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Der Sommer in Japan: Vielseitig und gegensätzlich

Generell gelten die Sommer Japans als überwiegend sehr heiß und schwül, was auf die hohe Luftfeuchtigkeit in weiten Landesteilen zurückzuführen ist. Hinzu kommt die ausgeprägte Regenzeit von Mitte Juni bis Anfang Juli. Die starken Regenfälle bringen dann keine Abkühlung, sondern sorgen durch warmes Wasser von oben für zusätzliche Belastungen der Bewohner. Das bedeutet aber nicht, dass der Sommer in Japan nicht auszuhalten wäre. Das Klima unterscheidet sich schließlich je nach Region und wer genau hinschaut, findet während der heißen Monate die perfekten Urlaubsbedingungen in Japan. Viel lernen kann man dabei von den Japanern selbst, denn sie mussten sich schließlich schon mit diesen klimatischen Bedingungen herumschlagen, als es noch keine modernen Klimaanlagen gab, die heute das Leben sehr erleichtern.

In Okinawa ist das Klima anders als auf Hokkaido

Sandstrand und blaues Meer auf Okinawa im Sommer
Japan zur Sommerzeit ist nicht überall tropisch heiß. Während auf Okinawa am Strand Südsee-Feeling herrscht, bleiben die Sommer auf Hokkaido angenehm und weniger schwül. - Bild: © sunabesyou - Fotolia.com

Die japanischen Inseln erstrecken sich über eine sehr große Länge und decken somit unterschiedliche Klimazonen ab. Ein pauschales Urteil über den tropischen Sommer kann man somit nicht abgeben. Im Gegenteil, es gibt auch sehr gemäßigte japanische Klimazonen. Generell gilt der Süden als heißere Region, das ist in Europa schließlich auch so. Allerdings findet man im Süden im Gegensatz zu Europa subtropische Wetterbedingungen, die den Kreislauf schon auf eine harte Probe stellen können. In Okinawa ist das subtropische Klima am stärksten ausgeprägt und während des Sommers ist es dort sehr heiß. Stürme sind im Spätsommer keine Seltenheit. Ähnliches gilt für die Region Kyushu, wo das Wetter im Sommer ebenfalls sehr warm wird. Die Hitzeperioden halten in den Sommermonaten dort oft über lange Zeit an, ohne dass es sich merklich abkühlt, auch nachts nicht.

Ganz anders ist es in den nördlichen Regionen. Der Nordosten Japans und die Insel Hokkaido gelten als Ausnahme vom sehr heißen Klima und sind im Vergleich deutlich kühler. Frieren muss man dort im Sommer auch nicht, aber gemessen an den subtropischen Regionen lebt es sich dort während der heißen Jahreszeit oft besser. Das japanische Meer bietet (im Gegensatz zur heißen Pazifikküste) ebenfalls relativ gemäßigte Bedingungen mit angenehmen Sommertemperaturen. Allerdings kennt man hier wie im Voralpenland den berüchtigten Föhn, der wetterfühligen Menschen zusetzen kann. Man ahnt es schon: Die goldene Mitte findet sich in Japan während des Sommers im Zentrum des Landes. Das liegt an der relativ gebirgigen Struktur der japanischen Inseln, die über einige durchaus beeindruckende Höhenzüge verfügen. Im zentralen Hochland sind die Sommer entsprechend angenehm, aber trotzdem warm. Niederschläge gibt es hier eher selten. Diese Regionen zeichnen sich aber auf der anderen Seite durch vergleichsweise kalte Winter aus. Wem diese Klimasprünge zu viel sind, dem sei die Region Seto empfohlen, wo man ganzjährig ein angenehmes und gemäßigtes Klima vorfindet.

Wie bewältigen die Japaner den Sommer?

Kalte Somen Nudeln mit Dip und Frühlingszwiebeln
Somen bezeichnen dünne Weizennudeln, die kalt gegessen werden. Dazu reicht man meist einen Dipp auf Soja-Basis. Kalte Somen Nudeln sind ein beliebtes Sommer-Gericht in Japan. - Bild: © polkadot - Fotolia.com

Wir haben es einfach, wenn wir die Reiseplanung für Japan betrachten, denn es zwingt uns niemand, zu einer klimatisch ungünstigen Zeit zu verreisen. Aber was tun die Menschen in den Teilen Japans, die mit einem subtropischen Sommerwetter leben müssen? In der Zeit der Klimaanlagen scheint die Antwort einfach zu sein: Möglichst wenig Zeit im Freien verbringen und den Komfort gekühlter und entfeuchteter Luft in U-Bahnen, Einkaufszentren, Bürogebäuden und modernen Wohnungen genießen. Aber das ist im Alltag natürlich gar nicht so einfach. Außerdem lebten die Japaner schon vor Erfindung der Klimaanlage mit diesem Wetter und kamen immer gut damit zurecht. Sehr wichtig sind dabei Strategien, die eigentlich selbstverständlich sind, aber gerade von Touristen oft vergessen werden. So ist das Mitführen von Insektenspray und Mückenstichprodukten besonders in den südlichen Landesteilen sehr zu empfehlen. Lässt man die Fenster abends offen, hat man ansonsten sehr schnell ungebetenen Besuch im Zimmer. Auch wenn die Regenzeit darüber hinwegtäuscht, ist die Sonneneinstrahlung in Japan zu keiner Jahreszeit zu unterschätzen. Cremes mit ausreichendem Lichtschutzfaktor sind für Japaner daher ebenso selbstverständlich wie Kleidung, die vor Sonnenlicht schützt. Schirme wurden in Japan nicht ohne Grund vor allem als Sonnenschutz erfunden. Was in der Sommerzeit in Japan überall auffällt, ist die allgegenwärtige Wasserflasche. Durch die schwüle Witterung schwitzt man stärker und muss darauf achten, den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen.

Bekleidungstricks der Japaner im Sommer

Salarymen und Business Dame auf der Straße im Sommer
Der strenge Dresscode für Salarymen und Business-Frauen in Japan wird im Sommer etwas gelockert. So dürfen Geschäftsmänner beispielsweise ohne Jacket zum Termin erscheinen. - Bild: © paprikaworks - Fotolia.com

Trotz des warmen Wetters kann man viele Japaner beobachten, die Halstücher oder sogar dünne Jacken mitführen. Das hat keine modischen Gründe, sondern beugt Erkältungen vor, die durch den Wechsel zwischen warmer Außenluft und klimatisierten Zonen in Gebäuden, Bahnen, Einkaufzentren und Flughäfen drohen. Besonders beliebt sind zudem Schweißhandtücher, Erfrischungssprays und Erfrischungstücher, die neben der kühlenden Wirkung oft auch mit einem angenehm duftenden Deo versehen sind. Japaner bevorzugen im Sommer eher lange Kleidung, um sich vor der Sonneneinstrahlung zu schützen und die gekühlten Räume besser zu verkraften. Außerdem schreiben die meisten Firmen ihren Mitarbeitern ohnehin einen bestimmten Dresscode vor. Dieser wird im Sommer jedoch nicht so streng gehandhabt, um den Belastungen der Mitarbeiter Rechnung zu tragen.

Die ansonsten besonders strengen Bekleidungsvorschriften für Verkäufer und Vertreter im Kundenkontakt werden dann schon mal gelockert und so dürfen beispielsweise Geschäftsmänner ohne Jackett zum Termin erscheinen. In kurzen Hosen und im T-Shirt würde man einen solchen Mitarbeiter aber wohl nie sehen. Gut für Touristen ist, dass Japaner sich im Sommer eher seltener am Strand blicken lassen, weil es einfach zu heiß ist. Das sieht im Frühjahr ganz anders aus. Doch auch als Urlauber sollte man es mit dem Wassersport in der Sonne nicht übertreiben und Aktivitäten eher nach drinnen verlagern oder lieber die laue Abendluft im Freien genießen. Langweilig wird es im Sommer Japans eigentlich nie, denn die vielen Indoor-Aktivitäten und Sportzentren lassen sich bei jedem Wetter bei angenehmer Raumtemperatur nutzen. Abgesehen davon ist der Sommer die Jahreszeit, in der die meisten Feste in Japan abgehalten werden.

Aal mit Unagi Soße auf Reis, dazu Miso-Suppe
Am Tag des Ochsen, dem 29. Juli, wird in Japan traditionell Aal gegessen. Der Fisch soll bei großer Sommerhitze Wunder wirken. - Bild: © runin - Fotolia.com

Übrigens haben wir die 10 wichtigsten japanischen Vokabeln für den Sommer zusammengestellt und erklären auch, warum an einem bestimmten Sommertag überall in Japan Aal gegessen wird. Weitere interessante Blogbeiträge zur japanischen Kultur finden Sie in unserem Blog!

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