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Kokedama: Japanischer Einrichtungsstil mit Moosball

Kokedama (jap. 苔玉) bedeutet übersetzt „Moosball“. Genau diese, ursprünglich aus Japan stammenden Moosbälle, setzen schon des längeren einen Einrichtungstrend, um Pflanzen besonders eindrucksvoll in Szene zu setzen. Kokedama können in verschiedenen Größen hergestellt werden, meist sind sie aber in etwa faustgroß und können entweder auf einer Unterlage abgestellt oder aufgehängt werden. In Japan ist vor allem das Aufhängen an Fenstern beliebt, um Pflanzen wie Kokedama zu präsentieren. Auf jeden Fall sind Kokedama echte Hingucker, die ein bisschen Naturfeeling in die Wohnung oder auf den Balkon bringen.

 

Was ist Kokedama?

Ein Kokedama ist ein mit Bändern zusammengeschnürter Moosball mit einer Füllung aus Muttererde und Torfmoos, in den eine einzelne, kleine und für diese Art der Bepflanzung geeignete Pflanze gesetzt wird. Traditionell waren dies in Japan vor allem Bonsai, heute werden aber unterschiedlichste Pflanzen für die Kokedama genutzt.

Der Kokedama ist am Ende also ein mit Moss ummantelter Ball aus Erde und Torfmoos. Die Schnürbänder halten ihn zusammen und geben ihm genügen Struktur, um diesen zum Beispiel aufzuhängen. Alternativ zu herkömmlichen Bändern können auch Kokosfasern genutzt werden.

Der fertige Kokedama wird dann entweder auf einer Unterlage aufgestellt oder aufgehängt. Wie man schon aus der Beschreibung heraushören kann: Kokedama muss man dabei nicht unbedingt kaufen, sondern kann diese durchaus zu Hause selber machen. Vielleicht also ein nächstes DIY Projekt für Sie? Die Ergebnisse überzeugen auf jeden Fall – auch wenn Sie nicht gleich den perfekten Moosball erschaffen. Die japanischen Kokedama verschönern den Wohnraum und setzen ein Highlight auf die darin gepflanzten Pflanzen.

 

 Kokedama Moosball Garten Bonsai

Die Tradition der Kokedama stammt aus der japanischen Bonsai-Zucht
Foto © By La Florida studio - Own work, CC BY-SA 3.0

 

Was sind die Vorteile eines Kokedama?

Neben den rein ästhetischen Aspekten, die selbstverständlich subjektiv zu bewerten sind, haben Kokedamas den Vorteil, nicht nur eine gefällige Präsentation von Pflanzen zu gewährleisten, sondern dies durch den Moosball, in welchem sie gepflanzt werden, auch mit einem zusätzlichen Touch Natur zu versehen. Zudem bieten Kokedama durch die Möglichkeit, sie aufzuhängen eine platzsparende Möglichkeit, die eigene Wohnung mit kleinen Pflanzen zu verschönern.

 

Wie lange halten Kokedama?

Generell kann ein Kokedama zwischen 2 und 3 Jahre lang halten. Dies ist aber auch abhängig von der richtigen Pflege, dem Ort, wo der Kokedama aufgestellt oder aufgehängt wird und der genutzten Pflanze.

Ein wichtiger Aspekt, auf den man achten sollte, sind die Wurzeln der Pflanze. Sobald diese das äußere Moos zu durchdringen beginnen, besteht die Gefahr, dass die Pflanze eingeht. Um dem vorzubeugen bietet es sich an, diese entweder in ein größeres Kokedama umzutopfen oder den Kokedama durch das aufschneiden der Bänder aufzulösen, die Pflanze herauszunehmen und dann den vorliegenden Kokedama zu erweitern, was durchaus möglich ist.

 

Muss ein Kokedama aufgehängt werden?

Die Antwort ist ein klares Nein. Kokedama können problemlos auch auf einer Unterlage (eine Schale oder ähnliches) oder auf dem Boden auf der Terrasse aufgestellt werden. Das Aufhängen der Kokedama hat sich in Japan entwickelt, um den Moosball und die Pflanze besonders zur Geltung zu bringen und gleichzeitig möglichst wenig Platz zu verbrauchen, da die Lebensverhältnisse insbesondere in japanischen Großstädten oft sehr beengt sind.

 

Was ist bei der Pflanzenauswahl für Kokedama zu beachten?

Ursprünglich entstammen Kokedama der japanischen Tradition der Bonsaizucht. In gewisser Weise eignen sich so auch vor allem Pflanzen, die Eigenschaften der Bonsai teilen. Dies liegt vor allem daran, dass in kleine Moosbälle gepflanzte Pflanzen in diesen häufig alles andere als die optimalen Wachstumsbedingungen finden.

 

 Auswahl Pflanzen für Kokedama

Nicht alle Zimmer- und Balkonpflanzen eignen sich für Kokedama.
Foto © Pablo Ibañez, Pixabay 

 

Pflanzen, die am besten für Kokedama geeignet sind, diese Eigenschaften haben:

  • sie sind widerstandsfähig;
  • sie wachsen langsam;
  • sie bleiben klein;
  • sie tolerieren schwierige

Aufgrund dieser Voraussetzungen eignen sich neben den klassischen Bonsai vor allem auch viele Sukkulenten (saftreiche Pflanzen, die auch unter herausfordernden Bedingungen gedeihen) wie z.B. Mittagsblumengewächse oder Korbblütler für die Pflanzung in Kokedama. Weitere geeignete Pflanzenarten sind:

  • Farne
  • Ziergräser
  • Efeu
  • Orchideen

In deutlich größere Kokedama, wie man sie etwa auf Terrassen aufstellen kann, können auch kleine Bäume und Sträucher wie z.B. Zypressen oder Koniferen gepflanzt werden.

 

Kokedama Pflegeanleitung

Die Pflege eines Kokedama und der darin eingesetzten Pflanze ist etwas anspruchsvoller, als dies bei herkömmlichen Topfpflanzen der Fall ist. Zudem hängt die spezifische Pflege neben für den Moosball spezifischen Notwendigkeiten natürlich auch von der Pflanze ab.

 

Wie gieße ich Kokedama und wie oft?

Kokedama sollten regelmäßig mit Wasser bestäubt werden. Die Pflanze selber sollte je nach den spezifischen Bedürfnissen mit einer kleinen Gießkanne oder einem auf Strahl eingestellten Zerstäuber von oben in den Moosball begossen werden.

Dabei sollte mindestens so viel Wasser zugegeben werden, dass der Wurzelballen nicht austrocknet. Sollte der Kokedama deutlich an Gewicht verlieren, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass dieser zu wenig Feuchtigkeit aufweist.

Um das Problem schnell und sicher zu beheben, kann man dem Kokedama in diesem Fall ein regelrechtes „Bad“ geben, also den Moosball für eine Zeit direkt in eine Wasserschale stellen, so dass dieser sich wieder vollsaugen kann.

 

Gute Kokedama Standorte, Feuchtigkeit und Temperatur

Kokedama sollten an einem hellen, warmen Standort aufgestellt werden, der keine direkte Exposition für Sonneneinstrahlung aufweist, so dass das Moos nicht zu schnell austrocknet.

Zudem sollte die Nähe zu Quellen großer Hitze – wie z.B. einem Radiator – vermieden werden. Auch diese lassen einen Moosball schnell austrocknen. Moos benötigt zudem eine feuchte Umgebung, um sich wohl zu fühlen und zu florieren. Daher ist das regelmäßige Besprühen eines Kokedama auch so wichtig. In warmer Feuchtigkeit gedeiht dieser nicht nur am besten, sondern hat auch die höchste Lebenserwartung.

 

Kokedama Beschneidung und Düngen

Sowohl die in einem Kokedama gepflanzte Pflanze als auch der Moosball selber können von einer von Zeit zu Zeit durchgeführten Beschneidung profitieren. Der Moosball bleibt so schön rund und gleichmäßig, die Pflanze gesünder und zudem wird ein zu schnelles Wachstum zumindest behindert.

Ähnliches gilt fürs Düngen der Pflanze und des Mossballes. Beide können die gelegentliche Zufuhr von Nährstoffen in das Gemisch von Muttererde und Torfmoos gut gebrauchen. So mancher Kokedama wird nach dem Düngen wieder richtig schön moosig grün, wenn er vorher unter Nährstoffmangel gelitten haben sollte.

 

Wie tausche ich die Erde bei meinem Kokedama aus?

Das Wechseln der Erde bei einem Kokedama macht aufgrund der hohen Komplexität des Vorganges und der Gefahr sowohl Pflanze als auch Moosball zu beschädigen wenig Sinn.

Daher ist es eigentlich immer besser, den Kokedama vorsichtig auseinanderzubauen, die Pflanze zu entnehmen und anschließend wieder einen neuen und oft etwas größeren Kokedama zu setzen. Oder Sie basteln aus den gewonnenen Materialien einen neuen, größeren Kokedama, da die Pflanze ja wahrscheinlich inzwischen ein gutes Stück gewachsen ist.

Ansonsten sollte man das Erd-Torfmoos Gemisch wie oben angesprochen besser erst einmal düngen, bevor man dies wechselt.

 

 

 

 

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Titelfoto © By La Florida studio - Own work, CC BY-SA 3.0

 

 

 

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