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Aushilfen für Japans Raumfahrtprogramm - kein Studium erforderlich

Die Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) hat zum ersten Mal seit 13 Jahren eine Rekrutierungskampagne für neue Astronauten gestartet. Sie sollen die Raumstation bemannen, die den Mond umkreisen wird.

Die am 19. November 2021 gestartete Einstellungsoffensive verzichtet auf viele der bisherigen Bewerbungsvoraussetzungen. Die Fragen nach dem akademischen Hintergrund der Bewerber wurden beispielsweise gestrichen.

Es wird erwartet, dass "eine kleine Anzahl" von Leuten eingestellt wird. Nachdem die Auswahl voraussichtlich im Februar 2023 abgeschlossen wird, werden die Astronauten trainiert. JAXA beabsichtigt die Beteiligung am von den USA geführten Gateway-Projekt zum Bau einer Raumstation in der Mondumlaufbahn. Von den neuen Astronauten-Aushilfen wir ebenfalls erwartet, dass sie an Aktivitäten auf der Mondoberfläche teilnehmen.

Die neuen Arbeitsvoraussetzungen der japanischen Weltraumbehörde

Als JAXA 2008 das letzte Mal Astronauten-Hoffnungsträger einstellte, mussten die Bewerber ein vierjähriges Studium der Natur- oder Ingenieurwissenschaften absolviert haben. Diesmal wurde der Anwendungsbereich jedoch erweitert, um mehr Menschen zur Bewerbung zu bewegen.

Es können sich Personen bewerben, die nur die High-School abgeschlossen haben. Aber während des Auswahlverfahrens durchlaufen sie eine Englischprüfung und werden auch in Naturwissenschaften auf einem Niveau getestet, das dem japanischen Nationalen Beamtentest für allgemeine Beschäftigung entspricht. Hinzu kommt eine neue Bewertung, ob der Antragsteller seine Erfahrungen und Leistungen der Öffentlichkeit zum Ausdruck bringen kann.

Die derzeit sieben japanischen Astronauten sind alle Männer, daher wird JAXA aktiv Frauen rekrutieren. Während im letzten Bewerbungsverfahren gerade einmal 13 % der 963 Bewerber Frauen waren, wird diesmal eine Steigerung des Damenanteils von 30% anvisiert. JAXA hatte erwogen, eine Frauenquote zu schaffen, entschied sich jedoch dagegen, da die endgültige Zahl der Rekruten gering sein wird.

Mindestvoraussetzung für die Bewerbung ist eine dreijährige gesellschaftliche Tätigkeit (bei Masterabschlüssen bereits ein Jahr). Die Bewerber müssen außerdem zwischen 149,5 und 190,5 Zentimeter groß sein und dürfen keine Auffälligkeiten in ihrem korrigierten Sehen, ihrem Farbsehen oder Hören aufweisen.

Die Höhenanforderung wurde aufgrund von Raumschiff-Verbesserungen von bisher mindestens 158 Zentimetern gesenkt, was die Bewerbung für mehr Frauen erleichtert. Die Anforderung, 75 Meter schwimmen zu können, wurde ebenfalls gestrichen, da dies mit Training erreicht werden kann.

Bewerber sollen Monderkundung vorantreiben

Bisher war die Internationale Raumstation die Basis der Aktivitäten japanischer Astronauten, aber jetzt werden Bewerber mit Blick auf die Monderkundung gesucht.

Das US-amerikanische Artemis-Raumfahrtprogramm will ab 2025 wieder Astronauten auf dem Mond landen lassen. Ein japanischer Astronaut wird voraussichtlich zur Besatzung der Gateway-Station stoßen, die 2024 im Bau sein soll. Allerdings ist das Durchschnittsalter der japanischen Astronauten aktuell bei 52 Jahren. Ab den 2030er Jahren könnte es einen Mangel an Astronauten geben, genau zu dem Zeitpunkt, wenn die Mondaktivitäten voranschreiten. Die Sicherung neuer Astronauten ist daher für Japan eine dringende Aufgabe. JAXA-Rekrutierungskampagnen werden in Zukunft etwa alle fünf Jahre erwartet.

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