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Die Präfektur Fukui: Das Reich der Dinosaurier in Zentraljapan

Fernab vom Massentourismus befindet sich ein echter Geheimtipp am japanischen Meer. In der Mitte Honshūs erstreckt sich eine Landschaft mit wilder, einzigartiger Natur, wo es im Winter stark schneit und im Sommer häufig regnet: Die bergige Präfektur Fukui, wo die kalte auf die warme Meeresströmung trifft und die Luftfeuchte immer recht hoch ist. In dieser Region zwischen Ishikawa und Kyoto gibt es einiges zu entdecken. Nicht umsonst wird Fukui auch als das Reich der Dinosaurier mitten in Japan beworben.

Wie die Dinosaurier Japan eroberten

Nachbildung eines Stegosaurus im Museum
Das Dinosaurier-Museum in Fukui ist eines der größten der Welt und wird täglich von mehr als 10.000 Interessierten besucht. - Bild: © goro20 - Fotolia.com

In den traditionsreichen Städten locken – im Gegensatz zu der unberührten Landschaft – zahlreiche historische und handwerkliche, aber auch kulinarische Entdeckungen. Besonders herausragend sind dabei die rund 40.000 fossilen Dinosaurier-Knochen des „Fukui Prefectual Museum“ in der Stadt Katsuyama. Einstmals war diese Burgenstadt vor allem für ihre herausragende Textilindustrie im Allgemeinen und für feine Seidenstoffe im Besonderen bekannt. In Museen und handwerklichen Angeboten des Touristenzentrums lebt dieser altehrwürdige Industriezweig noch heute weiter. Doch mittlerweile prägt die Stadt ein anderes Bild, denn Reisende werden an der Straße, auf Bahnhofplätzen, mitten in der Stadt und im gesamten Umland von riesenhaften Nachbildungen prähistorischer Riesen gegrüßt.

Mitten im Tal gelegen befindet sich ein spektakulärer Bau in Form eines silbernen Eis: Das Fukui Prefectural Museum. Mit täglich über 10.000 Besuchern ist dieses eines der drei weltweit größten Dinosaurier-Museen unserer Zeit. Hier kann man den vor 120 Millionen Jahren ausgestorbenen „schrecklichen Echsen“ ganz nah sein. Das Museum verfügt nicht nur über eine der herausragendsten Fossiliensammlungen in Japan, sondern auch über einen voll beweglichen Dinosaurierroboter in Lebensgröße. Dieser erhält Gesellschaft durch die zahlreichen eindrucksvollen Dioramen mit echten Fossilien und den teilweise aus echten Knochen bestehenden Saurier-Skeletten in Lebensgröße. Seit 2014 werden für die Besucher auch Ausgrabungen nachgestellt, um zu zeigen, wie die Exponate aus den reichen Erdschichten Fukuis gefördert wurden.

Schloss Maruoka, einzigartige Landschaften und altes Handwerk

Felsen bei im Meer bei Tojinbo bei Sonnenuntergang
Die Vulkanfelsen von Tojinbo sind ein beliebtes Ausflugsziel und bieten einen spekatakulären Anblick. - Bild: © alon - Fotolia.com

Wer danach aktiv bei einer Wanderung in die prähistorische Atmosphäre eintauchen will, findet in der Präfektur einen der kuriosesten Orte Japans: Circa 20 Auto-Minuten von der Stadt Fukui entfernt liegt, nahe der Stadt Sakai, der Ort Tôjinbô. Dort erheben sich einzigartige natürliche Felsformationen aus Vulkangestein seit circa 12 Millionen Jahren stolz aus dem tosenden Meer, während mutige Besucher ganz ohne Absperrungen an den Klippen verweilen können. Dieses seltene geologische Wunderwerk kann an weltweit nur drei Orten bestaunt werden. Für weitere Spaziergänge eignen sich in der Stadt Fukui auch der wundervolle Asuwayama Park, der erholsame und mit einem kleinen Museum ausgestattete Yokokan Garten, die märchenhaften Ichijo Falls oder einer der vier anderen Wasserfälle der Präfektur.

Schloss Maruoka in Fukui, umrahmt von Bäumen
Das Schloss Maruoka - einstmals Sitz des lokalen Daimyos - ist eine der Sehenswürdigkeiten, die man in Fukui nicht verpassen sollte. - Bild: © hayakato - Fotolia.com

Nach einem Spaziergang lohnt sich ein Besuch der zahlreichen historischen Stätten Fukuis. Bis heute liefert die Präfektur 90% der japanischen Glaswaren, welche auch vor Ort in kleinen Manufakturen erstanden werden können. Seit über 1500 Jahren werden zudem lackierte Keramik, sowie kunstvolle Bambus-Schnitzereien hergestellt. Besonders bekannt sind die ursprünglich aus Abfallholz hergestellten Echizen-Bambuspuppen, deren Herstellung und Geschichte im Echizen Bamboo Doll Village in Sakai näher betrachtet werden können. In dieser Stadt erhebt sich seit 1576 auch der ehemalige Sitz der Daimyôs (Feudalherren): Das Schloss Maruoka. Es ist im ältesten Baustil Japans erbaut und versetzt die Besucher mit seiner Einzigartigkeit erneut in die Vergangenheit. Besonders der Turm mit seinem ungewöhnlich gebogenen Dach erfreut sich großer Beliebtheit als Sehenswürdigkeit und Fotomotiv.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Fukui

Wasserfall im Wald mit Bambustor
Fukui bietet malerische Landschaften wie die Uriwarino-Wasserfälle in der Nähe der Stadt Obama. - Bild: © narautsu - Fotolia.com

Der Wandel vieler Jahrhunderte japanischer Kultur wird aber nicht nur in einzelnen Städten, sondern in der ganzen Präfektur sehr deutlich. Kein Wunder, denn die Hauptstadt liegt nicht weit von der geheimnisvollen Hochburg der Spiritualität – der ehemaligen Hauptstadt Kyoto – entfernt. Nahe der Stadt Fukui wird die Rückbesinnung auf uralte Lehren aktiv gelebt: Im Tempel Eihei-ji (Stadt Eiheiji) befindet sich seit 1244 die Sôtô-Schule des Zen-Buddhismus. 180 Mönche werden dort ausgebildet und Interessierte können sie andächtig bei ihrer Meditation beobachten – oder im Rahmen eines ein- bis dreitägigen Kurses selbst meditieren lernen und das Leben eines Mönches ausprobieren.

Neben lehrreichen Ausstellungen und liebevollen Handarbeiten aus Holz, Glas und Keramik hat Fukui – aufgrund seiner günstigen Fischereibedingungen – auch kulinarisch viel zu bieten: Die von November bis März erhältlichen „Echizen-Krebse“ sind eine saisonale Köstlichkeit und eine ganz besondere Spezialität. Diese Meeresfrüchte schmecken traditionell gekocht, aber auch gegrillt, roh als Sashimi Sushi oder als Einlage im Nabe Eintopf und sind daher in vielen Varianten in Fukuis Restaurants erhältlich. Eine weitere lokale Spezialität ist der besonders bissfeste und wohlschmeckende Wakasa-Kugelfisch aus den eisigen Gewässern. Fukui verfügt über die in Japan am nördlichsten gelegene Aqua-Zucht, wo besonders diese Tiere nachhaltig gezüchtet werden. Wer lieber Fleisch als Fisch mag, kann sich in der gesamten Präfektur an den charakteristischen Sauce Katsudon (japanische Schweineschnitzel mit Reis) erfreuen, welche durch ihre spezielle Zubereitungsart zarter und knuspriger als die herkömmliche Variante sind. Zudem ist dieses Gericht durch das sparsam verwendete Öl auch gesünder und kalorienärmer als sein landesweit erhältlicher Zwilling Katsudon. Daher können sich Besucher danach guten Gewissens die Rotebohnen-Gelee-Süßspeise Mizuyôkan schmecken lassen, welche im Winter eiskalt in einem lauschig warmen Raum serviert wird.

Die Präfektur Fukui hat also trotz ihrer bisher geringen Bekanntheit touristisch viel zu bieten. Die Hauptstadt Fukui ist am besten per Flugzeug zu erreichen – von Tokyo aus bietet sich ein circa 60-minütiger Flug nach Komatsu (Präfektur Ishikawa) an, danach geht es am besten mit dem Bus weiter. Natürlich verkehren auch Züge von Tokyo und anderen Orten aus zu den größeren Städten in Fukui.

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