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Arten für Entschuldigung auf Japanisch

Wie sagt man Entschuldigung auf Japanisch? Eine Frage, die gar nicht so leicht zu beantworten ist, denn die Japaner kennen viele Arten, sich zu entschuldigen. Diese werden je nach Kontext und sozialer Situation eingesetzt. Sich dabei als Fremder zurechtzufinden, kann ganz schön schwierig sein, weshalb wir hier sieben Arten für Entschuldigung auf Japanisch vorstellen wollen.

Die sieben Entschuldigungsformen in Japan haben fast alle Unterformen, ganz informell bis höchst formell. Besonders die meist als formeller und höflicher geltende Vergangenheitsform ist höchst variabel, so dass es im Japanischen bis zu 23 Varianten für eine Entschuldigung gibt. Eine weitere Besonderheit in Japan: auch für Geschenke und andere Hilfen bedankt man sich meist mit einer passend erscheinenden Form der Entschuldigung. Diese nimmt in diesem Zusammenhang dann mehr die Bedeutung eines „das wäre doch nicht nötig gewesen“ an.

 

Wie entschuldigen sich Japaner?

Hintergrund für diese für uns schon fast als Wirrwarr zu bezeichnenden Arten auf Japanisch Entschuldigung zu sagen liegt in der stark durch Hierarchien und Höflichkeit geprägten japanischen Gesellschaft. Diese setzt einen sehr viel stärkeren Kollektivismus voraus, in der das Individuum generell weniger zählen soll, als die Gemeinschaft und in der gemeinsam ein harmonisches Zusammenleben umgesetzt werden soll.

Dazu gehört dann natürlich auch, das Gegenüber, den Anderen möglichst wenig durch das eigene Handeln zu stören und sich im Falle einer solchen Störung für diese zu entschuldigen. Gerade zu den formelleren und gegenüber in der Hierarchie Höherstehenden (z.B. dem Vorgesetzten im Büro) zu nutzenden Arten der Entschuldigung gehört oft zudem eine der Schwere der Entschuldigung angemessene Verbeugung. Das kann von einem knappen Nicken (Mokurei) bis hin zum tiefen Verbeugen um 45 Grad (Saikeirei) reichen, für eine aufrichtige und reuevolle Entschuldigung.

Ojigi – Verbeugen auf japanisch

 

Die verschiedenen Formen für Entschuldigung in Japan

 

Die 1. Form: Sumimasen (すみません)

Sumimasen ist die wohl am häufigsten gebrauchte Form der Entschuldigung im Alltag. Man nutzt sie ganz ähnlich wie das deutsche „Entschuldigen Sie bitte“. Also wenn man sich auf der Rolltreppe durchdrängelt, jemandem aus Versehen auf den Fuß tritt oder auch um einen Kellner herbeizurufen. Umgangssprachlich wird Sumimasen manchmal auch zu Suimasen oder – gerade in Manga und Anime – sogar zu Suman verkürzt. Bei der Verwendung dieser umgangssprachlichen Formen von Sumimasen sollte man aber Vorsicht walten lassen, da sie – z.B. einem Vorgesetzten gegenüber – schnell als unhöflich aufgefasst werden können.

Sumimasen & Arigato: Zwei große Pfeiler der japanischen Sprache

Die Unterform Sumimasen deshita (すみませんでした)

Das Hinzufügen des Wortes deshita setzt das Sumimasen in die Vergangenheitsform und ist eine deutlich höflichere Variante des einfachen Sumimasen, die gegenüber Vorgesetzten oder bei größeren Missgeschicken Anwendung findet. Frei übersetzt bedeutet Sumimasen deshita etwa „Ich entschuldige mich für das, was ich getan habe“.

 

Die 2. Form: Gomennasai (ごめんなさい)

Gomennasai, häufig auch einfach zu Gomen verkürzt sowie die etwas formellere Version Gomenkudasai sind Entschuldigungen für kleinere Fehler, die vor allem für den Gebrauch im engeren Bekannten und Familienkreis geeignet sind.

Gerade das kurze Gomen kommt hier häufig als alltäglicher Ausdruck zum Tragen. Übersetzt bedeutet Gomen „Vergebung“ und impliziert ein direktes Eingeständnis von Schuld. Für eine abgeschwächte, meist von Frauen und Mädchen genutzte Entschuldigung im Kreis von Bekannten und Familie existiert zusätzlich noch die Form Gomen-ne.

 

Die 3. Form: Shitsurei shimasu (失礼します、しつれいします)

Shitsurei shimasu kann man als „unhöflich“ übersetzen, wortwörtlich bedeutet es eher „Verlust von Respekt“. Im Alltag wird manchmal auch die verkürzte Fassung Shitsurei genutzt. Mit dieser Form der Entschuldigung drückt man in Japan die Bitte um Vergebung der eigenen Unhöflichkeit aus. Shitsurei shimasu wird so z.B. auch benutzt, wenn man ein fremdes Büro betritt oder das Sprechzimmer eines Arztes verlässt.

 

Die Unterformen Shitsurei shimashita (失礼しました) & Shitsurei itashimashita (失礼いたしました)

Beide Unterformen sind wie bei dem oben schon genannten Sumimasen deshita die als höflicher geltende Vergangenheitsform von Shitsurei shimasu. Dabei ist Shitsurei itashimashita noch einmal eine Steigerung der formellen Höflichkeit gegenüber der „einfachen“ Vergangenheitsform Shitsurei shimashita. Beide Unterformen sind insbesondere für die Nutzung in geschäftlichen Umgebungen angezeigt und geeignet.

 

Die 4. Form: Moushiwake arimasen (申し訳ありません、もうしわけありません)

Moushiwake arimasen bedeutet so viel wie „Es gibt keine Entschuldigung/Rechtfertigung“ und gilt als eine besonders formelle Form der Entschuldigung. Sie wird in der Regel insbesondere gegenüber gesellschaftlich höhergestellten Personen wie Vorgesetzten, Kunden oder Klienten angewandt. Statt arimasen kann auch gozaimasen ans Ende der Entschuldigungsformel gesetzt werden, wobei die Verwendung von gozaimasen als noch höflicher gilt.

 

Unterformen Moushiwake arimasen deshita (申し訳ありませんでした) & Moushiwake gozaimasen deshita (申し訳ございませんでした)

Auch für die besonders formelle und höfliche Entschuldigung Moushiwake animasen bzw. gozaimasen gibt es noch die Steigerung durch das Setzen in die Vergangenheitsform mit dem angehängten deshita. Diese schon sehr formelle Formeln finden Anwendung, wenn man z.B. auf der Arbeit wirklich grobe Fehler begangen hat. In der Regel werden diese beiden Unterformen zusätzlich von einer tiefen Verbeugung begleitet, um die Ernsthaftigkeit der gezeigten Reue noch einmal zu unterstreichen.

 

Die 5. Form: Makoto ni moushiwake gozaimasen deshita (誠に申し訳ございませんでした)

„Es gibt keine Ausrede für meine Fehler, ich bin gänzlich für dieses Verhängnis verantwortlich und entschuldige mich aufrichtig.“ - so würde man das sehr höfliche und nur für ernste Vergehen oder Fehler reservierte Makoto ni moushiwake gozaimasen deshita übersetzen. Dabei ist diese Formulierung nicht unbedingt höflicher, als die 4. Form, impliziert aber in der Regel eine größere Schuld bzw. Ernsthaftigkeit der Sache, für welche man sich entschuldigt. Im Alltag wird diese Form der Entschuldigung nur selten genutzt, eine Ausnahme besteht z.B. bei der Verspätung von Zügen, bei der die japanischen Bahnunternehmen sich bei den Fahrgästen gern mit dieser Formel entschuldigen.

Die 6. Form: Ojama shimasu (おじゃまします)

Ojama shimasu bedeutet wörtlich übersetzt „ich störe“. Diese Form der Entschuldigung wird angewendet, wenn man ein fremdes Haus betritt (u.U. auch durch Postboten), wenn man jemanden anspricht, der gerade beschäftigt ist oder wenn man eine Unterhaltung unterbricht. Vom Grad der Höflichkeit her ist Ojama shimasu eher als informell zu betrachten bzw. ist eher eine umgangssprachliche Wendung, die mitunter recht häufig genutzt wird.

 

Die 7. Form: Shikkei (失敬)

Diese siebte Form der Entschuldigung wird heutzutage nur noch selten genutzt, zumeist von älteren Männern oder bei kleinen Fehlern im beruflichen Umfeld, z.B. wenn man ein Wort falsch vorgelesen hat. Shikkei bedeutet ins Deutsche übersetzt so etwas wie Unhöflichkeit, Respektlosigkeit und ist eine eher informelle Form der Entschuldigung bei Kleinigkeiten, die gleichzeitig aber nicht zu familiär ist.

 

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