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Corona-Impfungen in Japan: Langsamer Start & große Erwartungen

Die Tokioer Tageszeitung Mainichi Shimbun und das Social Survey Research Center führen regelmäßig Umfragen über aktuelle politische Themen durch. Die Umfragen werden in Textform auf Mobiltelefonen sowie durch aufgezeichnete Umfragen bei Anrufen ins japanische Festnetz durchgeführt. Es gab 729 gültige Handy-Antworten und 313 gültige Festnetz-Antworten bei der letzten Umfrage Mitte Februar 2021.

Am 13. Februar 2021 hatten genau 81 Prozent der befragten Teilnehmer angegeben, dass sie große Hoffnungen auf einen Coronavirus-Impfstoff haben. Lediglich 19 Prozent haben keine großen Erwartungen an den Impfstoff.  Gegenüber dem letzten Monat ist die optimistische Haltung der Japaner gegenüber einem Impfstoff um 9 Prozentpunkte gestiegen.

Am 16. Januar 2021 wurde die erste Umfrage zum Thema Corona-Impfstoff in Japan durchgeführt. Damals hatten 72 Prozent der Teilnehmer hohe Erwartungen an den Impfstoff, während 28% der Befragten den Impfstoff eher negativ bewertet haben.

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Die Impfbereitschaft in Februar 2021 in Japan

Zur Impfbereitschaft gaben 39 Prozent an, dass sie sich sofort impfen lassen würden, wenn die Bedingungen erfüllt sind. 52 Prozent der Teilnehmer entschieden sich ohne Eile abzuwarten, während 6 Prozent gar nicht geimpft werden möchten. Die restlichen 3 Prozent hatten keine Meinung zu dem Thema.

Zwar steigen die Hoffnungen auf den Impfstoff in der japanischen Bevölkerung, dennoch möchten sich viele Menschen nicht als erstes impfen lassen. Es wurde ebenfalls gefragt, ob die Befragten glauben, dass die Japaner durch die Impfung zu ihrem Leben vor der Pandemie zurückkehren können. Lediglich 39 Prozent gehen von der Rückkehr zum alten Leben aus. Rund 60 Prozent denken, dass sich auch mit Impfung kein normales Leben einstellen wird.

Zustimmung der Regierung wächst

Die Zustimmungsrate für das Kabinett von Premierminister Yoshihide Suga betrug in der aktuellen Umfrage 38%. Gegenüber der Januarumfrage stieg die Zufriedenheit mit der japanischen Regierung um 5 Prozentpunkte. Die Missbilligungsrate ist um 6 Prozent gefallen.  

Obwohl die Zustimmungsrate des Suga-Kabinetts von 64 Prozent beim Start der Regierung im vergangenen September stark gesunken war, stieg sie in der letzten Umfrage zum ersten Mal wieder. Auf die Frage, wie sie die Coronavirus-Gegenmaßnahmen der Suga-Regierung bewerten, gaben 23 Prozent der Befragten an, sie zu befürworten.

Gegenüber dem Vormonat ist das ein Plus um 8 Prozent. 55 Prozent haben die Maßnahmen der Regierung abgelehnt. In der vorherigen Umfrage waren es noch 66 Prozent. 25 Prozent der Teilnehmer hatten keine Meinung zu dem Thema. Der Anteil stieg um 7 Prozent.

Lockdown Verlängerung in Japan?

Bis zum 7. März 2021 wurde der Ausnahmezustand in Tokio und neun anderen Präfekturen verlängert. 47 Prozent gaben an, dass der Lockdown bis zu diesem Datum gelten sollte. 22 Prozent der Teilnehmer waren für eine Verlängerung über den 7. März hinaus.

Diskussionen um Olympia 2021 in Tokio

Die Feierlichkeiten zu den 6 Monaten vor der Olympiade sind in diesem Jahr ausgefallen. Die Teilnehmer wurden ebenfalls zu dem Organisationskomitee der Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokio befragt. Der Präsident Yoshiro Mori musste wegen seiner sexistischen Äußerungen zurücktreten. 69 Prozent halten den Rücktritt für die logische Konsequenz. 21 Prozent sprachen sich dagegen aus. 10 Prozent gaben keine Meinung dazu Preis. In der Umfrage waren mehr Frauen (74 Prozent) als Männer (66 Prozent) für den Rücktritt.  

Mori ist 83 Jahre alt. Anfang Februar hatte er in einer Sitzung des Komitees gemeint, das Diskussionen mit Frauen länger dauern würden, weil die konkurrierenden Frauen alle sprechen wollen. Das hatte für Diskussionen gesorgt. Politiker wie Sponsoren übten Druck auf das olympische Komitee aus und Mori hat letztendlich den Posten aufgegeben.

Impfstart in Japan am spätesten

Im Vergleich zu anderen Industrieländern startet Japan erst sehr spät mit den Impfungen. Zum einen ist das Land von ausländischen Herstellern abhängig. Zum anderen ist das landeseigene Prozedere für die Impfstoffzulassung sehr langwierig. Am 14. Februar hat der Pfizer-Biontech-Impfstoff eine formale Zulassung erhalten.

Die ersten Impfungen in Japan sind am 17. Februar für 20.000 Menschen aus dem Gesundheitswesen geplant. Sie hatten der Impfung zugestimmt. Es werden dann ungefähr einen Monat lang Nebenwirkungen beobachtet. Mitte März sollen weitere 3,7 Millionen Menschen aus dem Bereich des medizinischen Personals geimpft werden. Im April 2020 folgen dann 36 Millionen Menschen über 65 Jahren.

Japan hat gute 126 Millionen Einwohner. Für deren Impfung wurden 157 Millionen Impfdosen gesichert. Allerdings wurde bereits bekannt, dass es nicht genug Spritzen für die Injektionen gibt. Dadurch könnte ein Teil Impfstoffes unbrauchbar werden.

Insgesamt hat sich das Land mit 126 Millionen Einwohnern Impfungen für 157 Millionen Menschen gesichert, durch die fehlenden Spritzen könnte sich dies aber reduzieren.

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