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Shinrin Yoku – Waldbaden: der Gesundheitstrend aus Japan

Shinrin-Yoku – Waldbaden: Die in Japan längst anerkannte Therapieform findet auch in Deutschland immer mehr Anhänger. Das Waldbaden wurde schon in den 80er Jahren in Japan konzipiert und ist heute ein internationaler Gesundheitstrend. Waldbaden bedeutet dabei das bewusste Spazieren oder Wandern durch einen Wald, der Natur und den Bäumen näherzukommen.

Das kann vom Ausruhen und intensiven Betrachten von besonders schönen Plätzen bis hin zum Umarmen von Bäumen gehen. Auch Blätter in die Hand zu nehmen und die Finger richtig in den Waldboden zu stecken, sind häufig Teil des Shinrin-Yoku. Waldbaden zählt zur Natur- und Ökotherapie und kann sogar als Form des „City-Detox“ gesehen werden.

Einer der grundlegenden Auslöser für die Entwicklung aller Formen von Natur-Therapie sind Untersuchungen aus den 50er Jahren. Schon damals flüchten die Großstädter in ihrer freien Zeit in die Natur. Nationalparks und Naturschutzgebiete wurden für die Menschen immer wichtiger.

In Japan ist Shinrin-Yoku heute eine anerkannte Therapieform und es kommt nicht selten vor, dass Ärzte ihren Patienten einen mehrtägigen Aufenthalt im Wald verschreiben. Viele nehmen an geführten Shinrin-Yoku Exkursionen teil und lernen sich bewusst auf die Natur einzulassen.

 

Die Entstehung von Shinrin-Yoku in Japan und wissenschaftliche Untersuchungen

Shinrin-Yoku - Waldbaden - wie funktioniert der Trend aus Japan?
Schon seit über 30 Jahren ist in Japan das „Waldbaden“ eine anerkannte Therapieform - Bild: © AnneLaure - Stocks.Adobe.com

 

Lärm, Enge und permanente Reizüberflutung durch Neonreklame, Autohupen, Stimmengewirr und verschiedenste Gerüche. In unserer schnelllebigen Zeit, die oft vom Leben in Groß- und Megastädten wie Tokio mit heute über 37 Millionen Einwohnern bestimmt wird, nimmt der empfundene und erlebte Stress immer mehr zu.

Nicht selten endet dies in dem heute als „Modekrankheit“ verunglimpften Massenphänomen Burn-Out. In Japan ist diese Entwicklung schon deutlich länger im öffentlichen Bewusstsein präsent. Dies mag mit der sehr hohen Bevölkerungsdichte in den japanischen Großstädten und der geradezu berüchtigten japanischen Arbeitsmoral zusammenhängen.

Immerhin ist Japan das einzige Land, in dem es mit Karōshi sogar einen eigenen Ausdruck dafür gibt, wenn sich Menschen regelrecht zu Tode arbeiten. Todesursache ist dabei meist ein durch Stress bedingter Herzinfarkt oder Schlaganfall. Auch um diesen Extremen des erlebten und erlittenen Stresses in den großen Städten Japans entgegenzuwirken. entwickelte das japanische Landwirtschaftsministerium in Zusammenarbeit mit Ärzten das Konzept des Shinrin-Yoku in den 1980er Jahren.

 

Der medizinische Nutzen des Waldbadens

Die medizinische Wirkung von Shinrin-Yoku wird in Japan seit den 1990er Jahren auch intensiv wissenschaftlich begleitet und gilt nach fast dreißig Jahren für den Ostasiatischen Raum als gut erforscht. Neben Japan gibt es inzwischen vor allem in Südkorea regelrechte „Heilwälder“.

Die japanischen Studien zeigen nicht nur eine deutliche Minderung von Stress bei Großstädtern, die sich im Wald aufhalten. Das bewusste Waldbaden hat scheinbar auch einen positiven Einfluss auf den Blutdruck, die Kortisol-Level im Blut und den Puls. Sie alle sinken teils schon nach nur einer Stunde Aufenthalt in einem Waldgebiet.

Daneben gibt es auch Hinweise darauf, dass der Wald eine positive Auswirkung auf das Immunsystem haben kann. Inzwischen werden entsprechende Studien auch in europäischen und deutschen Wäldern durchgeführt, die sich insbesondere durch die vorherrschenden Baumarten deutlich von den Wäldern Japans und Südkoreas unterscheiden.

 

Waldbaden richtig gemacht: Shinrin-Yoku ist mehr als ein einfacher Waldspaziergang

Waldbaden - wie geht das? - Techniken und Anleitung
Beim Waldbaden geht es nicht um kilometerlange Wanderungen. Vielmehr soll die Atmosphäre, die Gerüche, Farben und Geräusche des Waldes intensiv aufgenommen werden. - Bild: © oneinchpunch - Stocks.Adobe.com

 

Einer der Koryphäen des Shinrin-Yoku und der in Japan anerkannten und auch an Universitäten als Spezialisierung gelehrten Waldmedizin ist der Mediziner und Wissenschaftler Quing Li.

Li forscht seit über 20 Jahren an Shinrin-Yoku und unterrichtet an einer renommierten Universität in Tokyo. Mit seinen Studenten nimmt er wöchentlich auch ein „Waldbad“. Dabei ist dies mehr als ein einfacher Waldspaziergang, wie Li in seinem 2018 erschienenen Buch „Forest Bathing“ (Waldbaden) schreibt.

In dem Buch, das leider noch nicht in deutscher Übersetzung vorliegt, geht es darum, sich ganz bewusst dem Wald hinzugeben. Die Augen öffnen, tief Atmen, auf das Rauschen der Blätter lauschen, die Hände tief in den Waldboden versenken. Li zufolge erhöht sich so der positive Effekt des Waldes auf den Besucher noch einmal und vertieft zudem das Naturerlebnis als solches.

 

Shinrin-Yoku in Deutschland: Waldbaden in Bayern 

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Die Deutschen fühlen sich seit jeher vom Wald angezogen. Auch hier wird das Waldbaden immer mehr zum Trend. - Bild: © raquelcarmo - Stocks.Adobe.com

 

Der Trend zum Waldbaden ist inzwischen auch bei uns in Deutschland angekommen und wird zum Beispiel in Bayern unter der Ägide des Bayrischen Heilbäder-Verbandes (BHV) in Bad Endorf umgesetzt. Begleitet wird dieser Feldversuch durch eine wissenschaftliche Studie der Ludwig-Maximilian-Universität München. Die Wissenschaftler untersuchen die medizinische Wirkung des Waldbadens und stellen einen Katalog für Nutzung und Voraussetzungen von Heil- und Kurwäldern auf.

 

Dabei stützen sich die Wissenschaftler auch auf viele internationale Studien, die die positive präventive Auswirkung des Waldbadens belegen. Immer mehr Menschen praktizieren auch hierzulande im „deutschen Wald“, diesem Sehnsuchtsort der deutschen Romantik, angeleitet oder ganz für sich Shinrin-Yoku.

 

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