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Japanische Masken – tolle Deko mit traditionellen Wurzeln

Wer eine typisch japanische Maske zum ersten Mal sieht, findet sie meist nicht nur sehr interessant, sondern auch dekorativ. Kein Wunder also, dass in den letzten Jahren die traditionelle Maske aus Japan ihren Weg in europäische und andere westliche Wohnungseinrichtungen gefunden hat. Doch was hier zumeist als reine Wanddeko genutzt wird, hat einen tiefgründigen historischen Hintergrund. Denn die Noh-Masken, wie sie in Japan genannt werden, sind dort weit mehr als eine einfache Dekoration für Zimmer.

Noh-Masken gehören zum japanischen Theater

Das Noh Theater oder No-Theater ist eine der bedeutendsten Kunstformen Japans, deren Wurzeln bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgt werden können. Im Jahre 1375 entwickelten zwei junge Japaner diese Theatervariante aus Vorläufern und prägten sie in einer Weise, die noch heute in den meisten Noh Theatern zu finden ist. Im Westen wird manchmal auch irrtümlich von der Noh Oper gesprochen. Das liegt daran, dass Teile der Texte bisweilen in gesungener Form aufgeführt werden, meistens von einem eigens dafür ausgebildeten Chor. Doch mit einer Oper hat das Noh Theater nicht viel zu tun. Vielleicht würden wir heute gar nicht mehr über Noh und die japanischen Masken sprechen, wenn nicht einer der beiden jungen Männer, Ashikaga Yoshimitsu, der herrschende Shogun Japans gewesen wäre. Denn seine Förderung war es, die aus dem ursprünglich sehr dramatischen Noh Theater letztlich das unterhaltsame Schauspiel machte, das wir heute noch in vielen japanischen Aufführungen erleben können.

Traditionelle Masken entspringen volkstümlicher Unterhaltung

Vor dem eigentlichen Noh Theater wurden Masken bereits in volkstümlichen Aufführungen verwendet, die neben Theaterstücken auch Akrobatik, Gesang, Tanz, Gedichte und Balladen umfassten, die nahezu alle aus mündlicher Überlieferung stammten. Insofern ist eine genaue Datierung der Ursprünge heute nicht mehr möglich. Auch die genaue Art und Weise der Aufführungen sind nicht exakt nachzuvollziehen, da verlässliche Daten über das spätere Noh Theater nur bis zum 14. Jahrhundert zurückverfolgt werden können. Einige der Stücke erlangten besondere Bedeutung, da sie als Ursprünge der heutigen No-Theater gelten, in denen die japanischen Masken verwendet werden. Zu den wichtigsten Persönlichkeiten dieser Zeit gehört ein Mann namens Zeami, der Anfang des 15. Jahrhunderts bestehende Stücke umschrieb und neue schuf, die sich heute eindeutig in die Muromachi Epoche einordnen lassen. Er schrieb die Stücke in erster Linie für seine eigene Truppe von Schauspielern und verfasste zudem eine Art Anleitung, in der Methoden und Voraussetzungen für das Noh Schauspiel zusammengefasst waren. Noch heute studieren junge Schauspieler ihre Kunst oft nach diesen Anleitungen.

Die Bedeutung der No-Masken im japanischen Theater

Die japanische Maske diente im Noh Theater dazu, bestimmte Charaktere zu verkörpern. Dabei waren unterschiedliche Aspekte wichtig. Zum einen wurden Frauenrollen im Noh Theater seit jeher auch von Männern gespielt, wofür entsprechende Frauenmasken benötigt wurden. Zwar hätte man sich theoretisch auch aufwändig schminken können, doch ein großer Vorteil der traditionellen Masken war die Möglichkeit des schnellen Wechsels. Somit konnten wenige Schauspieler viele unterschiedliche Rollen in einem Stück verkörpern. Besonders eindrucksvoll waren jedoch schon immer die japanischen Masken, die dem Schauspieler das Aussehen übernatürlicher Wesen verleihen sollten. Die Noh Masken werden aus Holz gefertigt (in der Regel aus Zeder oder Zypresse) und erlauben dadurch eine sehr feine Herausarbeitung der jeweils gewünschten Charakterzüge. Zudem lassen sie sich leicht bemalen und können somit der farbenfrohen Umgebung, den Kostümen und dem Bühnenbild angepasst werden. Gerade auf einige Meter Entfernung waren einige der Dämonenmasken so plastisch, dass viele Zuschauer der damaligen Zeit sie für real hielten. Was heute für ein Schmunzeln sorgt, ist allerdings leicht zu erklären, wenn man bedenkt, dass für die damaligen Japaner die Geister und Dämonen ebenso real waren wie für mittelalterliche Europäer der Teufel. So gesehen, könnte man die traditionelle Maske auch als den ersten gelungenen Spezialeffekt des japanischen Theaters bezeichnen.

Das Noh Theater hat japanische Masken bis heute geprägt

Noh-Masken haben nicht nur menschliche Züge, auch Darstellungen von Oni (japanische Dämonen) sind äußerst beliebt im Noh Theater.Obwohl es japanische Masken auch in anderen Zusammenhängen zu sehen gibt, sind diejenigen aus dem Noh Theater wohl für die große Popularität verantwortlich, die sie heute noch besitzen. Und trotz der wenigen offensichtlichen Veränderungen seit der Zeit des 14. Jahrhunderts kann man noch über sechshundert Jahre später immer wieder feststellen, wie lebendig und elegant das Noh Theater mit seinen traditionellen Masken heute auf uns wirkt. Die zu Beginn sehr dramatischen Ausprägungen gibt es heute nur noch selten. Über die Jahrhunderte hinweg verlor die Dramatik an Bedeutung und wich einer eher poetischen Ausrichtung, die eine Noh Aufführung zu den wahrhaft „schönen Künsten“ zählen lässt. Dazu gehören nicht nur die typischen Tanzdarbietungen in sehr langsamer Geschwindigkeit, sondern auch die bedeutungsvollen Texte. Zudem ist die sehr spartanische Bühnendekoration, die im modernen japanischen Theater zum Standard gehört, schon in der damaligen Zeit so verwendet worden. Neben den Noh Masken findet man bei vielen Aufführungen zum Beispiel kaum Requisiten, da der allgegenwärtige Fächer von den Schauspielern als Ersatz für reale Gegenstände eingesetzt wird. Dadurch wird die Symbolhaftigkeit des Noh Theaters noch unterstrichen.

Wohnungsdekorationen mit japanischen Masken

Eine originale Noh Maske zu besitzen, ist sicherlich der Traum vieler Japan-Fans. Allerdings sind die echten Meisterwerke für Normalbürger kaum bezahlbar und nicht selten auch von historischer Bedeutung für Sammler und Museen. Das bedeutet aber nicht, dass man in der heimischen Wohnung auf eine geschmackvolle Japandekoration im Stil des Noh Theaters verzichten muss. Viele traditionelle Masken gibt es als authentische Nachbildungen in einem etwas verkleinerten Maßstab. Letzteres hat in Japan vor allem Platzgründen, da Wohnräume und Gasträume in Restaurants vor allem in den Ballungszentren knapp bemessen sind und man im Zweifel lieber mehrere traditionelle Masken an die Wand hängen möchte, statt sich für ein Modell entscheiden zu müssen. Die rein als Wanddeko gedachten Modelle sind allerdings meistens aus Keramik gefertigt und nicht aus Holz, da deren Herstellung entsprechend aufwändig wäre. Keramik ist jedoch ein sehr guter Ersatz, da sich das Material perfekt bearbeiten und authentisch bemalen lässt. Weniger beliebt sind billige Kopien aus Plastik, wie sie in China häufig vertrieben werden, da sie meist keine hohe Qualitätsanmutung besitzen und von Japanern auch als nicht authentisch betrachtet werden.  

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