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Wie lange dauert es Japanisch zu lernen

Die Frage, wie lange es dauert, die japanische Sprache (jap. 日本語, Nihongo) zu lernen, kann man natürlich nicht einfach und schnell beantworten. Unter anderem kommt es ja auch darauf an, wie intensiv man sich dem Erlernen der Sprache widmet. Insgesamt ist das Japanische für Europäer eher schwierig zu erlernen, auch wenn es – anders als zum Beispiel das Chinesische – eine relativ klare Grammatik aufweist, die allerdings nicht mit der lateinischen vergleichbar ist. Zudem hat das Japanische eine besonders schwierige Schrift, die sich dreier Schriftsysteme sowie in lateinischem Alphabet geschriebenen Lehnwörtern bedient.

 

Bei einer intensiven Beschäftigung (Intensivkurs + eigenes Engagement von einigen Stunden am Tag) mit dem Japanisch lernen, sollte sich nach etwa einem Jahr eine gewisse Befähigung zur freieren Konversation einstellen. Das heißt, man spricht und versteht einfache Zusammenhänge. Das Lesen einfacher Comics bzw. Mangas kann man bei genügend Engagement in etwas über einem Jahr erreichen, wenn man auch bestimmte Kanji sicher mit einem japanischen Wörterbuch nachschlagen kann. Um japanische Literatur zu lesen und wirklich halbwegs konversationsfest zu sein, sollte man je nach investierter Lernzeit in etwa drei bis fünf Jahre einplanen.

 

Wie lange dauert es Japanisch zu lernen

In Japan, mit seinen komplizierten Schriftsystemen, wird die japanische Schrift mit der Kalligraphie zur Kunstform erhoben.
Foto © Ash Hayes, unsplash

 

Japanisch sprechen – Übung macht den Meister

Wie für das Erlernen aller Sprachen gilt auch für das Japanische, das es einigen Fleiß benötigt, um wirkliche Fortschritte zu machen. Hier heißt es neben der Aussprache und dem Erlernen von typischen Redewendungen, wie sie in der Regel am Anfang des Sprachen Lernens stehen (z.B. im französischen: Ich heiße... - je m´apelle …) vor allem aber auch ein anderes und sehr komplexes Schriftsystem zu lernen.

Zuletzt muss man natürlich Vokabeln pauken, um den Wortschatz jenseits der fast allen bekannten Wörtern wie sayonara, arigato und das – für uns Deutsche immer eher lustig wirkende – „moshi moshi“, mit dem sich Japaner am Telefon melden, zu erweitern.

Die größten und schnellsten Fortschritte macht man dabei sicher mit einem Intensivkurs, wenn man sich eine Zeit wirklich auf das Erlernen der japanischen Sprache konzentriert.

 

 

Die japanischen Schriftformen

Eine große Schwierigkeit der japanischen Sprache liegt in der komplexen Schrift, die sich aus drei unterschiedlichen Schriften zusammensetzt: die von chinesischen Schriftzeichen leicht abgewandelten Kanji (jap. 漢字,), sowie die Silbenschriften Hiragana (jap. 平仮名 oder ひらがな) und Katakana (jap. 片仮名 oder カタカナ), die wissenschaftlich korrekt auch als Morenschriften bezeichnet werden.

Jede der drei Schriftformen hat dabei eine spezifische Funktion. Die Kanji stehen meist für den Sinninhalt, Hiragana in der Regel für grammatikalische Formen und Katakana hauptsächlich für Fremdwörter.

Zusätzlich nutzen die Japaner auch das lateinische Alphabet für manche bestimmte Wörter, diese werden als Rōmanji (jap. ローマ字) bezeichnet. Zahlen hingegen werden entweder mit Kanji oder den auch bei uns gebräuchlichen arabischen Ziffern geschrieben.

Das Erlernen der japanischen Schrift in all ihren Aspekten dauert allein durch die große Menge an Kanji sehr lang. Dabei kennen aber auch Japaner meist nicht jedes einzelne existierende Kanji, dafür sind es zu viele und eine ganze Reihe von ihnen werden nur extrem selten genutzt. Japanische Kinder lernen in der Schule häufig erst Hiragana und Katakana und dann in einem jahrelangen Prozess nach und nach die unterschiedlichen Kanji.

Hier finden Sie einen kurzen Einstieg zum Erlernen der Japanischen Schrift >>

 

 

Was sind Deine Lernziele?

Die eigenen Lernziele entscheiden natürlich auch mit darüber, wie lange es dauert, japanisch zu lernen. So geht es deutlich schneller, Japanisch auf einem einfachen Level zu sprechen, als dieses auch zu lesen und zu schreiben. Gerade für die einfache Konversation können auch Mangas und japanische Filme, die man sich im Original mit Untertitel anschaut, ein guter Begleiter zum Lernen der Sprache sein.

Eine andere Frage in Hinsicht auf die Lernziele besteht darin, ob der Lernende auch Keigo, das sehr formale und höfliche „hochjapanisch“, erlernt werden soll. Dieses ist seiner Form nach deutlich komplexer, als das alltäglich gesprochene Japanisch. So sagt man Umgangssprachlich zum Beispiel: Tetsudatte-kudasai (Bitte helfen Sie mir). Die Keigo Form hingegen wäre: Tetsudatte itadakemasen ka (Wären sie so freundlich mir zu helfen?).

Das Erlernen von Keigo ist vor allem dann wichtig, wenn man beabsichtigt in Japan zu arbeiten und vielleicht auch Karriere zu machen.  

Die Besonderheiten der japanischen Sprache >>

 

Lernziele in der Übersicht

  • japanische Sprechen und Verstehen – am einfachsten
  • japanisch Sprechen, Verstehen und Lesen – schwieriger
  • japanisch Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben – durch das notwendige Erlernen der Kanji zeitaufwändiger
  • zusätzlich Keigo erlernen – vor allem für den Umgang im Business und formale Zusammentreffen notwendig

 

Geschichte der japanischen Sprache

Die Japanisch-Ryūkyū-Sprachfamilie, von der das moderne Japanisch heute der Hauptvertreter ist, geht auf ein hypothetisches Proto-Japanisch zurück, dessen Ursprung im Osten oder Südosten Chinas vermutet wird.

Die sich aus dem Proto-Japanischen entwickelnden, so genannten japonischen Sprachen (heute hauptsächlich das Japanische), werden als eigene Sprachfamilie ohne weitere Verwandtschaften angesehen, auch wenn es durch den agglutinierenden (vom lat. agglutinare ankleben) Sprachbau gewisse Parallelen zu altaischen, austronesischen, den dravidischen Sprachen sowie dem Koreanischen aufweist.

Die Entwicklung der japanischen Sprache kann in fünf Sprachstufen eingeteilt werden: 

  1. Altjapanisch, auch Früh-Altjapanisch, (上古日本語, jōko nihongo), seit der Nara-Zeit und bis etwa 8.Jahrhundert
  2. Klassisches Japanisch, auch Spät-Altjapanisch, (中古日本語, chūko nihongo), Heinan Zeit bis etwa 11. Jahrhundert
  3. Mitteljapanisch (中世日本語, chūsei nihongo), Kamakura- und Muromachi-Zeit bis etwa 16. Jahrhundert
  4. Frühneujapanisch (近世日本語, kinsei nihongo), Edo-Zeit bis 19. Jahrhundert
  5. Neujapanisch, (現代標準語, gendai hyōjungo), moderne Standardsprache

 

Wie lernt man am besten Japanisch?

Am besten erlernt man die japanische Sprache in einem Sprachkurs. Diese gibt es für unterschiedliche Sprachlevel sowohl Online als auch an Sprachschulen in den meisten deutschen Städten.

Gerade für den Anfang des Lernens bietet sich dabei ein Intensivkurs mit mehreren Sitzungen pro Woche und einigen Stunden kontinuierlichem Lernen pro Tag an, um die ersten Hürden zu nehmen.

Wenn man ein gewisses Konversationslevel erreicht hat, ist es – wie bei allen Sprachen – natürlich auch sinnvoll, nach Japan zu reisen, um sich eine Zeit lang mit der Sprache, die man in ihren Grundzügen erlernt hat, zu umgeben. So vertieft sich nicht nur das Gefühl für die Sprache, sondern die Lernerfolge können getestet werden und führen zu einer höheren Motivation, auf dem im Falle des Erlernens der japanischen Sprache wirklich nicht ganz einfachen Weg weiter zu machen.  

 

 

 

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Titelfoto © tookapic, pixabay 

 

 

 

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