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Raijin und Fujin - Japans Wettergötter

Raijin (雷神), der japanische Donnergott, und Fujin (風神)der Gott des Windes sind die beiden wichtigsten Wettergötter Japans. Die beiden Brüder sind höchstwahrscheinlich den meisten Japanreisenden in einem der vielen Tempeln begegnet. Die beiden Wettergötter sind aufgrund Japans verheerender Geschichte von Taifunen und Stürmen gefürchtete, aber auch respektierte Kami (神).

Der japanische Wettergott Raijin, Herrscher über Donner, Blitz und Sturm und sein Bruder Fujin, der Gott des Windes sind im japanischen Shintoismus äußerst gefürchtet. Die beiden Wettergötter gelten als furchterregende Störenfriede, spielen aber auch eine wichtige Rolle in Natur und Gesellschaft. Beide Götter sind oft als Paar dargestellt. Wie so oft in der Japanischen Mythologie, besteht auch bei den Wettergöttern ein schmaler Grat zwischen „guten“ und „bösen“ Gottheiten.

 

japanische Wettergötter Raijin und Fujin

Paravent mit Raijin (links) und Fūjin (rechts) von Tawaraya Sōtatsu aus dem 17. Jahrhundert
Foto © 俵屋宗達 (Tawaraya Sotatsu) (1570-1643) - From Ninna-ji temple, Kyoto. Japan Times, Public Domain

 

Raijin – Der Donnergott

Raijin, auch bekannt als Kaminari-sama (雷様) oder Raiden-sama (雷電樣), ist eine der am meisten gefürchteten Gottheiten der japanischen Kultur. In Japan warnen Erwachsene Kinder oft, dass sie ihren Bauchnabel bedecken sollen, wenn sich ein Sturm nähert, weil Raijin ihn essen könnte.

Donnergott Raijin Japan

Darstellung des Donnergottes Raijin auf einem historischen Paravent von Ogata Kōrin, Edo-Zeit , um 1700.
Foto © Ogata Kōrin - Emuseum, Public Domain

Der Donnergott wird oft mit einem Gesichtsausdruck voller gewalttätiger Kraft und brutaler Aggression dargestellt. Wie der nordische Gott Thor ist er mit Hämmern bewaffnet, mit denen er auf Trommeln klopft, um den Klang des Donners zu erzeugen.

Meistens wird der Donnergott Raijin mit nur drei Fingern an jeder Hand abgebildet. Je ein Finger repräsentiert die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Um seinen dämonischen Charakter zu unterstreichen, wird er oft mit roter Haut dargestellt.

Raijin, japanischer Gott des Donners

Ein japanischer Feuerwehrmantel mit Motiven, die Raijin, den Gott des Donners, darstellen aus der Edo-Zeit, 19. Jahrhundert
Foto © ColBase: 国立博物館所蔵品統合検索システム (Integrated Collections Database of the National Museums, Japan), CC BY 4.0

In der Trockenzeit beten die gläubigen Bauern zu Raijin um Regen und Donner. Blitze sollen der japanischen Mythologie zufolge den Reis düngen und für eine gute Ernte sorgen.

 

Fujin – der japanische Gott des Windes

Fujin, auch Futen (風天) genannt, ist der japanische Gott des Windes. Er wird oft mit einem großen Sack dargestellt, der die mächtigen Winde enthält. Fujin trägt ein Leopardenfell, hat unordentliches Haar und ein zerzaustes, grünes Aussehen, verursacht durch die mächtigen Böen und Stürme.

Fujin Gott des Windes

Fūjin Statue mit der charakteristischen grünen Haut in Taiyū-in Reibyō, Nikkō, Japan.
Foto © By Fg2., Public Domain, Wikimedia

Im Gegensatz zu Raijin hat Fujin vier Finger an jeder Hand. Jeder von ihnen repräsentiert die 4 Punkte: Norden, Süden, Osten und Westen.

Dieser Gott ist besonders wichtig für die Japaner, die ihn vor allem wegen der von ihm verursachten Taifune fürchten. Aber Fujin ist nicht nur ein bedrohlicher Gott, er wird vom japanischen Volk durchaus auch als Retter oder Beschützer angesehen.

In den Jahren 1274 und 1281 schützte er der Legende nach Japan vor mongolischen Invasionen. Tatsächlich wurde die Flotte des größten Imperiums der Weltgeschichte zweimal von Stürmen auf See heimgesucht, als sie versuchte, japanischen Boden zu betreten. Daraufhin verloren die Mongolen den Kampf gegen die japanischen Verteidiger.

Diese göttliche Intervention wird von den Einheimischen „Kamikaze“ (神風), der göttliche Wind, genannt. Die bekannte japanische Luftangriffstaktik mit Selbstmordanschlägen der japanischen Spezialeinheiten während des Zweiten Weltkriegs wurde danach benannt. Der Begriff Kamikaze wird bis heute für ähnliche Ereignisse benutzt.

 

Ursprung der Windgötter entlang der Seidenstraße

Die Ikonographie des Windgottes Fujin hat ihren Ursprung im kulturellen Austausch entlang der Seidenstraße. 

Windgötter der Seidenstrasse

Ikonografische Entwicklung des Windgottes: Links: Griechischer Windgott Hadda, 2. Jahrhundertm Mitte: Windgott aus Kizil , Tarim-Becken , 7. Jahrhundert, Rechts: Japanischer Windgott Fujin, 17. Jahrhundert.
Foto © Public Domain, wikimedia

Beginnend mit der hellenistischen Zeit, als Griechenland Teile Zentralasiens und Indiens besetzte, wurde der griechische Windgott Boreas zum Gott Oado in der baktrischen griechisch-buddhistischen Kunst. Danach wurde Oado zu einer Windgottheit in China (Fresken im Tarim-Becken) und schließlich zum japanischen Wind Gott Fujin. Der Windgott behielt während dieser gesamten Entwicklung seine Darstellung mit dem Windsack und seinem zerzausten Aussehen.

 

Die Wettergötter Japans als Beschützer und Wächter

Obwohl sie wegen ihres Temperaments gefürchtet sind, werden beide Götter auch als Beschützer angesehen. Deshalb sind sie die Wächter vieler Kultstätten in Japan. Trotz ihrer Rivalität um die Kontrolle über den Himmel werden Raijin und Fujin in der traditionellen japanischen Kunst oft gemeinsam dargestellt.

Sensoji-Tempel Tokio mit Wettergöttern

Die südliche Seite des Kaminari-mon mit den beiden Wettergott-Statuen
Foto © kongwiz, pixabay

Das bekannteste Beispiel ist der Sensoji-Tempel (浅草寺) im Tokioter Stadtteil Asakusa. Die beiden gigantischen Statuen bewachen den ältesten Tempel der japanischen Hauptstadt vor dem berühmten Kaminarimon (Donnertor).

 

Göttliche Verwandtschaften

Die beiden Wettergötter Raijin und Fujin haben in der japanischen Mythologie viele Geschwister: Kagutsuchi (der Gott des Feuers), Susanoo (der Gott des Meeres und der Stürme), Tsukuyomi (Gott des Mondes) und Amaterasu (die Göttin des Mondes). Sonne). Raijin hat auch einen Sohn namens Raitaro.

 

 

 

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Titelfoto © By Ismoon CC BY-SA 4.0, wikimedia

 

 

 

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