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Buntes Japan: Manga Reisen für Fans der japanischen Popkultur

Liebhaber von japanischen Manga und Anime lernen Japan und die japanische Kultur oft durch ihre Lieblingsserien kennen. In einigen wächst dadurch der Wunsch, auf einer Japanreise die Schauplätze zu erkunden, an denen ihre Anime-Helden gekämpft, gelitten und geliebt haben und sich so den Protagonisten näher zu fühlen. Durch die momentane Popularität des Anime-Hits „Your Name“ (im Original „Kimi no na wa“) gibt es viele junge Menschen, die im wahrsten Sinne des Wortes Japan Manga Reisen unternehmen, um Hida – den Ort aus der Animeserie – zu besuchen. Die Hypes um verschiedene Animeserien machen sich ein paar japanische Orte zunutze, denn Liebhaber dieser gezeichneten Geschichten bringen oft Geld und Aufmerksamkeit in eine Region, die sonst wenig Beachtung findet. Einige der bekanntesten und interessantesten Orte für Japan Manga Reisen stellen wir in diesem Blog-Beitrag vor!

Japanische Orte aus Manga und Anime Serien

Japanischer Zug mit Manga Motiv
In Japan gibt es Themen-Züge und Busse zu verschiedenen Anime- und Manga-Serien.

Wenn in Japan ein Manga oder Anime zum Hit wird, wollen viele oft in die Rolle ihrer Lieblinge schlüpfen. Daher sieht man auf Manga Conventions in Japan und Deutschland viele Cosplayer, die Kostüme ihrer Helden anfertigen und stolz auf den Japan-Messen zur Schau tragen. Haben die Handlungsplätze in den Geschichten reale japanische Orte als Vorbilder, pilgern viele begeisterte Fans dorthin, um die Spielstätten ihrer Lieblingsserien mit eigenen Augen zu sehen oder einfach vor Ort in die Welt ihrer geliebten Manga und Anime einzutauchen.

Durch die steigende Zahl der Touristen haben einige Regionen begonnen, aktiv für Fan-Treffen und -Touren zu werben, bei denen man die Städte besser kennenlernen und gleichzeitig Hintergrundwissen über den Lieblingsanime erfahren kann. Durch solche Events profitieren nicht nur die Animefans: Regionen mit vergleichsweise wenig Tourismus werden durch diese Japan Manga Reisen bekannter und erhoffen sich dadurch mehr Besucher.

Der aktuelle Hype um „Your Name“ hat der Region Hida in Gifu beispielsweise bereits mehr Besucher beschert. Nach Veröffentlichung des Films im Jahr 2016, reisten einige Menschen in die Region, wo die Protagonistin des Films – Mitsuha – in einer fiktiven Stadt wohnt. In ihren Träumen tauscht sie mit dem männlichen Hauptcharakter Taki die Körper, der in einer Szene die Stadt Hida besucht. Danach taten es ihm viele Fans des Anime gleich. Die Kleinstadt reagierte und veröffentlichte auf ihrer Website verschiedene Routen durch die Stadt, die im Film vorkamen und auf denen man quasi in das Setting des Films eintauchen kann. Das Taxi-Unternehmen aus dem Film existiert sogar in der Realität und bietet Touren zu Orten aus dem Film an, wie zum Beispiel zum Keta Wakamiya-Schrein oder zur Stadtbibliothek.

Japanische Kartenspiele und Science Fiction erleben

Omi-Schrein in Otsu von außen mit geharktem Weg
Am Omi-Schrein in Otsu kann man in die Welt von Chihayafuru und des traditionellen japanischen Kartenspiels Karuta eintauchen. - Bild: © 663highland - commons.wikimedia.org - Lizenz: CC-BY-SA

Auch die Handlungsorte anderer Filme und Serien haben oft reale japanische Orte als Vorbilder, die nationale und internationale Fans später besichtigen. Die Science Fiction Geschichte „Die Melancholie der Haruhi Suzumiya“ spielt beispielsweise an einem fiktiven Ort, doch der Schulweg der Protagonistin Haruhi basiert auf dem Weg vom Koyoen Bahnhof bis zur Nishinomiya Kita Oberschule in Nishinomiya in der Präfektur Hyogo. Dieser Ort ist zu einer kleinen Pilgerstädte von Haruhi-Liebhabern geworden.

Die Präfekturen Fukui und Shiga sind touristisch gesehen nicht in den Top Locations von Japan, doch mithilfe von Japan Manga Reisen können beide Regionen dennoch von höheren Besucherzahlen profitieren. Vor allem einheimische Mangafans reisen nach Awara (Fukui) und Otsu (Shiga), um etwas ganz Besonders zu erleben. Denn beide Städte sind bekannt als Handlungsorte der in Japan erfolgreichen Mangaserie „Chihayafuru“ aus dem Jahr 2007, in der es um ein spezielles japanisches Kartenspiel geht. Das Spiel heißt „karuta“ und beinhaltet das Rezitieren von 100 japanischen Gedichten, sogenannten „waka“. Dabei werden 100 Karten ausgebreitet, auf denen die zweite Hälfte eines Gedichts steht. Dann wird die erste Hälfte des Gedichts vorgelesen und die Teilnehmer des Spiels müssen so schnell wie möglich die richtige Karte mit der zweiten Hälfte finden. Durch „Chihayafuru“ wurde dieses 800 Jahre alte Kartenspiel wieder so populär, dass viele Chihayafuru-Begeisterte zum Omi-Schrein in der Stadt Otsu pilgern, um die Nationalmeisterschaften des Karuta-Kartenspiels zu verfolgen. Dafür bietet der heilige Ort, der etwa 30 Zug-Minuten von Kyoto entfernt ist, sogar Kostüme aus dem Manga zum Verleih an, in die die Fans schlüpfen können, um sich wie ein Chihayafuru-Charakter zu fühlen und ein paar Erinnerungsfotos zu schießen. Die lokale Keihan Ishiyama Sakamoto Bahnlinie hat sogar einen „Chihayafuru“-Zug eingesetzt, der in seinem Inneren in vielen bunten Bildern die Figuren aus der Serie zeigt. In Awara in der Präfektur Fukui lebt der Hauptcharakter der Serie und hat der Stadt somit zu großer Popularität verholfen. Dies ließen die Stadtväter natürlich nicht ungenutzt und bietet Bustouren, geführte Touristentouren und spezielle Briefmarkensets mit den Anime-Charakteren an. Es gibt sogar lebensgroße Pappaufsteller der Protagonisten aus „Chihayafuru“ in der Stadt, sodass man tolle Fotos mit den Lieblingen schießen kann.

Andere Schauplätze aus Anime sind nicht so leicht zugänglich oder nicht auf einen speziellen japanischen Ort einzugrenzen, aber trotzdem interessant. Hayao Miyazaki lässt seinen Film „Mein Nachbar Totoro“ (Tonari no Totoro) in der Präfektur Saitama spielen und zeigt so in dem Klassiker vom Studio Ghibli die wunderschöne Natur der Region. Andere Anime von Studio Ghibli lassen sich leichter konkret verorten: So spielt das Drama „Die letzten Glühwürmchen“ (Hotaru no haka) in Hiroshima und behandelt das Schicksal zwei kleiner Geschwister nach dem Atombomben-Abwurf. Für den Anime „Ein Brief an Momo“ (Momo e no tegami) hat der kleine Ort Mitarai auf der Insel Osaki Shimojima in der Seto-Inlandsee (Präfektur Hiroshima) Pate gestanden. Was kaum bekannt ist: Die Stadt Hakone, die viele mit heißen Quellen verbinden, hatte einen Einfluss auf die Hit-Serie „Neon Genesis Evangelion“ und wirbt offen damit. Es gibt sogar eine Augmented Reality App, mithilfe derer man die Stadt Hakone erforschen kann. An ausgewiesenen Stellen erscheinen dann Charaktere oder Gegenstände aus der Serie. Außerdem gibt es eine Stempel-Ralley, bei der man bestimmte Plätze in der ganzen Stadt besuchen und einen Stempel für das Stempelheft ergattern muss. Viele Souvenir-Geschäfte in Hakone verkaufen übrigens „Neon Genesis Evangelion“ Merchandise.

Auf den Spuren von Detective Conan in der Gosho Aoyama Manga Factory

Daiei-e Grundschule mit Staue von Conan und Ran aus Detective Conan
Vor der Daiei-e Grundschule in Hokuei, dem Geburtsort von Gosho Aoyama, steht eine Statue mit Conan und Ran aus Detective Conan. - Bild: © KASEI - ja.wikipedia.org - Lizenz: CC-BY

Der Mangaka Gosho Aoyama hat mit Detective Conan einen Meilenstein der Manga- und Anime-Kultur erschaffen. In Japan und in der restlichen Welt ist die Geschichte um den kleinen Meisterdetektiv Conan ein echter Hit, der unzählige Fans begeistert. In Japan gibt es einen Ort, der für die meisten Liebhaber der Serie ein kleines Paradies sein muss: Die Gosho Aoyama Manga Factory und der Weg dorthin. Der Mangaka Gosho Aoyama ist in Hokuei in der Präfektur Tottori geboren. Diese Region im Westen Japans besitzt im Vergleich die wenigsten Einwohner und kann – abgesehen von den Sanddünen bei der gleichnamigen Stadt Tottori – kaum Touristen anziehen. Da lag die Eröffnung eines Museums zu einer der erfolgreichsten Anime-Hitserien Japans im Geburtsort des Erfinders nahe. Von Tottori-Stadt aus braucht man mit dem Zug etwa eine Stunde bis zum Yura-Bahnhof, der überregional nur als „Conan Station“ bekannt ist. Schon am Bahnhof werden die Besucher von vielen Conan-Dekorationen begrüßt, denn Wände, Decken, Fenster und sogar die Schließfächer sind mit Conan Motiven bedeckt. Vom Bahnhof aus führt ein ganz spezieller Weg zum Museum. Er ist gesäumt mit vielen Steinfiguren aus der Serie, an den Laternen hängen Schilder mit Conan-Motiven und es gibt viele Marmorsäulen mit den Covern der Mangaserie. Je näher man der Gosho Aoyama Manga Factory kommt, desto niedriger werden die Nummern auf den Covern. Es gibt sogar eine Conan-Brücke, an der Statuen stehen und sogar Zeichnungen von Gosho Aoyama verewigt sind. Wer Shinichi, den Hauptcharakter, schon immer einmal treffen wollte, sollte einen Abstecher zur Bibliothek machen, denn vor dieser steht eine große Figur des Detektivs.

Außenansicht der Gosho Aoyama Manga Factory in Tottori
Die Gosho Aoyama Manga Factory, in der man ganz in die Welt von Detective Conan und das Schaffen von Mangaka Gosho Aoyama eintauchen kann. - Bild: © Flow in edgewise - commons.wikimedia.org - Lizenz: CC-BY-SA

Das Museum selbst ist auf internationales Publikum eingestellt und bietet Informationen und Fragebögen nicht nur auf Japanisch, sondern auch auf Englisch an. In der Gosho Aoyama Manga Factory kann man ganz ins Schaffen des Mangaka im Allgemeinen und von Detective Conan im Besonderen eintauchen. Von vielen Figuren über Aufsteller, Charakterübersichten und Galeriebilder bis hin zu einem Nachbau von Aoyamas Arbeitszimmer gibt es viel zu besichtigen. Sogar Spiele zum Ausprobieren gibt es, bei denen man sein Detektiv-Können unter Beweis stellen kann. Für Conan-Fans ein absolutes Muss auf einer Japan Manga Reise!

Japan Manga Reisen im Vorfeld zu planen zahlt sich aus

Gundam vor Geschäften auf der Insel Odaiba in Tokyo
Der originalgetreue Gundam auf Odaiba ist über Japans Grenzen hinaus bekannt. Auch das Studio Ghibli Museum in Mitaka zieht jährlich zahlreiche Anime-begeisterte Besucher an.

Wer Anime und Manga im Allgemeinen mag und möglichst viele Schauplätze aus den Serien besichtigen will, sollte unbedingt im Voraus planen. Japan Manga Reisen werden kaum von Veranstaltern angeboten, daher sollte man im Vorfeld selbst recherchieren, welche japanischen Orte lohnenswert sind und wie man dort hinkommt. Viele Schauplätze japanischer Animationsfilme sind im ganzen Land verteilt, wie beispielsweise das Conan Museum in Tottori (Westjapan), die Stadt Hida aus „Your Name“ in Gifu (Zentraljapan) oder die „Neon Genesis Evangelion“ Augmented Reality Tour durch Hakone unweit von Tokyo. Alle Städte sind relativ einfach mit dem Zug zu erreichen und bieten günstige Übernachtungsmöglichkeiten sowie andere touristische Attraktionen. Ein Japan Rail Pass bietet sich für die Reisezeit an, denn damit kann man viele Züge in ganz Japan ohne Zusatzkosten benutzen. Der Japan Rail Pass sollte unbedingt beantragt werden, bevor die Japan Manga Reise losgeht, denn man kann ihn in Japan nicht kaufen. Wer günstiger durchs Land reisen und die vielen japanischen Orte, die mit Anime und Manga verknüpft sind, besichtigen möchte, kann auch Überlandbusse oder regionale Busunternehmen nutzen. Auch hier gilt es, sich im Vorfeld zu informieren und gegebenenfalls vorher Reservierungen zu tätigen.

Japan Manga Reisen sind für alle Liebhaber japanischer Animationsfilme und Comics sicherlich ein Highlight. Wer möchte auch nicht auf den Spuren der Charaktere wandeln, die man in den letzten Monaten und Jahren so lieb gewonnen hat? Wir sind uns sicher, dass es außer den hier vorgestellten Serien und Städten noch viel mehr Orte gibt, an denen sich ein Besuch für internationale Mangafans lohnt. Es muss also nicht immer nur Tokio und Akihabara sein, wenn man auf Japans Mangas und Animeserien steht. Wohin soll euch euer besonderer Manga Trip denn am liebsten führen?

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