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Takoyaki - Oktopusbällchen aus Japan – Streetfood mit Rezept | Japanwelt

Takoyaki (たこ焼き) sind super leckere, mit Oktopus gefüllte Teigbällchen, die man in Japan an vielen Street Food Ständen und bei Festivals (Matsuri) findet. Obwohl Takoyaki eine gar nicht so alte kulinarische Erfindung sind, ist dieser heiße Snack in Japan heute nicht mehr wegzudenken und gehört wohl zu den beliebtesten japanischen Street Food Köstlichkeiten überhaupt. Außerhalb Japans trifft man hingegen nur selten auf die Oktopusbällchen, wohl auch weil Oktopus anders als in Japan in vielen Regionen der Welt eine eher teure Zutat ist.

Takoyaki sind wie andere „Yaki“ (gebraten, gebacken) Gerichte wie Onomayaki, Taiyaki oder Yaki-Soba typische Snacks, wie sie an den Yatai genannten Street Food Ständen verkauft werden.

 

Was ist Takoyaki?

Takoyaki ist ein Bällchen aus Teig, der mit einem Stückchen Oktopus und ein paar Aromaten gefüllt und dann in einer speziellen Pfanne ausgebacken wird. Die fertigen Takoyaki werden dann – zumindest traditionell – mit einer speziellen Takoyaki Sauce glasiert und mit japanischer Mayonnaise von Kewpie und Bonito Flocken sowie Seetang serviert.

Gegessen werden Takoyaki mit einem Holzspießchen (Zahnstocher) oder mit Stäbchen. Neben der klassischen Variante mit Oktopus werden heute auch Takoyaki mit anderen Füllungen wie Huhn, Rind oder auch als vegetarische Varianten mit Gemüseeinlage angeboten.

 

Herkunft: Woher kommt Takoyaki?

Takoyaki kommen ursprünglich aus Osaka. Dort steckte der Straßenhändler Endo Tomekichi wohl 1935 zum ersten Mal ein Stück Oktopus in die ursprünglich rechteckigen Choboyaki, die schon zuvor in Osaka verbreitet waren. Die Original Takoyaki, die noch ohne Sauce und Toppings serviert wurden, kann man in Osaka immer noch bei der Kette Aizuya probieren.

Snacks in Form von Teigbällchen – für Japan eigentlich ungewöhnlich – wurden dabei vor allem nach dem großen Kanto Erdbeben 1923 populär, als – zusätzlich auch durch den 1. Weltkrieg bedingt – Reis knapp und Mehl auf dem Weltmarkt billig war. Die Verehrung für dieses aus Osaka stammende Street Food, das inzwischen in ganz Japan zu den populärsten Snacks gehört, geht soweit, dass den Takoyaki in seiner Heimatstadt sogar ein eigenes Museum gewidmet ist. Passenderweise gleich neben dem Universal Studios Themenpark.

Eine andere Herkunftsgeschichte sieht den Vorgänger der Takoyaki in den in der westlich von Osaka gelegenen Stadt Akashi, wo schon zuvor Akashiyaki – weiche, sehr eierlastige Teigbällchen mit Oktopus als Füllung – verkauft wurden.

 

takoyaki – Gegrillte Oktopus-Bällchen aus Japan mit Rezept

Takoyaki sind in Japan Kult! Streetfood Werbung im Ausgehviertel von Osaka.
Foto © Christian Ladewig, Unsplash

 

Wann und wo isst man in Japan Takoyaki?

Obwohl recht reichhaltig uns sättigend, gelten Takoyaki nicht als richtiges Gericht in Japan, sondern als Snack. Schon die Erfindung der Teigbällchen geht auf einen Straßenverkäufer zurück und auch heute werden Takoyaki gerne und viel an Straßenständen sowie als Fingerfood auf Festivals genossen.

Dabei ist durchaus jeder Zeitpunkt der richtige, um heiße Takoyaki zu genießen, vor allem natürlich aber ab mittags und bis spät in die Nacht. Die Takoyaki werden dabei meist als sechs Stück und direkt heiß aus der Pfanne in einer kleinen, an ein Boot erinnernden Schale verkauft. Also Vorsicht: nicht die Finger verbrennen! 

Durch ihre gewaltige Popularität als Snack in Japan findet man aber nicht nur fertige oder gar tiefgekühlte Takoyaki in so gut wie jedem Convenience Store oder Supermarkt, sondern auch spezielle Pfannen, um diese problemlos selber zu Hause zu machen. Besonders gesellig sind dabei solche Geräte, die direkt am Tisch genutzt werden können.

So sitzt man zu zweit oder in größerer Runde um die Takoyaki Pfanne und bereitet die Teigbällchen gemeinsam zu – mit einer Füllung, die sich dann jeder wie er will zusammenstellen kann. Es muss ja nicht immer Oktopus sein, auch wenn dies die originale und traditionelle Füllung darstellt. Die Japaner haben sogar eine eigene Bezeichnung dafür: Tako pa – kurz für Takoyaki Party.

 

Wie schmecken Takoyaki?

Takoyaki verbinden die leicht knusprige äußere Hülle mit einem nur teilweise durch gegarten inneren Teig, der meist eine mehr zähflüssige Konsistenz aufweist. Dies kontrastiert mit dem zugegebenen Stück eher knackigen Oktopus. Zusätzlich kommen meist noch grüne Zwiebel (frisch), eingelegter Ingwer mit einer süß-sauren Note sowie kleine Stückchen ausgebackener Tempura Teig (Tenkasu) für extra Crunch hinzu.

Zusammen mit der einer Worcestershire Sauce nicht unähnlichen Sauce, mit der sie meist glasiert werden, der Mayonnaise und den Bonito Flocken oder getrocknetem Seetang obendrauf ergibt sich ein komplexes Zusammenspiel aus Geschmack und Textur, bei dem vor allem das Umami hervorsticht.

Wenn man sich selber Takoyaki macht und den zähflüssigen Teig nicht so gen mag oder haben will, dann kann man Takoyaki auch länger baten lassen. Dann wird der Teig durch gegart und die Takoyaki etwas fester und das Spiel der Texturen verändert sich. In Japan wird dies aber kaum gemacht.

 

Welche Arten von Takoyaki gibt es?

Es ist kaum verwunderlich, dass ein so beliebter Snack wie Takoyaki inzwischen in ganz unterschiedlichen Variationen verkauft wird. Strenggenommen sind es dann keine Takoyaki mehr (Tako bedeutet Oktopus), aber das soll den Genuss nicht schmälern. Beliebte Variationen sind:

  • ganz klassisch nach dem Originalrezept: Takoyaki mit Oktopus, grüner Zwiebel und eingelegtem Ingwer ohne Sauce und Toppings
  • Typische Takoyaki: mit Oktopus, grüner Zwiebel, eingelegtem Ingwer und krossen Tempura Stückchen gefüllt, mit Takoyaki glasiert und mit Kewpie Mayonnaise, Bontio Flocken und/oder getrocknetem Seetang serviert.
  • Vegetarische Takoyaki: ersetzen den Oktopus durch Gemüse (Karotten,Mais, Kohl, Pilze o.a.) oder eine Mischung aus Käse und Gemüse (z.B. Kimchi und Käse)
  • Takoyaki mit Fleisch: ersetzt den Oktopus z.B. durch Shrimps, Hühnchen, Schinken, Hackfleisch (Rind oder Schwein) oder Wurstfleisch
  • Takoyaki mit westlichen Gerichten gekreuzt: hier gibt es zum Beispiel Versionen wie Pizza (Schinken, Käse und Tomatensauce) oder Taco (Taco Fleisch, gewürfelte Tomaten, Käse)

 

Als Saucen werden normalerweise die auf einer Sojabasis angemischte spezielle Takoyaki Sauce genutzt, mit der die Bällchen kurz glasiert wird. Hinzu kommt meist etwas Kewpie bzw. japanische Mayonnaise (etwas süßer und saurer als eine typisch europäische Mayonnaise, mehr dazu hier) sowie ein Topping aus Bonito Flocken und/oder Seetang.

Bei vegetarischen Versionen darauf achten, dass nur Seetang als Topping genutzt wird, worauf man aber in Japan, wo Vegetarier eher selten sind, evtl. extra hinweisen sollte. Zum selber machen bietet es sich an, sowohl die Takoyaki Sauce als auch die Kewpie Mayonnaise in einem Asia Laden oder Online zu kaufen – das machen die Japaner in der Regel auch. 

 

Wie isst man Takoyaki richtig?

Als Snack, das man bei einem Yatai Stand kauft, werden Takoyaki meist als sechs Stück fertig mit Sauce und Toppings in einer bootartigen Schale verkauft. Dazu bekommt man Zahnstocher, um die heißen Takoyaki zu essen. In Restaurants werden Takoyaki hingegen in der Regel auf einem großen Teller gereicht, von dem sich die Tischgesellschaft diese herunter nimmt.

Saucen und Toppings werden dann zudem oft separat gereicht. Für das Essen der Takoyaki werden hier in der Regel Stäbchen genutzt. Bei sich zu Hause oder bei eine Tako Pa werden oft Stäbchen benutzt, aber eigentlich gibt es keine festen Regeln. So lassen sich etwas abgekühlte oder kalt gewordene Takoyaki auch durchaus gut mit der Hand essen.

 

Isst man Takoyaki warm oder kalt?

Takoyaki werden normalerweise heiß direkt aus der Pfanne serviert und möglichst warm bzw. heiß genossen. Dabei muss man aufpassen, dass man sich nicht verbrennt. In der Regel sind die Oktopusbällchen nach einer oder maximal zwei Minuten genug abgekühlt, um sie problemlos genießen zu können.

Das gleiche gilt für Yako Pas. Allerdings schmecken auch kalte Takoyaki gut und können problemlos gegessen werden, solange sie nicht zu alt sind. Allerdings verändern sich die Texturen leicht und auch der Geschmack mancher Zutaten wird abgeschwächt, wodurch die Saucen und Toppings im Geschmackserlebnis meist mehr in den Vordergrund rücken.

 

Was streut man auf Takoyaki?

Takoyaki werden typischerweise mit diesen Toppings serviert:

  • Kewpie Mayonnaise
  • Bonito Flocken (Katsuobushi)
  • und/oder getrockneter Seetang (Aonori)

Natürlich kann man aber auch auf Takoyaki viele weitere Toppings benutzen, welche die oben genannten entweder ersetzen oder ergänzen. Dies kann sowohl für die Auswahl an Ständen und in Restaurants als auch für selbstgemachte Takoyaki gelten. Mögliche andere Toppings und Saucen sind (u.a.):

 

  • grüne Zwiebeln
  • Currypulver
  • geriebener Käse
  • flüssiges Hon Dashi (Instant Dashi Brühe)
  • getrocknete Zwiebelflocken
  • Sojasauce
  • Worcestershire Sauce
  • Okonomayaki Sauce

Eine regionale Besonderheit aus dem Raum Kobe besteht darin, Takoyaki anstatt mit den Saucen mit Dashi-Brühe zu servieren. In anderen Regionen gibt es auch weitere Abweichungen. So sind Takoyaki in Tokio in der Regel deutlich größer, während in der Präfektur Nagano gern Kohl in den Teig gemischt wird.

 

Woraus besteht die Takoyaki Sauce?

Die typische Takoyaki Sauce kann sich in ihrer genauen Zusammensetzung durchaus von Stand zu Stand unterscheiden, erinnert vom Geschmack her aber leicht an die englische Worcestershire Sauce, die auch in vielen Takoyaki Saucen Rezepten ein Bestandteil ist.

Typische Zutaten sind:

  • Knoblauch
  • Ingwer
  • Honig
  • Austernsauce
  • Ketchup
  • Worcestershire Sauce
  • Mentsuyu (Sake, Mirin, Sojasauce, Dashi und etwas Zucker)

Anstatt die Sauce selber anzurühren, kann man auch fertige Takoyaki Sauce im Asia Laden oder Online kaufen. Andere Saucen, die manchmal mit Takoyaki genossen werden sind Dashi oder Hon Dashi (eigentlich Brühe), Sojasauce, Worcestershire Sauce oder Okonomayaki Sauce.

 

takoyaki – Bällchen gebraten aus Oktopus

Ein typischer Takoyaki Streetfood-Stand in Osaka
Foto © Markus Winkler auf Unsplash

 

Kann ich Takoyaki Zuhause selbst machen?

Natürlich kann man Takoyaki auch Zuhause selber machen. Die Takoyaki Partys sind in Japan beliebte Gelegenheiten für eine gesellige Zusammenkunft, aber auch so können Takoyaki eine Abwechslung beim Essen sein. Dies gilt noch einmal mehr, wenn man nicht in Japan ist und diese Delikatesse nicht so einfach als Street Food findet. Allerdings benötigt man für die Zubereitung ein spezielles Küchengerät.

 

Welche Küchengeräte benötige ich für die Zubereitung von Takoyaki?

Um Takoyaki selber zu machen, braucht man eine spezielle Takoyaki Pfanne oder einen elektrisch betriebenen Takyoyaki Maker, der ähnlich wie ein Raclette Gerät oder ein Elektro-Grill auch auf einem Tisch genutzt werden kann (besonders beliebt für Takoyaki Partys). Heutzutage dürfte so gut wie jeder japanische Haushalt so ein spezielles Küchengerät für Takoyaki haben. Diese sind auch in Europa relativ problemlos zu erhalten, entweder in einem Spezialgeschäft oder Online. Allerdings ist Oktopus hierzulande eine eher teure Spezialität. Zudem braucht das korrekte drehen der Takoyaki Bällchen beim Braten ein bisschen Können und Erfahrung – also nicht enttäuscht sein, wenn die ersten nicht gleich perfekt sind.

Takoyaki Pfannen und Takoyaki Maker für den Hausgebrauch verfügen meist über 16 halbkugelförmige Aussparungen, in denen die Takoyaki gebraten werden können. Das heißt: bis zu 16 Takoyaki können auf einmal zubereitet werden.

Andere spezielle Gerätschaften braucht man ansonsten nicht. Das Drehen der Takoyaki Bällchen kann mit Stäbchen oder anderen Küchenwerkzeugen erfolgen.

 

Takoyaki Zubereitungstipps und Tricks

Für die Zubereitung perfekter Takoyaki gibt es eine Reihe von hilfreichen Tipps und Tricks. Ein ausführliches Rezept mit Schritt für Schritt Anleitung und passenden Mengenangaben findet man auf Deutsch oder in Englisch einfach und schnell im Netz.

 

Tipp 1: Dem Teig genügend Zeit lassen

Der Teig für Takoyaki kann problemlos im Vorfeld vorbereitet und dann im Kühlschrank aufbewahrt werden. So kann das Mehl gut Flüssigkeit ziehen und die Takoyaki werden beim Ausbacken richtig schön knusprig.

 

Tipp 2: Viel Öl benutzen

Für das Aufbacken oder -braten der Takoyaki in einer Takoyaki Pfanne oder in einem Takoyaki Maker sollte man viel Öl benutzen. Das hilft nicht nur dabei, die Takoyaki außen schön knusprig zu machen, sondern erleichtert auch das Drehen der Bällchen während der Garzeit.

 

Tipp 3: Nicht mit dem Teig geizen

Für schöne runde Bällchen muss man genug Teig benutzen. Professionelle Takoyaki Köche überfüllen die sphärischen Vertiefungen so gut es geht. Zuhause kann man auch etwas Teig nachgeben, wenn man merkt, dass die richtig runde Form sonst nicht erreicht wird.

 

Tipp 4: Die Bällchen bewegen

Es ist wichtig, die Bälle oder Bällchen ordentlich in der Vertiefung zu bewegen und zu drehen. Gerade günstigere Takoyaki Pfannen und elektrischen Takoyaki Maker haben oft nicht überall die gleiche Temperatur, so dass ein gleichmäßiges garen und eine knackige Hülle besser gelingen, wenn die Teigbälle mit der Füllung stetig gedreht werden. 

 

 

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