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Was ist die japanische Heilmethode Reiki?

Die japanische Heilmethode Reiki ist eine auf esoterischen Lehren Chinas, Tibets und Indiens angelehnte Form des Handauflegens, die sich als alternative Heilmethode inzwischen auch in vielen westlichen Ländern großer Beliebtheit erfreut.

Das Kunstwort Reiki (jap. 霊気) setzt sich aus den Schriftzeichen Rei 霊 (Geist, Seele) und ki 気 (entspricht dem chinesischen Qi – für Lebenskraft oder Lebensenergie) zusammen. Den Zeichen, aus denen das Wort Reiki zusammengesetzt wird, wird von der Lehre des Reiki meist selber eine heilende und erleuchtende Wirkung zugeschrieben.

Der Heilmethode Reiki liegen Ideen von Energiefluss, einer Lebensenergie, dem Qi, die alles Lebende durchströmt, sowie auch die indischen Chakren (subtile Energiezentren, die den physischen Körper mit dem feinstofflichen Körper oder Astralleib verbinden) zugrunde.

Die tatsächliche Heilkraft der Heilmethode Reiki wird von der empirischen Wissenschaft kritisch betrachtet und allgemein bezweifelt, insbesondere der Anspruch bzw. die Behauptung des Reiki, für jegliche Erkrankung eine mögliche Heilungsmethode zu sein. Dabei muss allerdings auch zwischen der klassisch japanischen Form des Reiki, die letztendlich auf das buddhistische Ziel der Erleuchtung abzielt, und den westlichen Ausformungen dieser Lehre unterschieden werden.

 

Heilmethode Reiki

Foto © Katherine Hanlon, Unsplash

 

Handauflegen mit Reiki – wie funktioniert das?

Reiki als Heilmethode wird so praktiziert, dass der Reiki-Kundige seine Hände auf bestimmte Körperstellen auflegt und so die Energie des Reiki durch die Hände in den zu behandelnden Körper hineinfließen lässt.

Oft wird im Vorfeld einer Behandlung die Durchblutung der Hände durch bestimmt Methoden angeregt, so dass diese angenehm warm sind und Wärme ausstrahlen, was bei der Behandlung selbst meist noch verstärkt wird. Manche Reiki-Praktizierende legen ihre Hände nicht wirklich auf, sondern lassen sie nur in einem gewissen Abstand über den Stellen verharren.

Die Abfolge der Berührungen bzw. zu behandelnden Körperpartien richtet sich auch heute noch oft nach dem von Chujiro Hayashi entwickelten zwölf Handpositionen System, das aber je nach Behandeltem vom Behandler intuitiv auf dessen spezifischen Bedürfnisse hin abgewandelt werden sollte.

Dabei gehen die Reiki-Praktizierer davon aus, dass sie bei ihrer „Energiearbeit“ lediglich der Kanal für den Fluss der Reiki-Energie sind und der Fluss dieser „Lebensenergie“ niemals schaden kann. Da diese Energie nach Ansicht insbesondere der westlichen Reiki-Praktizierenden immer dorthin fließt, wo sie gebraucht wird, sind auch keine Diagnose oder sonstige Untersuchungen im Vorfeld einer Behandlung nötig.

In Japan hingegen wird das Byosen, ein fünfstufiges Sensorik-Modell, angewandt, um den zu behandelnden Bereich möglichst präzise auszumachen.

 

Geschichte des Reiki

Die Reiki Lehre stammt wie schon angesprochen aus Japan und wurde dort in den 1910er Jahren (ein genaues Datum ist nicht bekannt) von Usui Mikao entwickelt. Seine ursprüngliche Lehre nennt sich Usui Reiki Ryōhō (臼井靈氣療法): Mikao eröffnete 1921 eine eigene Reiki-Klinik in Tokyo, in der er auch weitere Reiki-Meister und -Lehrer ausbildete. Darunter auch oben genannter Chujiro Hayashi und die aus Hawaii stammende US-Amerikanerin Hawayo Takata, die die Heilkunst Reiki in den USA bekannt machten.

Insgesamt fußt die westliche Reiki Bewegung zum Großteil auf der Lehrtätigkeit Takatas, auf deren Lehren ursprünglich fast alle heute im Westen ausgebildeten Reiki-Praktizierer zurückgehen.

Nach Deutschland kam Reiki, soweit das nachvollziehbar ist, erst im Jahr 1981 durch die US-amerikanische Reiki-Praktiziererin und -Lehrerin Mary McFayden.

Das traditionelle japanische Reiki wird in Abgrenzung zu den westlichen Reiki-Praktiken in Japan als Jikiden Reiki (日本伝統式レイキ) bezeichnet.

 

Reiki Ausbildung und Hierarchie

Wie viele andere esoterische Heilmethoden baut auch Reiki auf einer Art von Initiation auf, bei der verschiedene Stufen bzw. Grade durchlaufen werden.

Jeder der Grade beginnt dabei mit einer Einweihung, einem Ritual, mit dem der Lehrende dem Schüler die Befähigung zum Geben von „Reiki“ und zur Nutzung der Reiki Symbole weitergibt. So werden die Eingeweihten zu Kanälen für Reiki-Energie und für die Nutzung der Reiki Symbole befähigt.

Ohne eine rituelle Einweihung kann man kein „Reiki“ weitergeben oder die Symbole und die ihnen innewohnende Kraft nutzen.

 

Reiki Grade im westlichen Reiki

  • Erster Grad: die Öffnung des Reiki-Kanals
  • Zweiter Grad: die Einführung dreier Reiki-Symbole und ihrer Nutzung
  • Dritter Grad (Meistergrad): Einweihung auf das "Meistersymbol"
  • Vierter Grad (Lehrergrad): die Befähigung, andere Menschen einzuweihen.

 

Reiki Grade im japanischen Jikiden Reiki

  • Shoden (Anfänger): Reiki für körperliche Themen
  • Okuden (Fortgeschritten): Reiki für mentale Themen und Fernbehandlung
  • Shihan Kaku (Assistenzlehrer): darf Shoden-Kurse geben
  • Shihan (Lehrer): darf Shoden und Okuden-Kurse geben
  • Dai Shihan (Senior Lehrer): darf Shoden-, Okuden- und Shihan-Kaku-Kurse geben

 

Einschätzung von Reiki durch die evidenzbasierte Medizin

Die Heilmethode Reiki in ihrer westlichen wie in ihrer traditionellen Ausformung als Jikiden Reiki wird von der evidenzbasierten Medizin eher kritisch gesehen. Wie bei vielen anderen alternativen Heilmethoden wurden auch zu der Behandlung mit Reiki eine ganze Reihe groß angelegter vergleichender Studien angefertigt.

Diese kommen alle zu dem Schluss, dass bei der Anwendung von Reiki jenseits des Placebo Effektes keine tatsächlichen Heilerfolge nachzuweisen sind. Trotzdem ist Reiki in den USA wie auch in Europa weiterhin eine beliebte alternative Heilmethode. Die Kosten für eine Behandlung, die von Anwender zu Anwender sehr stark schwanken können, werden in Deutschland daher auch nicht von den Krankenkassen übernommen.

 

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Titelfoto © Jürgen Rübig auf Pixabay 

 

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