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Okinawa - Japans tropisches Paradies

Lernen Sie im zweiten Teil unserer Okinawa-Reihe die Kultur der japanischen Tropen-Insel und das Leben auf Okinawa kennen, bevor es im nächsten Teil ein Rezept aus Okinawa gibt! Für Ausländer besteht meist kein großer Unterschied zwischen den einzelnen japanischen Inseln. Doch die Präfektur Okinawa ist in vielerlei Hinsicht etwas ganz Besonderes. Die Hauptinsel Okinawa Honto ist mit einer Fläche von gut 1200 km² die größte der sogenannten Ryukyu-Inseln und ist normalerweise gemeint, wenn von Okinawa die Rede ist. Die Hauptstadt der Präfektur Okinawa heißt Naha, von wo aus die Bevölkerung der Insel regiert wird. Rund 1,23 Millionen Einwohner zählt das Tropenparadies im Pazifik, wovon ein guter Teil auf dort stationierte US-Soldaten und deren Familien entfallen. Insgesamt ist die Beziehung zwischen US-Militär und Bevölkerung gespalten. Zum einen profitiert Okinawa in gewaltiger Weise von den wirtschaftlichen Vorteilen, die das Militär mit seinen Versorgungsbedürfnissen den örtlichen Gewerbetreibenden verschafft. Auch viele zivile Arbeitsplätze werden vom US-Militär bereitgestellt, ein wichtiger Aspekt für eine Insel, die vor allem von der Landwirtschaft lebt und für junge Menschen kaum Berufsperspektiven bietet.

Das U.S.-Militär zeigt auf Okinawa noch immer eine hohe Präsenz. Viele Militärbasen wurden nach dem zweiten Weltkrieg eingerichtet, die Japaner haben sich mittlerweile zum Großteil mit den Militärbasen arrangiert.
Das U.S.-Militär zeigt auf Okinawa noch immer eine hohe Präsenz. Viele Militärbasen wurden nach dem zweiten Weltkrieg eingerichtet, die Japaner haben sich mittlerweile zum Großteil mit den Militärbasen arrangiert. - Bild: © sharaku216 - fotolia.com

Auf der anderen Seite sind viele Bewohner Okinawas jedoch unzufrieden mit der ausländischen Präsenz. Entsprechend gespalten ist auch die politische Lage, wie man bei Gouverneurswahlen immer wieder feststellen kann. Die Präsenz der amerikanischen Soldaten geht auf den Zweiten Weltkrieg zurück, wo die für beide Seiten verlustreiche Schlacht um Okinawa Ausgangspunkt für die Schaffung von Militärbasen waren, die bis heute fortbestehen. Obwohl viele Japaner ausländischer Militärpräsenz eigentlich kritisch gegenüberstehen, hat sich dies in den letzten Jahren durch die aktuellen Entwicklungen im Verhältnis zu China und Nordkorea wieder relativiert. In schlechten Zeiten ist man für den Schutz durch die US-Truppen durchaus dankbar.

Die Natur auf Okinawa unterscheidet sich vom Rest Japans

Die Flora und Fauna von Okinawa ist in ganz Japan einzigartig. Einige Arten kommen ausschließlich hier vor. Kein Wunder, dass die Inselgruppe auch manchmal das 'Galapagos Japans' genannt wird.
Die Flora und Fauna von Okinawa ist in ganz Japan einzigartig. Einige Arten kommen ausschließlich hier vor. Kein Wunder, dass die Inselgruppe auch manchmal das 'Galapagos Japans' genannt wird. - Bild: © yuuta - fotolia.com

Es gibt viele Aspekte, die das Leben auf Okinawa sehr vom Rest des Landes unterscheiden. Das liegt zum Teil am subtropischen Okinawa Klima und der einzigartigen Flora und Fauna. Kaum irgendwo sonst gibt es so viele exotische Tiere und Pflanzen in Japan. Im Winter wird es selten kälter als 16 °C, während es im Sommer im Schnitt warme 31°C sind, wobei die Luftfeuchtigkeit sehr hoch ist und dadurch die Hitze oft unangenehm wird. Rund die Hälfte aller Tage im Jahr sind Regentage und heftige Taifune suchen das Land regelmäßig im Herbst heim. Botaniker und Zoologen finden in den Gewässern und auf der Insel Okinawa Honto eine so große Vielfalt an nur dort vorkommenden Arten, dass die Region oft auch als das Galapagos Japans bezeichnet wird.

Beispielsweise dient der Okinawa-Specht (Sapheopipo noguchii) als Symbol der Präfektur. Eine relativ große Bekanntheit erlangten auch die Dugongs, eine sehr seltene (und gefährdete) Art von Seekühen, die nur in den Gewässern um Okinawa Honto zu finden ist. Sie soll angeblich der Ursprung der Legende von Seejungfrauen in Japan sein, da sie von den Seeleuten aus der Ferne oft mit weiblichen Körpern verwechselt wurden. Es gibt häufig Konflikte zwischen Umwelt- und Naturschützern und der Regierung, wenn es um den Schutz bedrohter Arten geht. Sehr im Fokus liegen dabei oft die Militärbasen auf Okinawa. Allerdings hat die US-Militärpräsenz durchaus auch positive Auswirkungen auf die Natur, denn in den vom Menschen weitgehend unberührten Sperrgebieten gedeihen Tiere und Pflanzen vollkommen ungestört, die Gebiete bieten auch seltenen Arten ein sicheres Zuhause. Ein Phänomen, das man auch von Truppenübungsplätzen in Deutschland kennt.

Das Leben auf Okinawa ist anders

Japan ist eines der Länder mit dem höchsten Altersdurchschnitt weltweit. Besonders die Zahl der Über-Hundertjährigen ist beeindruckend hoch, vor allem auf Okinawa. Grund dafür ist beispielsweise die Lebensweise der Menschen auf Okinawa.
Japan ist eines der Länder mit dem höchsten Altersdurchschnitt weltweit. Besonders die Zahl der Über-Hundertjährigen ist beeindruckend hoch, vor allem auf Okinawa. Grund dafür ist beispielsweise die Lebensweise der Menschen auf Okinawa. - Bild: © naka - fotolia.com

Legendär ist Okinawa für das hohe durchschnittliche Lebensalter der Bevölkerung. Dreistellige Lebensalter sind in manchen Regionen der Insel absolut keine Ausnahme und die alten Menschen sind dabei oft noch bis zuletzt körperlich und geistig sehr aktiv. Zum Thema "Altern in Japan" und speziell auf Okinawa haben wir bereits einen Artikel im Rahmen unserer dreiteiligen Okinawa-Reihe veröffentlicht. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass die bislang ältesten Knochenfunde des Homo sapiens in Ostasien auf Okinawa gemacht wurden. Viele Wissenschaftler sehen die besondere Lebensweise auf Okinawa als einen Grund für das hohe Lebensalter vieler Bewohner an. Doch auch Kultur, Sprache und Geschichte unterscheiden sich vom Rest Japans. Dazu muss man wissen, dass Okinawa lange Zeit als eigenständiges Ryukyu-Königreich existierte. Seine Unabhängigkeit büßte das kleine Land im Jahre 1609 ein, als es vom Shimazu-Clan unterworfen wurde. Dennoch bestand das Königreich Ryukyu bis zur offiziellen Eingliederung in das japanische Kaiserreich im Jahre 1871 weiter, was sich noch heute im Stolz und in den Traditionen der Menschen auf Okinawa widerspiegelt. Viele sehen sich nach wie vor als eigenes Königreich und nicht als Japaner. Diese Eigenständigkeit macht Okinawa immer interessanter für den Tourismus.

Auf vielen Dächern auf Okinawa wachen die sogenannten 'Shisa', Talismane in Form von Löwen, die das Schlechte vertreiben sollen. Kulturell und klimatisch unterscheidet sich Okinawa stark vom Rest Japans.
Auf vielen Dächern auf Okinawa wachen die sogenannten 'Shisa', Talismane in Form von Löwen, die das Schlechte vertreiben sollen. Kulturell und klimatisch unterscheidet sich Okinawa stark vom Rest Japans. - Bild: © yuriconn - fotolia.com

Das subtropische Klima verwandelt die Insel in ein wahres Urlaubsparadies, doch auch wer die Kultur und die Lebensweise der Menschen dort erkunden will, kann dort sehr interessante Erfahrungen sammeln. Um etwas unabhängiger von der amerikanischen Militärpräsenz zu werden, konzentriert sich die Wirtschaft Okinawas zunehmend auf den Bereich Tourismus. Der internationale Flughafen von Naha ist dabei der Anlaufpunkt für ausländische Gäste aus Taiwan, Honkong, Shanghai und Südkorea. Auch für die inländische Verbindung von den japanischen Hauptinseln nach Okinawa werden heute meist Flüge genutzt, da dies schneller (und inzwischen auch günstiger) ist als die klassischen Fährverbindungen. Zudem führen an japanischen Schulen die Sommer-Klassenfahrten in den höheren Semestern oft nach Okinawa. Auch bei der allgemeinen japanischen Bevölkerung gilt die Inselgruppe als beliebtes Inlands-Urlaubsziel. Nicht zuletzt wegen der traumhaften Strände und des sauberen Meeres – denn obwohl Japan ganzheitlich vom Meer umschlossen ist und kilometerlange Küsten besitzt, gibt es auf den Hauptinseln kaum schöne Badestrände.

Der sogenannte Sternensand ist eine Besonderheit Okinawas. Der Sand an den Stränden besteht zum Teil aus kleinen sternenförmigen Gebilden – ein beliebtes Mitbringsel aus Japans Tropenparadies.
Der sogenannte Sternensand ist eine Besonderheit Okinawas. Der Sand an den Stränden besteht zum Teil aus kleinen sternenförmigen Gebilden – ein beliebtes Mitbringsel aus Japans Tropenparadies. - Bild: © jun.SU. - fotolia.com

Eine Besonderheit der Strände Okinawas ist der sogenannte "Sternensand". Denn der Sand auf Okinawa besteht nicht einfach nur aus runden Sandkörnern wie an der Ostsee oder am Mittelmeer, sondern auch aus vielen kleinen sternförmigen Körnern. Diese Sternchen, die man als "Hoshizuna" oder "Hoshi no suna" (Sternensand) kennt, sind keinesfalls Sandkörner, sondern tatsächlich die Exoskelette bzw. Hüllen winziger Organismen, die im Seegras vor den Küsten Okinawas leben und besonders nach Taifunen an die Strände geschwemmt werden. Auf Okinawa gibt es zur Entstehung des Sternensandes eine Legende: Angeblich sind die kleinen fünf- oder sechsstrahligen Sternchen die Kinder des Nordsterns und des Kreuz des Südens, die im Ozean vor Okinawa geboren wurden. Allerdings wurden sie von einer riesigen Schlange getötet und ans Ufer getragen – ihre winzige Hülle ist alles, was von ihnen übrig ist. Durch seine schöne und außergewöhnliche Form ist der Sternensand ein beliebtes Geschenk oder Mitbringsel von Okinawa.

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