Trusted Shops zertifiziert + 49 (0)30 - 31 80 81 51
 

Obi: Der prächtige Kimono Gürtel

Der Obi Gürtel ist das wichtigste Accessoire eines jeden Kimonos. Er hält den aufwendig gewickelten Stoff zusammen und ist gleichzeitig ein besonderer Blickfang sowie oft der wertvollste Teil eines Kimono Outfits.
Obi

Obi: Der prächtige Kimono Gürtel

Ein Obi ist das Schmuckstück eines jeden Kimonos. Auch wenn man es nicht vermuten würde, können die Preise für diesen speziellen, bis zu 30 cm breiten japanischen Gürtel leicht den des eigentlichen Kleidungsstücks übertreffen. Aufwendige Verzeihrungen in Gold- und Silberbrokat machen den, elegant gewickelten Obi Gürtel zum eigentlichen Blickfang und seinen aufwendigen Knoten zu einem eigenständigen Kunstwerk.

Geschichte des Kimono-Gürtel und verschiedene Obi Arten

Entstanden sind Obi aus relativ schmalen Stoffgürteln von gerade einmal 8 cm Breite. Diese entwickelten sich durch die Mode der Edo-Zeit (1603-1868) zu immer breiteren Modellen. Die heute gängige Breite von bis zu 30 cm, bei einer Länge von über 4 Metern stand am Ende dieser Obi-Evolution.
Gemeinsam mit der Breite und der Länge des Obi Gürtel wurde auch das Design immer aufwendiger. Es wurden teure Stoffe und Brokat verwendet, die in kunstvoller Arbeit mit prachtvollen Mustern und Motiven veredelt wurden.
Auch die Kunst des Obi-Binden erlebte eine starke Verfeinerung. Über die Jahre entstanden immer neue, immer aufwendigere Obi-Knoten (Musubi), die immer mehr Platz benötigten. Wurden Obi zu Beginn der Edo-Zeit noch vor dem Bauch geknotet, etablierte sich mit den neuen, komplexen Masubi Obi Knoten die Tradition den Obi auf dem Rücken der Trägerin zu binden.
Seine prachtvolle Vollendung erfuhr der Frauen-Obi in Form des Maru-Obi. Dieses zu Beginn des letzten Jahrhunderts in Mode gekommene Modell wird aus wertvollem Brokat gefertigt und besitzt eine Breite von über 60cm bei einer Länge von 4,20 Metern. Zum Tragen wird der Maru Obi auf eine Breite von ca. 30cm gefaltet. Da seine Anfertigung jedoch äußerst kostspielig ist und er aufgrund der reichen Verzierungen ein hohes Eigengewicht aufweist, wird ein Maru-Obi heute nur noch zu Hochzeiten oder von professionellen Geishas getragen.
Zu den heute gebräuchlicheren Obi-Varianten zählen: 

  • Der Fukuro Obi. Dieser Obi Gürtel kann in Sachen Pracht und aufwendiger Verzierung mit vielen Maru-Obi mithalten. Im Gegensatz zu diesem wird bei einem Fukuro Obi jedoch nur eine Seite des japanischen Gürtels verziert. Die aufwendige Verzierung des Obi-Gürtels wird bei einigen Fukuro Obi auf die sichtbaren Teile beschränkt und die Rückseite ist oftmals einfarbig und aus leichter Seide gefertigt. Dies bedeutet bezüglich des Tragekomforts einen Vorteil gegenüber dem schweren, ganzheitlich verzierten Maru-Obi und ist ein wesentlicher Grund dafür das der Fukuro Obi heute die Rolle des Maru Obi weitgehend übernommen hat.
  • Der Nagoya Obi, wurde wie sein Name verrät in der japanische Stadt Nagoya entwickelt, bevor er im ganzen Land populär wurde. Seine Besonderheit liegt in seiner Form. Während andere japanische Obi vor dem Anlegen erst in die richtige Form gefaltet werden müssen, ist der Nagoya Obi so gearbeitet, dass er vergleichsweise einfach angelegt werden kann. Aus diesem Grund ist dieser Obi-Gürtel heute eine der beliebtesten Obi-Varianten.
  • Der Hanaba-Obi, gehört zur Gruppe der Hoso-Obi und besitzt eine schmalere Breite und weniger komplexe Verzierungen. Getragen wird er beispielsweise gerne zu den leichten Yukata Kimonos.

Das Anlegen eines Obi

Je nach Art des Obi kann das Anlegen und Binden eine Kunst für sich darstellen. Gerade die extravaganten Maru-Obi erfordern aufgrund ihrer Maße und des Gewichts eigentlich immer die Unterstützung einer geübten Assistenten, die beim Anlegen hilfreich unter die Arme greift. Mit unter ist es auch nötig auf bestimmte Hilfsmittel zurück zugreifen um den Obi in die richtige Form zu bringen. 

  • Als Obi-ita bezeichnet man im Japanischen ein mit Stoff überzogenes Stück Pappe, das zwischen die einzelnen Schichten des Obi eingewickelt wird um der Form mehr Festigkeit zu geben.
  • Um den fertig gewickelten Obi-Gürtel anschließend stilvoll gegen ungewolltes Öffnen abzusichern wird über diesen noch ein Obijime genannte Kordel gebunden. Eine Obijime ist nicht selten selbst aus hochwertigem Material gebunden und setzt zusätzliche Akzente.
  • Obi Kissen (Obi-makura) sind eine Unterstützung für besonders aufwendige Musubi (Obi-Knoten). Sie werden kunstvoll in diese eingearbeitet und geben dem Obi-Knoten den nötigen Halt.

Obi-Knoten und Tragearten

Der Obi-Gürtel wird nachdem er auf die richtige Breite gefaltet wurde in mehreren Lagen um den Bauch der Trägerin gewickelt. Den Abschluss bildet der Musubi, oder Obi-Knoten.
Wie auch beim Kimono gelten für bestimmte Frauen und bestimmte Anlässe gewisse Regeln für das Anlegen des Obi, seine Muster und Farben sowie die Art des Obi-Knoten.
Vereinfacht lässt sich sagen, dass aufwendige Knoten und farbenfrohe Obi, unverheirateten, jungen Frauen vorbehalten sind, während ältere, verheiratete Damen eher schlichtere Knoten und Muster bevorzugen.
Heute existieren hunderte Obi-Knoten Anleitungen, die alle eine unterschiedliche Symbolik besitzen. Besonders beliebte Obi-Knoten Formen sind der Schmetterling (Chocho Musubi), der „aufgeplusterte Spatz“ (Fukura-suzume Musubi), oder Blütenformen wie der Ayame Musubi, der Blüte einer Iris nachbildet. Eine Vielzahl solcher Obi Anleitungen lässt sich heute auch über das Internet finden.

Männer Obi

Auch zu einem Männer Kimono gehört ein passender Obi. Im Gegensatz zu den Obi für Frauen sind Männer Obi Gürtel schmaler und besitzen keine sonderlich aufwendigen Verzierungen. Auch das Anlegen ist wesentlich unkomplizierter und entspricht noch mehr der ursprünglichen Funktion eines normalen Gürtels.

Falls Sie bereits einen Kimono oder Yukata besitzen wird es höchste Zeit Ausschau nach einem passenden Obi zu halten um Ihr traditionelles japanisches Outfit komplett zumachen. Japanwelt bietet ihnen hierzu eine Auswahl original japanischer Obi in unterschiedlichen Formen und Ausführungen. Das Anlegen eines hochwertigen Obi-Gürtel erfordert zwar ein wenig Übung, aber mit etwas Geduld und Unterstützung können Sie bald selbst einfache Knoten binden. Zum Einstieg können sie mit dem nicht weniger schönen, aber einfacher zu bindenden Yukata Obi beginnen. Das Ergebnis ist in jedem Fall ein wenig Mühe wert!

Zuletzt angesehen