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Warum Japan eines der sichersten Länder der Welt ist

Japan gilt bekannterweise als eines der sichersten Länder der Welt. Das trifft sowohl auf die Einwohner als auch auf Touristen zu, die das Land der aufgehenden Sonne im Urlaub besuchen. Für Japans hohe Platzierung im internationalen Sicherheitsranking gibt es mehrere Gründe. Dazu zählen kulturelle Faktoren wie die Idee des Wa, also der Harmonie, nach der die japanische Gesellschaft im Umgang miteinander grundsätzlich strebt.

Hinzu kommen teils sehr strenge Gesetze, etwa in Bezug auf Waffen, Drogen oder Alkohol am Steuer, für den in Japan eine Null-Promille-Regel gilt. Darüber hinaus verfügt das Land über ein besonders gut ausgebautes Frühwarnsystem für Naturkatastrophen. Das ist wichtig, weil Japan regelmäßig von Erdbeben, Taifunen und Tsunamis bedroht wird.

Aber auch für Touristen gibt es in Japan viele hilfreiche Angebote, die teils von offizieller Seite und teils durch private Anbieter zur Verfügung gestellt werden. Dazu gehören Hotlines, interaktive Karten mit Gefahrenzonen und Evakuierungsorten, nützliche Apps und Übersetzungsservices per App oder Video-Call bei komplexeren Problemen.

Wenn Japan auch insgesamt ein sehr sicheres Land und Reiseziel ist, gibt es natürlich auch hier, gerade in den Metropolen, gewisse Orte und Gegenden, in denen man vorsichtiger sein sollte. Wenn Sie mehr über solche Hot-Spots und eventuelle Szenarien lernen möchten, können Sie dies in unserem Beitrag zu „Gefährlichen Orten in Japan“ nachlesen.

 

Wie niedrig sind die Kriminalitätsraten in Japan wirklich?

Japan liegt auf der Rangliste der sichersten Länder der Welt regelmäßig unter den Top Ten (aktuell Platz 9 auf dem Global Peace Index). Aber wie niedrig sind die Kriminalitätsraten in Japan wirklich?

Dafür kann man sich vor allem auf die statistischen Erhebungen in Japan selbst verlassen. Dabei wird schnell deutlich, dass vor allem schwere und Kapitalverbrechen in Japan sehr selten sind. Anders sieht es insbesondere lokal mit Bagatelldelikten aus, die speziell in Vergnügungs- und Ausgehvierteln der großen Städte und Metropolen verstärkt vorkommen können.

 

Kriminalitätsrate in Japan nach Delikten (Auswahl):

  • Die Mordrate in Japan liegt mit 0,3 Tötungsdelikten auf 100.000 Einwohner sehr niedrig, auch im Vergleich zu anderen vermeintlich sicheren Reisezielen wie z.B. den USA mit einer Rate von 5,3 Tötungsdelikten auf 100.000 Einwohner.
  • Auch die Raubüberfälle sind in Japan mit lediglich 0,6 Vorfällen pro 100.000 Einwohnern sehr selten, vor allem, wenn man sich vergegenwärtigt, dass der OECD-Durchschnitt bei rund 50 Vorfällen pro 100.000 Einwohnern liegt.
  • Die in Japan registrierten Sexualdelikte ist mit 4 pro 100.000 Einwohnern eine der niedrigsten unter den Industriestaaten, allerdings muss man dabei beachten, dass die Dunkelziffer bei dieser Art von Delikten besonders hoch ist, was allerdings nicht nur auf Japan zutrifft.
  • Cybercrime ist natürlich auch in Japan ein sich ausbreitender Trend, legt aber mit lediglich 10 gemeldeten Taten auf 100.000 Einwohnern deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von 62 Taten pro 100.000 Einwohnern.
  • Diebstahl und Vandalismus wiederum liegen in Japan in etwa auf dem Niveau ruhiger Kleinstädte in Europa.
  • So gut wie ganz zu vernachlässigen ist die in Japan herrschende Terrorgefahr. Das Land hat seit dem Sarin-Anschlag auf die Tokioter Metro durch die Aum-Sekte im Jahr 1995 keinen größeren Anschlag mehr erleben müssen.

 

Die allgemein niedrige Kriminalitätsrate in Japan führt auch zu besonders guten Aufklärungsraten der Polizei. Im Durchschnitt klärt diese rund 90% der gemeldeten Straftaten auf, was selbst bei den relativ wenigen Verbrechen insgesamt eine sehr beeindruckende Quote ist.

 

Kulturelle Sicherheitsfaktoren – Wa und Gesichtsverlust als Prävention

Eine große Bedeutung für die niedrigen Kriminaltätsraten haben kulturelle Sicherheitsfaktoren und Besonderheiten, die dazu führen, das Japaner weniger dazu neigen, kriminell zu werden, bzw. ihrer kriminellen Energie nachzugeben.

Ein zentrales Moment ist das Harmonieprinzip oder Wa (和; Harmonie, Frieden), das den Kern der japanischen Gesellschaft ausmacht und schon im 7. Jahrhundert geprägt wurde. Im Sinne des Wa wird das Allgemeinwohl und die gesellschaftliche Harmonie über den individuellen Vorteil gesetzt und so auch von einem Großteil der Japaner gelebt. Das Wa ist dabei auch ein Grund für die kulturell tief verankerte große Höflichkeit der Japaner.

Neben dem Wa ist die in Japan besonders ausgeprägte soziale Kontrolle, die man auch als Schamkultur bezeichnen kann., ein wichtiger Grund für das friedliche Zusammenleben und die niedrigen Kriminalitätsraten. In der japanischen Gesellschaft herrscht ein starker Druck, die geltenden Regeln (geschriebene wie ungeschriebene) einzuhalten. Wer diesem Druck nicht nachkommt, dem droht der öffentliche Gesichtsverlust, der natürlich um jeden Preis vermieden werden sollte.

Genau solche Spannungsfelder zwischen äußerer Harmonie, gesellschaftlichem Druck und gelebtem Alltag beleuchtet auch unser Blogartikel über die größten Widersprüche in der japanischen Kultur, Gesellschaft und Mentalität.

Neben diesen kulturellen Besonderheiten und Eigenheiten spielen in Japan, gerade auch in den großen Städten und Metropolen, die so genannten Chōnaikai (町内会), lokale Nachbarschaftsverbände, eine wichtige Rolle. Sie bilden ein informelles und lokales Sicherheitsnetzwerk und kümmern sich daneben auch um Abfall-Management, Ältere Menschen in ihrem Bereich, bieten oft sportliche Aktivitäten an oder richten Nachbarschaftsfeste aus.

Das funktioniert natürlich umso besser, desto mehr Menschen Mitglied in diesen Chōnaikai sind. In Japan sind dies auch heute immerhin noch rund 45% aller Haushalte. Gerade im Zusammenspiel mit den Kōban (交番), kleinen, lokalen Polizeistationen, von denen es in Japan über 6.000 gibt, wird die Nachbarschaft sicher gehalten.

Das große Sicherheitsempfinden drückt sich auch in erhobenen Statistiken aus. So liegt der Vertrauensindex in Japan bei 71%, was sich auf das Vertrauen gegenüber Fremden in der Nachbarschaft bezieht. Auch das gesellschaftliche Vertrauen ist mit 60% im Weltwert-Index ungewöhnlich hoch für ein hochindustrialisiertes Land, was wiederum zu einem hohen Sozialkapital führt.

Zuletzt liegt Japan auch bei der Korruptionswahrnehmung auf Platz 18 von 180 untersuchten Staaten im Corruption Perceptions Index von Transparency International auf einem zumindest respektablem Platz. Allerdings ist Korruption in Japan mit seiner stark auf persönliche Beziehungen setzenden Gesellschaft durchaus ein Problem und durchaus nicht unüblich, wird allerdings – wenn man den Index beachtet – vielleicht auch nicht immer als so schlimm angesehen.

 

Provisorische Unterkünfte mit blauen Planen in einer japanischen Stadt

Ein seltener Anblick in Japan: Obdachlosen-Plätze im Tamahime-Park in Tokios „Tagelöhner-Bezirk“ San’ya. Foto © Kounosu - Own work, CC BY-SA 3.0

 

Städtische Ordnung – Wie Sauberkeit Kriminalität verhindert

Der Zusammenhang zwischen öffentlicher Ordnung, Kriminalität und Sauberkeit ist seit Langem Gegenstand von Untersuchungen und Theorien. Ein bekanntes Beispiel ist die Broken-Windows-Theorie, die in den USA in den 1990er Jahren entwickelt wurde. Sie geht davon aus, dass eine saubere und geordnete Umgebung weniger Anreize bietet, diese zu verschmutzen, zu beschädigen oder dort Straftaten zu begehen.

Wenn Stadtteile also nicht verfallen, sondern gepflegt und instand gehalten werden, kann auch die Kriminalitätsrate sinken. In New York schien sich diese Annahme bei einem entsprechenden Versuch zumindest teilweise zu bestätigen. Dahinter steht die Beobachtung, dass Menschen eher dazu neigen, Müll wegzuwerfen, Dinge zu beschädigen oder sogar weitere Regelverstöße zu begehen, wenn eine Umgebung bereits sichtbare Zeichen von Verwahrlosung zeigt. Dazu zählen etwa herumliegender Abfall, beschädigte Gebäude oder Graffiti.

Allerdings wirken auf solche Verhaltensmuster sehr viele Faktoren ein. Deshalb lässt sich die Aussagekraft dieser Studien und Theorien nicht immer eindeutig belegen. In Japan scheint dieses Prinzip jedoch durchaus zu greifen. Die sehr sauberen Straßen und Städte schaffen ein Umfeld, das ordnungskonformes Verhalten begünstigt. Hinzu kommen kulturelle Besonderheiten, die konformes und rücksichtsvolles Verhalten zusätzlich fördern.

 

Broken-Windows-Policy in Aktion

In Japan wird wie in vielen Teilen der USA die Broken-Windows-Policy aktiv umgesetzt. Dazu gehört auch die zuerst einmal evtl. kontraproduktiv wirkende Maßnahme, dass es keine öffentlichen Mülleimer in Japan gibt und Bürger ihren Müll zu Hause entsorgen müssen (oder in Geschäften mit einem Mülleimer, wie z.B. viele Konbini).

Dies soll vor allem das bewusste Verhalten und die Eigenverantwortung stärken. Dabei wird vor allem auf die soziale Kontrolle gesetzt, die es einem Japaner in Japan fast unmöglich macht, seinen Müll auf der Straße zu entsorgen.

Zudem führt das auch zu einem bewussteren Umgang mit Müll insgesamt, was sich auch im allgemeinen Müllaufkommen pro Kopf ablesen lässt, das mit rund 320 kg in Japan deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 490 kg liegt. Bewusstheit und saubere Straßen führen zudem zu einer der niedrigsten Vandalismus-Raten weltweit. So entfallen in Japan nur 0,02% der gemeldeten Delikte auf Vandalismus bzw. Sachbeschädigung. 

 

Gemeinschaftliches Putzen

In Japan wird das Normbewusstsein für Sauberkeit schon in der Schule gemeinschaftlich vermittelt.   So verwenden Schüler im Schnitt rund drei Stunden im Monat für das gemeinschaftliche Saubermachen der Schulräume.

Dies gilt später auch für viele Angestellte, da es in Japan üblich ist, dass Büroräume am Freitag von den Angestellten gemeinsam aufgeräumt und geputzt werden, damit sie am Wochenanfang in tadellosem Zustand sind. So zieht sich das Bewusstsein für Ordnung und Sauberkeit in öffentlichen Räumen sozusagen wie ein roter Faden durch das Leben vieler Japaner.

 

Nulltoleranzpolitik – Drogen, Waffen und Alkohol am Steuer

Kulturelle Normen und soziale Kontrolle sind das eine, in Japan kommen daneben aber auch scharfe Gesetze zum Tragen, die sozusagen zu einer Nulltoleranzpolitik gegenüber Drogen, Waffen und Alkohol am Steuer führen.

Die besonders strengen Waffengesetze, die für eine Zulassung und den Erwerb einer Schusswaffe neben strengen Auflagen auch ein psychologisches Gutachten und regelmäßige Kontrollen vorsehen, führen zu einer sehr niedrigen Waffenbesitzquote von nur 0,01 Schusswaffen pro hundert Einwohnern. Der globale Durchschnitt liegt demgegenüber bei etwa 1,2 Waffen pro 100 Einwohnern.

Ähnlich streng sind die Gesetze bei Drogen und deren Besitz. Schon Kleinstmengen führen in Japan direkt zur Festnahme. Jährlich kommt es dabei zu etwa 25.000 Fällen im Zusammenhang mit Drogenbesitz.

Je nach Mengen und Wiederholungstaten können so neben sehr hohen Strafgeldern auch nicht unwesentliche Haftstrafen von mehreren Jahren vergeben werden – und das nicht nur für harte Drogen, sondern auch für Marihuana. Durch die strengen Gesetze sind Drogen in Japan nie in der Mitte der Gesellschaft angekommen und Fälle von Drogenbesitz bei Prominenten führen beinahe schon regelmäßig zu Skandalen.

Alkohol in Japan: Alkohol (und Nikotin) ist nicht verboten, allerdings werden teils wirklich rigide Strafen für das Fahren unter Alkoholeinfluss verhängt. Dabei gilt, anders als in vielen europäischen Ländern, eine Nullpromillegrenze und schon geringste Alkoholspuren können zu hohen Geldstrafen oder sogar Gefängnis führen.

Die Einhaltung dieser Null-Promillegrenze wird dabei durch häufige Alkoholkontrollen sichergestellt. In Japan kommt es jährlich im Schnitt zu über 1 Millionen Atemalkoholtests. Wenn die Regeln auch ungewöhnlich streng erscheinen mögen, so haben sie durchaus positive Auswirkungen. Die Verkehrstoten im Jahr liegen in Japan so bei nur 3,3 pro 100.000 Einwohnern, während der OECD-Durchschnitt mit 8,5 mehr als doppelt so hoch ausfällt.

 

Wie Japan Frauen und Kinder zusätzlich schützt

Frauen und Kinder gelten in Japan als besonders schutzbedürftige Gruppen und werden deshalb in vielen Bereichen gezielt geschützt.

Bei Frauen betrifft das vor allem den Schutz vor potenziell übergriffigen Männern. Dieses Problem besteht in Japan leider seit Langem und steht auch mit der stärker patriarchal geprägten Gesellschaft in Zusammenhang, in der Frauen noch immer häufig vor allem die Rolle als Hausfrau und Mutter zugeschrieben wird. Aus diesem Grund gibt es in rund 60 % der Großstadtlinien, also in Metro- und Vorortzügen, spezielle Women-Only-Waggons. Diese Abteile sind ausschließlich für Frauen vorgesehen.

Eine weitere Schutzmaßnahme sind sogenannte Safe-Zones. In Japan gibt es davon rund 1.500, etwa an Bahnhöfen, in Parks und in Einkaufszentren. Diese geschützten Bereiche werden überwacht und sind gut sichtbar als Zufluchtsorte ausgeschildert.

Auch für Frauen, Kinder und die allgemeine Sicherheit spielt die oft sehr helle Straßenbeleuchtung eine wichtige Rolle. In 80 % der Wohngebiete erreicht sie 10 Lux. Dadurch fühlen sich viele Menschen auch nachts in ihrer Nachbarschaft und in Wohngebieten sicherer. Zugleich schreckt die gute Ausleuchtung potenzielle Täter ab, weil sie weniger Möglichkeiten haben, sich in dunklen Ecken zu verstecken.

Speziell für die Sicherheit auf dem Schulweg engagieren sich in Japan außerdem rund 20.000 Freiwillige als Schulweg-Begleitung. Auf diese Weise helfen sie etwa 1,2 Millionen Kindern dabei, sicher zur Schule und wieder nach Hause zu kommen.

 

Wie bereitet sich Japan auf Naturkatastrophen vor?

Naturkatastrophen gehören in Japan zum Alltag. Vor allem Erdbeben und die dadurch ausgelösten Tsunamis stellen aufgrund der Lage des Landes in einem tektonischen Hotspot eine ständige Gefahr dar. Deshalb hat Japan ein ausgeklügeltes Frühwarnsystem entwickelt. Auch Gebäude werden gezielt so errichtet, dass sie Erdbeben möglichst gut standhalten.

Trotz dieser Frühwarnsysteme und zahlreicher vorbeugender Maßnahmen richten schwere Naturkatastrophen immer wieder enorme Schäden an. Ein Beispiel ist das Erdbeben von Kobe im Jahr 1995. Es erreichte eine Stärke von 7,2 auf der Momenten-Magnituden-Skala und forderte mehr als 6.000 Menschenleben. Auch der verheerende Tsunami von 2011, der das Atomkraftwerk Fukushima schwer beschädigte, zeigt, wie groß die Gefahr trotz aller Vorbereitung bleibt.

Um auf solche Ereignisse reagieren zu können, unterhält der japanische Staat zudem einen speziellen Katastrophenfonds. Dieser umfasst rund 10 Milliarden Euro pro Jahr und ist gezielt für Präventions- und Wiederaufbaumaßnahmen vorgesehen.

 

Frühwarnsysteme & Sirenen

In Japan sind landesweit rund 1 Millionen Sirenen und 120 Hochleistungs-Sirenen im Einsatz, die Einwohner vor einer bestehenden Gefahr durch Erdbeben, Taifunen oder Tsunamis (sowie anderen Bedrohungen) warnen können. Zusätzlich kommen neue, digitale Warn-Apps und SMS-Alerts zum Einsatz. Damit besitzt Japan eine der dichtesten und bestausgebauten Warninfrastruktur weltweit, die auch regelmäßig getestet und gewartet wird.

 

Regelmäßige Notfall-Drills

Schulen und viele Unternehmen führen halbjährige Notfall-Drills für drohende Erdbeben- oder Taifungefahr durch. Die Teilnahme an den Übungen ist beachtlich. Zusätzlich nehmen rund 1,5 Millionen Bürger im Jahr an Katastrophen-Drills teil. Ein wichtiger Teil der Gesamtstrategie bilden dabei übrigen auch die Nachbarschafts-Verbände oder Chōnaikai, die oft eng in die Notfallpläne der Kommunen eingebunden sind und helfen, bei einem Katastrophenfall Ersthilfe zu leisten.

 

Japanische Infrastrukturresilienz

Ein besonderes  Augenmerk wird in Japan auf die durch Naturkatastrophen bedrohte Infrastruktur gelegt. Dies bezieht sich nicht nur auf das möglichst erbebensichere Bauen von Gebäuden aller Art, was inzwischen auf rund 90% aller Neubauten in Japan zutrifft, sondern auch Abwehrmaßnahmen gegen Tsunamis wie z.B. Tsunami-Schutzmauern.

Zusätzlich setzt Japan auf redundante Netze, so dass Ausfälle eines oder mehrerer Teilnetzstücke (z.B. Elektrizität oder Mobilfunk) nicht schnell zu einem totalen Netzausfall führen, wie es ihn in Teilen Portugals und Spaniens im Frühjahr des Jahres 2025 gegeben hat.

 

Smart Cities & Cyber-Security als Bausteine der Sicherheit

Neue Technologien und Videoüberwachung sind ein weiterer wichtiger Baustein der japanischen Sicherheitsarchitektur. Dabei setzt Japan zunehmend auf KI-gestützte Kameras, die Menschenansammlungen oder Unfälle automatisch erkennen können. Das ist auch sinnvoll, denn in den Großstädten liegt die Kameradichte bei 160 Kameras pro 1.000 Einwohner und damit auf Weltspitzenniveau. Ohne technische Unterstützung wäre die Auswertung dieser großen Bildmengen kaum zu bewältigen.

Zusätzlich ist das Krisenmanagement der zuständigen Behörden heute deutlich stärker vernetzt. Wichtige Daten werden zentralisiert, sodass Polizei, Rettungsdienste und andere Stellen im Ernstfall schnell darauf zugreifen können.

Auch Notfall-Apps erfreuen sich in Japan großer Beliebtheit. Allein die offizielle Katwarn-App wurde rund 20 Millionen Mal installiert. Viele dieser Apps bieten neben einer Live-GPS-Lokalisierung auch eine direkte Verbindung zu Polizei oder Rettungsdiensten, wobei die Funktionen je nach Anwendung variieren.

Daneben investiert Japan inzwischen deutlich stärker in die öffentliche Cyberabwehr. Dafür wird jährlich ein Budget von rund 400 Millionen Euro bereitgestellt. So erreicht das Land trotz seiner weiterhin starken Nutzung von Papierdokumenten und Stempeln inzwischen immerhin Platz 10 im internationalen E-Government-Ranking der Vereinten Nationen.

 

Touristische Sicherheit – Apps, Orientierung und Schutz für Reisende

Speziell für Touristen gibt es gleich eine Reihe von Angeboten, um diesen Orientierung und Schutz in einem für sie fremden Land zu bieten. Zu den Angeboten gehören:

  • Mehrsprachige Notfall-Apps wie die prominente Safety-Tips App in 13 Sprachen und mit mehr als 5 Millionen Downloads, die einen direkten Zugriff auf Notfalldienste (Polizei, Rettung) sowie der jeweiligen Botschaft bieten.
  • Interaktive Safety Maps im Internet, in denen Gefahrenzonen und Evakuierungsrouten angezeigt werden (die Interactive Safe Map verfügt als Beispiel über 1.000 markierte Orte und Routen).
  • Hotline-Services speziell für Touristen mit einer 24/7 Erreichbarkeit und mehrsprachigem Support (bis zu 7-Sprachen), die von rund 100.000 Anrufen pro Jahr genutzt werden.
  • Japanweit 500 Tourismuszentren in allen größeren Städten bieten Besuchern mehrsprachige Betreuung direkt vor Ort.
  • Für komplexere Angelegenheiten können in Japan auch vernetzte Dolmetscher-Dienste per Video-Call genutzt werden und ermöglichen so eine Form der Simultanübersetzung.

 

Wie Japans hohe Lebenserwartung zu weniger Verbrechen führt

Zuletzt spielt auch die Alterszusammensetzung der japanischen Gesellschaft mit ihrer sehr hohen Lebenserwartung (84,7 Jahre im Durchschnitt) eine Rolle bei der hohen Sicherheit, die im Land herrscht.

Rentner können sich nicht nur auf stabile Renten verlassen und profitieren wie alle Japaner vom gut ausgebauten Gesundheitssystem, sondern neigen auch weniger zu risikoreichem Verhalten.

Neben der sozialen Absicherung und Zugang zum japanischen Gesundheitssystem sind zudem die informellen Familiennetzwerke auch heute noch stark ausgebildet und etwa 68% der Rentner leben in Mehrgenerationenhaushalten (vor allem in ländlichen Gebieten).

Gerade die soziale Absicherung hilft dabei, Kriminalität vorzubeugen und eine insgesamt ältere Bevölkerung ist ohnehin allgemein ruhiger und friedlicher.

 

Tipps von Japanwelt für sichere Reisende & Expats

Ob als Tourist für wenige Tage oder als Expat für mehrere Monate: Wer gut vorbereitet nach Japan reist, fühlt sich im Alltag deutlich sicherer und kann entspannter unterwegs sein. Schon einige einfache Maßnahmen helfen dabei, im Notfall schnell zu reagieren, sich besser zu orientieren und vor Ort leichter zurechtzukommen.

Japanwelt-Tipps für sicheres Reisen und Expats:

  1. Anmeldung im Auslandsreiseregister (ELEFAND): Dies ist ein kostenloser Service des Auswärtigen Amtes für deutsche Bürger, die im Ausland leben. Unter anderem ermöglicht eine Registrierung  es der Botschaft im Notfall auch schnell Kontakt mit Bürgern im jeweiligen (her natürlich Japan) aufnehmen.
  2. Notruf-Nummern speichern: Für Reisende wie Expats ist es sinnvoll, die Notruf-Nummern 110 (Polizei) und 119 (Feuer & Rettung) abzuspeichern und so immer griffbereit haben.
  3. Offline-Karten & QR-Codes: Die Nutzung von Safety-Maps ist nicht nur für evtl. Evakuierungsorte und -routen sinnvoll, sondern auf diesen wird meist auch der Standort der nächsten Koban Polizeistation angezeigt, so dass man für alle Notfälle gerüstet ist.
  4. „Koban Map“-App installieren: Wer immer den Weg zur nächsten Polizeistation wissen will, dem bietet de Koban Map App, die man sich auf dem Smartphone installieren kann, die schnelle Navigation zur nächsten Polizeistation.
  5. Health-Hotlines nutzen: Bei gesundheitlichen Problemen kann man sich in Japan an Health-Hotlines wie TELL (Englisch) oder das AMDA Medical Information Center für medizinische Beratung wenden.
  6. Community-Integration: Für Japan gilt bei der Integration und Interaktion mit den Communities vor Ort, das man erst beobachtet und dann erst aktiv teilnimmst. So gewinnen Sie vor Ort Vertrauen und gesellschaftlichen Rückhalt.

 

 

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Titelfoto © Monica VolpinPixabay

 

 

Über die Redaktion von Japanwelt

Unser Redaktionsteam teilt seine Leidenschaft für japanische Kultur, Design und Lebensart. Viele unserer Mitarbeiter reisen regelmäßig nach Japan, um neue Inspirationen, Produkte und kulturelle Eindrücke zu sammeln. In unseren Artikeln verbinden wir fundiertes Wissen mit authentischen Einblicken – für alle, die Japan entdecken oder ein Stück davon nach Hause holen möchten.

E-E-A-T · Quellenbasiert · Zuletzt aktualisiert: 120.03.2026

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