegentlichen Highlights, sondern feste Begleiter – über Generationen hinweg.
Auffällig ist dabei: Viele dieser Speisen sind bewusst schlicht. Ihr Geschmack ist klar, ihre Zubereitung wiederholbar, ihr Platz im Alltag fest verankert. Genau darin liegt ihre Stärke. Beliebt ist, was nicht überrascht, sondern funktioniert – Tag für Tag.
Überraschende Einblicke in Japans Essgewohnheiten
- Japanisches Curry wird in japan viel häufiger gegessen als Sushi. In vielen Haushalten gilt Kare Raisu als typisches Alltagsgericht, während Sushi eher für besondere Anlässe oder den schnellen Einkauf steht.
- Ramen ist weniger Fast Food als Ausdruck regionaler Identität. Städte und Stadtteile definieren sich über ihre Ramen-Stile – ein Zeichen dafür, wie stark Essen zur lokalen Kultur gehört.
- Onigiri haben einen höheren emotionalen Stellenwert als viele Restaurantgerichte. Sie stehen für Fürsorge, Alltag und persönliche Nähe – oft verbunden mit Kindheitserinnerungen.
- Nudelsuppen folgen immer dem Rhythmus der Jahreszeiten. Udon und Soba werden bewusst kalt oder heiß serviert, angepasst an Klima und körperliches Wohlbefinden.
- Viele beliebte Gerichte fördern bewusst das Teilen. Yakitori oder Okonomiyaki sind darauf ausgelegt, gemeinsam gegessen zu werden – Essen als sozialer Raum, nicht als Einzelhandlung.
Zusammengefasst: Beliebte japanische Speisen als Spiegel des Alltags
Die beliebtesten Gerichte in Japan erzählen keine spektakulären Geschichten. Sie erzählen vom Leben dazwischen: von kurzen Pausen, gemeinsamen Abenden, vertrauten Geschmäckern und kleinen Ritualen.
Wenn Sie Japan kulinarisch entdecken möchten, beginnen Sie genau hier. Nicht bei den aufwendigsten Speisen, sondern bei denen, die geblieben sind. Denn in Japan zeigt sich Esskultur nicht im Ausnahmezustand – sondern im ganz normalen Alltag.
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