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Pachinko & Casino – Glücksspiel in Japan

Glücksspiel in Japan ist streng reguliert. Dies geht so weit, dass selbst der Betrieb von Casinos bis zu einer Gesetzesnovelle im Jahr 2018 komplett verboten war. Demgegenüber existieren in ganz Japan so genannte Pachinko, richtiger Pachinko-Hallen. Pachinko ist eigentlich der Name einer speziell japanischen Art der Spielautomaten ist.

In Pachinko-Hallen finden sich neben den Pachinko häufig auch Arcade Konsolen. Pachinko-Hallen sind aufgrund der sonst restriktiven Glücksspielpolitik in Japan sehr beliebt. Andere Formen des erlaubten Glücksspieles sind die staatliche Lotterie sowie das Wetten bei Pferderennen und anderen Formen des Rennsports sowie eine Art Toto System für Sportarten wie Baseball oder Fußball.

 

Das Phänomen Pachinko

Pachinko sind ein echtes Phänomen in Japan. Diese speziellen Spielhallen sind oft eng, laut, bunt und für den Uneingeweihten durch die vielen Sonderaktionen, Extragewinnchancen und temporären Boni, die durch Lautsprecher ausgerufen werden, häufig nur schwer verständlich. Zudem handelt es sich bei den durch private Unternehmen betriebenen Pachinko-Hallen und den Automaten auch nicht direkt um eine Form des Glücksspiels, da man nicht direkt Geld gewinnen kann, so dass die strikten Glücksspielregeln nicht zum Tragen kommen. Diese Ausnahme ist aber durchaus eine geplante, die auf kulturellen und historischen wie monetären Interessen beruht.

 

Pachinko Glücksspiel in Japan

Pachinko-Automaten in einer Spielhalle in Shuzenji Onsen.
Foto: © Susann Schuster, unsplash

 

Pachinko Automaten und wie sie funktionieren

Pachinko Automaten ähneln klassischerweise dem auch bei uns beliebtem Flipper, allerdings hat der Spieler weniger Kontrolle über den Fluss der eingegebenen Marken. Diese werden vor dem Spielen in der Pachinko-Halle gekauft, üblicherweise hunderte bis eintausend und in den Pachinko Automaten eingegeben.

Der Spieler kann dann mit einem Hebel bestimmen, wie viele und wann die Marken in den Automaten geschossen werden. Die meisten fallen als Nieten durch, einige wenige landen aber auch in den für sie vorgesehenen Speziallöchern. Das Landen in den Speziallöchern kann je nach Loch unterschiedliche Ergebnisse haben:

  • Gewinn neuer Marken/Kugeln
  • temporär neue Konfiguration des Labyrinths, durch welches die Kugeln fallen, meist mit höherer Chance, das Kugeln in Speziallöchern landen
  • Ausgabe von Gewinn in Form neuer Kugeln

In einem Pachinko kann man so nicht direkt Geld gewinnen, sondern lediglich mehr Marken oder Kugeln. Diese können allerdings im Anschluss gegen Sachpreise eingetauscht werden.

Ursprünglich waren Pachinko Maschinen mechanisch, heute gibt es sowohl mechanische als auch rein elektronische Pachinko Maschinen, deren Ablauf über Monitore dargestellt werden.

Die elektronischen Maschinen sind dabei natürlich von den Begrenzungen mechanischer Maschinen befreit und bieten ein anderes Spielgefühl.

 

Wie der Gewinn zu Geld wird

Obwohl das Pachinko Spiel so keine Geldgewinne zulässt, können die gewonnenen Kugeln im Anschluss eingetauscht werden. Neben Sachpreisen wie Feuerzeugen, Kugelschreibern und ähnlichem, die den Gegenwert von 10.000 Yen nicht übersteigen dürfen, gehören zu diesen Sachpreisen auch kleine Goldbarren im Wert von exakt 10.000 Yen. So wird der potentielle Gewinn am Ende über Umwege dann doch zu Gold, bzw. Geld, wenn man so will. Daher findet man in der Nähe von Pachinko-Hallen auch sehr oft Geschäfte oder Buden, die Gold ankaufen und verkaufen.

 

Pachinko und die Nordkorea Connection

Der Statistik zufolge werden rund 70% der Pachinko Spielhallen von Koreanern geführt, von denen sich wiederum um die 3.000 unter dem Einfluss einer Nordkorea nahe stehenden Vereinigung, der Ch’ongryŏn (kor., 總聯), befinden sollen. Schätzungen gehen davon aus, dass aus dem Pachinko Geschäft so ungefähr 1,2 Milliarden Euro pro Jahr als Devisen nach Nordkorea abfließen.

 

Casinos

Casinos sind in Japan bis zu einer Novelle des Glücksspielgesetzes im Jahr 2018 streng verboten gewesen. Nach der Novelle gab der japanische Staat insgesamt drei Lizenzen für den Betrieb von Casinos in Japan aus, um die ein internationales Bieterverfahren begann. Bislang hat allerdings noch keines dieser drei geplanten Casinos eröffnet.

 

Geplante Standorte und Besonderheiten

Die drei geplanten Casinos sollen in touristische Ressorts integriert werden. Die Standorte für die drei geplanten Casinos sind:

  • Tokyo
  • Yokohama
  • Osaka

Neben der Integrierung in eine Ressortstruktur bestehen noch weitere gesetzliche Auflagen bezüglich des Besuchs der Casinos für die lokal ansässige Bevölkerung. Zum einen muss eine Eintrittsgebühr von 6000 Yen gezahlt werden, zum anderen wird der Besuch des Casinos auf drei Mal die Woche und höchstens zehn Mal im Monat begrenzt. Diese Maßnahmen sollen vor allem präventiv vor Spielsucht schützen.

 

Andere Formen des legalen Glücksspiels in Japan

Neben Pachinko und den nun wohl in naher Zukunft entstehenden Casinos gibt es aber noch einige andere Möglichkeiten zum Glücksspiel in Japan.

 

Lotterie

Takarakuji, Lotterien, werden von den Präfekturen oder großen Städten das ganze Jahr über durchgeführt. Die Lotterien unterteilen sich dabei in drei Kategorien: Lotterien mit einzigartigen Nummern, Lotterien mit gewählten Nummern (wie Lotto) und Rubbellose.

Takarakuji Lose können an speziellen Takarakuji Ständen und in verschiedenen Läden erstanden werden. Lose für Lotterien mit gewählten Nummern können auch an manchen ATM Maschinen (Geldautomaten) gezogen werden.

 

Rennen

Neben Lotterien erlaubt das japanische Glücksspielgesetz auch Wetten auf unterschiedliche Formen von Rennen:

  • Pferderennen
  • Radrennen
  • Schnellboot Rennen
  • Motorrad Rennen (Asphalt).

Auch diese Form der Wetten sind streng gesetzlich reguliert. Wetten können sowohl auf der Rennbahn als auch in speziellen Wettbüros abgeschlossen werden.

 

Sportwetten

Für das Wetten auf Ergebnisse in populären Sportarten wie Baseball oder Fußball existiert in Japan ein ähnliches System wie das des deutschen Toto. Auch dieses ist selbstverständlich gesetzlich reguliert und wird streng überwacht.

 

 

 

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Titelfoto © Emile Guillemot, Unsplash

 

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