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Japanische Schreine - Unterstützung von den Göttern durch Glücksbringer

Die japanische Kultur ist im Gegensatz zu unserer europäischen tief geprägt von zwei ganz unterschiedlichen Religionen: Dem Buddhismus und dem ursprünglich in Japan verbreiteten Shinto-Glauben, der bis heute von vielen Japanern stolz praktiziert wird. Im Gegensatz zu den in China verbreiteten Formen der Ahnenverehrung, ist Shinto eine eher dem Animismus ähnliche Religion, in der Naturgötter und Geister verehrt werden, die Wälder, Seen, Flüsse und Berge beleben. Aber auch vermeintlich unbelebte Alltagsgegenstände können einen Shintogott beherbergen.

Japanischer Glücksbringer an einer Handyhülle
Japaner tragen ihre Omamori meistens mit sich, zum Beispiel an einer Tasche oder in der Handyhülle. - Bild: © aduchinootonosama - Fotolia.com

So ist der berühmte Vulkan Fuji ein Ort, der als von einem mächtigen Gott bewohnt angesehen und natürlich verehrt wird. Ausgeübt wird der Shinto-Glaube in Schreinen und an besonders eindrucksvollen Orten. Dies können Berge wie der Fuji sein aber auch besonders große Bäume. Um sich einen der Naturgeister für Glück oder Schutz gewogen zu machen oder allgemein die Götter um Schutz und Unterstützung zu bitten, kann man in Shinto Schreinen und an buddhistischen Tempeln so genannte Omamori kaufen. Diese japanischen Glücksbringer erfreuen sich neuerdings auch außerhalb des religiösen Bezuges wieder einer gesteigerten Beliebtheit als schickes Accessoire. Manche Schreine haben sich daher besondere Designs einfallen lassen und so haben ihre ungewöhnlichen Omamori in ganz Japan Popularität erlangt. Aber seien wir ehrlich: Ob klassisches Design oder ausgefallene Formen – ein bisschen Schutz und Glück haben noch niemandem geschadet.

Talismane – Aberglauben und Popkultur

Verschiedene Hello Kitty Omamori in der Auslage am Schrein
Neben klassischen Omamori bieten manche Schreine auch Glücksbringer mit Hello Kitty oder anderen populären Motiven an. - Bild: © かずっち - photozou.jp - Lizenz: CC-BY-NC-ND

Natürlich sind Talismane Glaubenssache – egal ob es sich dabei um die japanischen Omamori oder die bei uns früher verbreiteten Hasenpfoten handelt. Bewiesen ist eine Wirkung natürlich nicht, auf der anderen Seite ist diese Form von Aberglaube immer noch weiter verbreitet, als man denkt. Der eine hat seinen Glückspfennig, der andere glaubt an den Beistand von Heiligenbildern, die Japaner haben ihre Omamori. Und im Gegensatz zu einigen anderen Amuletten oder Talismanen sehen die kleinen japanischen Glücksbringer wirklich hübsch aus und können an der Handtasche oder anderen Objekten befestigt werden.

Diese Tradition und die fortschreitende Beliebtheit von Omamori als individuelles Accessoire hat dazu geführt, dass in Japan auch den Omamori ähnliche Produkte mit Abbildungen aus Animes und der internationalen Popkultur im Handel sind und sich gerade bei jungen Leuten großer Beliebtheit erfreuen. Glück oder Schutz bieten diese „nachgemachten“ Omamori aber natürlich nicht. Diese Eigenschaften werden offiziell nur den in den Shinto Schreinen hergestellten und verkauften Omamori zugeschrieben. Doch auch an ein paar Tempeln und Schreinen haben mittlerweile Rilakkuma, Hello Kitty und allerhand weitere Figuren Einzug gehalten.

Omamori Designs – japanische Glücksbringer klassisch bis niedlich

Omamori für Kinder am Todaiji-Tempel
Für fast alle Anlässe gibt es in Japan Talismane, die man an Schreinen und Tempeln kaufen kann. Auch für Kinder gibt es Glücksbringer. - Bild: © Wally Gobetz - Flickr.com - Lizenz: CC-BY-NC-ND

Ein klassischer Omamori ähnelt ein bisschen einem kleinen, zugenähten Beutel, in dem sich ein Papier- oder Holzstück befinden, auf das Gebete geschrieben sind, die dem Träger Glück und Schutz geben sollen. Dieses „Innere“ des Talismans wird dabei meist von bestickter Seide ummantelt. Die Japaner tragen ihre Omamori an Taschen, hängen sie an ihre Handys oder an die Rückspiegel im Auto. Dabei sehen nicht alle Omamori aus wie die japanischen Standard Glücksbringer. In den letzten Jahren haben manche Schreine neue, unverwechselbare Designs für ihre Omamori erstellt, die die Talismane zu beliebten regionalen Mitbringseln machen.

So begann der Fujisan Komitake Schrein in Fujiyoshida (Präfektur Yamanashi) im Jahr 2014, nach der offiziellen Aufnahme des Vulkans in das Weltnaturerbe, Omamori in Form des Berges anzubieten. Diese Fuji Omamori gibt es nur an diesem Schrein am Fuji, daher sind sie beliebte Souvenirs von Ausflügen in diese Region. Die Farbgebung – Blau oder Rot mit dem Weiß, das für den schneebedeckten Gipfel steht – spielt mit den Kleidungsnormen der Shinto Priester und Mikos (Schreindienerinnen), die weiß-blaue, bzw. weiß-rote Kimonos tragen. So verbindet der Fuji Omamori vom Fujisan Komitake Schrein den heiligen japanischen Berg mit dem Aussehen der Gottes-Diener in Shinto-Tempeln.

Der berühmte Hasedera Tempel in Kamakura in der Präfektur Kanagawa hingegen produziert niedliche Glücksbringer in Form von Erdbeeren oder Marienkäfern, die besonders bei Kindern und jungen Frauen beliebt sind. Die Erdbeer-Omamori tragen die Bedeutung „Mögen sich deine Herzenswünsche erfüllen“, die Marienkäfer sollen den Träger auf Reisen und unterwegs beschützen, begünstigen aber auch akademische Erfolge.

Kitsune und mehr: Alles außer gewöhnlich

Maneki Neko Omamori am Schrein kaufen
Japanische Glücksbringer müssen nicht immer die Form von kleinen Säckchen haben. Auch Maneki Neko, Füchse oder der berg Fuji sind denkbar. - Bild: © ぴこ - Fotolia.com

Andere japanische Schreine stellen Omamori in Form des in Japan beliebten Motivs des Kitsune (Fuchs) her. Solche Kitsune Omamori bekommt man zum Beispiel am Hikan Inari Schrein in Asakusa, Tokyo. Meist werden diese am Portemonnaie getragen, denn die Füchse beschützen das eigene Geld. Auch von der klassischen Form gänzlich abweichende Formen gibt es mittlerweile zu kaufen. So bietet der Kawagoe Hikawa Schrein in der Präfektur Saitama Talismane in Form von einem süßen Kirschblüten Anhänger an. Dieser Schrein ist berühmt für seine göttliche Unterstützung für eine Heirat und eheliches Glück. Die süßen Sakura Omamori in den verschiedenen Farben tragen also den Wunsch in sich, dass „diese geliebte Beziehung in derselben Schönheit erblühen möge wie die Kirschblüten im Frühling“.

Wer eine Reise in die Präfektur Fukuoka plant und etwas göttliche Unterstützung für eine Heirat und eine glückliche Beziehung gebrauchen kann, sollte den Houmangu Kamado Schrein in Dazaifu besuchen. Dort gibt es einen sehr ungewöhnlichen japanischen Glücksbringer, dessen Form einigen Fans der japanischen Manga- und Anime-Kultur bestens bekannt sein dürfte. Es handelt sich bei dem Talisman um ein rotes Band, das ums Handgelenk getragen wird und an dem ein kleiner silberner Schmuckanhänger befestigt ist. So erinnert der Glücksbringer an den roten Schicksalsfaden, der – nach dem japanischen Glauben – zwei Menschen für immer miteinander verbindet.

Glücksbringer für Liebe und Partnerschaft an einem japanischen Schrein
Verschiedene Schreine sind für eine bestimmte Art Glücksbringer berühmt, weil die Talismane angeblich besonders wirkungsvoll sind. Hier viele verschiedene Omamori für Liebesbeziehungen. - Bild: © ghostinkishou - Flickr.com - Lizenz: CC-BY-SA

In ganz Japan gibt es verschiedene Schreine und Tempel, die als Power Spots gelten – also als Orte, an denen der göttliche Beistand besonders groß und die Amulette daher als besonders wirkungsvoll angesehen werden. Einige Schreine sind so berühmt, dass Touristen und Einheimische gleichermaßen zu ihnen pilgern, um Glücksbringer zu kaufen. Daher lohnt es sich, vor einer Japanreise genau zu schauen, welche Schreine populär sind für ihre Talismane für glückliche Beziehungen, gute Gesundheit, finanziellen oder schulischen Erfolg, persönliches Glück oder Sicherheit auf Reisen. Auch für ausgefallene Wünsche wie schöne Beine und schöne Haut, technische Hilfe bei IT-Problemen oder eine sichere Heimkehr (letzterer Omamori hat einen kleinen Oktopus auf der Vorderseite, da er vom Jojuin Tempel in Meguro, Tokyo, stammt) gibt es japanische Glücksbringer.

Schickes Accessoire und tolles Urlaubsmitbringsel

Omamori in Form einer japanischen Prinzessin
Neben klassischen Formen gibt es mittlerweile auch viele andere Formen von japanischen Talimanen. Entdecken Sie sie doch einfach auf einer Japanreise! - Bild: © どらどら - photozou.jp - Lizenz: CC-BY-NC

Wer nach Japan fährt, darf sich sowieso den Besuch in mindestens einem Shinto Schrein nicht entgehen lassen. Das gehört zu einer Japan Reise wie Sushi und Sake. Da bietet es sich an, vor Ort ein Omamori zu erstehen (oder mehrere, wieso nicht). Ganz egal, ob man nun daran glaubt, dass diese Talismane Glück und Schutz versprechen oder nicht, sie sind in jedem Fall ein tolles Accessoire oder Mitbringsel. Omamori werden auch in Japan gerne an Freunde und Familie verschenkt, um die Glückwünsche zum Geburtstag oder einem anderen feierlichen Anlass auch dinglich zu überreichen. Wer es nicht nach Japan schafft, für den haben wir das eine oder andere Accessoire, das als Glücksbringer dienen kann und auch direkt aus Japan kommt. Auch Daruma helfen bei vielen großen und kleinen Wünschen. Unsere Omamori Duftkissen Anhänger sind sogar den echten Omamori nachempfunden. Denn ein bisschen Glück und Schutz können doch nicht schaden, oder?

In unserem Japanwelt Blog finden Sie übrigens noch viele weitere Themen zur japanischen Kultur und Lebensart. Schauen Sie doch gleich mal rein!

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