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Preissteigerung in Japan nach der Pandemie von Rindfleischgerichten bis Kaffee

Die Großhandelskosten für alltägliche Produkte steigen auch in Japan. Der Kaffee ist beispielsweise in den letzten 3 Monaten um 5% teurer geworden – vor allem Cafés in Tokio stellt das vor große Herausforderungen. In Japan ist es einmal mehr eine schockierende Erfahrung, da das schwache Wirtschaftswachstum dazu führte, dass viele Preise und auch die Löhne seit Jahren nicht gestiegen sind.

Betreiber von Cafés stellt das vor große Herausforderungen. Der Preisdruck sollte eigentlich zu Erhöhungen der Endkundenpreise für das beliebte Heißgetränk führen, allerdings wissen die Betreiber, dass Stammkunden die Erhöhung nicht tolerieren würden – die Gehälter steigen nicht, also hören die Stammkunden eher auf Kaffee auswärts zu trinken.

Verbraucher und Unternehmen von der Preisspirale gleichermaßen betroffen

In ganz Japan sind Verbraucher und Unternehmen mit einem Preisschock für alle Produkte konfrontiert: von Kaffee, Beef Bowls und anderen Artikeln, deren Preise sich während der jahrzehntelangen Deflation des Landes kaum bewegt haben.

Mehr als 12 Monate gab es eine Deflation in Japan. Die gesamtwirtschaftliche Gütermenge war größer als die Kaufkraft der Japaner – nun wandelt sich das Bild auch hier und Anzeichen einer Inflation kommen seit August auf. Ökonomen und politische Entscheidungsträger erwarten, dass sich die jüngsten Preissteigerungen in den kommenden Monaten in offiziellen Daten widerspiegeln werden.

Obwohl die Inflation in Japan (sie wird derzeit mit 0,1 Prozent angegeben; in Deutschland liegt sie im September 2021 bei 4,1%) im globalen Vergleich immer noch bescheiden ist, machen es die steigenden Rohstoffpreise für Unternehmen in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt fast unmöglich, die Großhandelspreiserhöhungen nicht weiterzugeben.

Für jüngere Japaner, von denen viele keine Erinnerung an signifikante Preiserhöhungen haben, war dies eine unhöfliche Überraschung. Haushalte, Arbeitnehmer und Unternehmen haben daher große Schwierigkeiten, den wirtschaftlichen Schlag der Pandemie abzuschütteln.

Die Einkommen stagnieren, die Steuern steigen und so werden die Menschen eigentlich immer ärmer. Am ehesten wurden die Preisänderungen bei Beef Bowls bei Restaurantketten wie Matsuya Foods festgestellt und später in den sozialen Medien kommentiert.

In den meisten Filialen hat Matsuya den Verkauf seiner 380-Yen-Premium-Beef Bowl eingestellt und begonnen, normale Bowls mit billigeren Zutaten wie gefrorenem Rindfleisch und chinesischen Frühlingszwiebeln zum gleichen Preis anzubieten.

Fast alle japanischen Branchen müssen Preise anheben

Der Milchproduktehersteller Meiji Holdings hat die Preise seiner Margarinen um bis zu 12,8% angehoben. Es ist der erste Anstieg seit 2008. Auch andere Lebensmittelunternehmen haben die Preise für ihre Hauptproduktlinien zum ersten Mal seit Jahren verändert. Obwohl dies von den Verbrauchern nicht unbedingt begrüßt wird, könnte der Trend beginnen, die Art und Weise zu verändern, wie Japaner die Preise für Grundnahrungsmittel wahrnehmen.

Die Wiederbelebung stagnierender Verbraucherpreise ist zwar seit Jahren das Hauptziel der Zentralbank, aber ihre Strategie besteht darin, die Nachfrage anzukurbeln. Inflation durch Angebotsengpässe sind dagegen unerwünscht, zumal sie nicht durch höhere Löhne ausgeglichen werden.

Im Bewusstsein der Sensibilität der Haushalte für Preiserhöhungen gehen einige Unternehmen vorsichtig vor. Aeon Co Ltd, Japans umsatzstärkster Einzelhändler, wird in diesem Jahr die Preise für etwa 3.000 Produkte seiner eigenen Marke Topvalu-Produkte nicht erhöhen. Das Unternehmen versucht, die Kosten teilweise durch Massenkäufe niedrig zu halten.

Japans Nachfrageerholung hinkt aufgrund des Coronavirus hinterher. Wenn es Preiserhöhungen gibt, wird das zu einer geringeren Nachfrage führen. Laut Experten sollte dieses Szenarium für die japanische Wirtschaft vermieden werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage in Japan weiterentwickelt.

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