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Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung in der japanischen Kunstszene

Die Kunst gilt gemeinhin als Hotspot von Schönheit, Kreativität und Freizügigkeit. Neue Umfragen zeigen jedoch, dass 80% der Schaffenden der japanische Kunstszene im letzten Jahrzehnt belästigt wurden. Sie waren Machtmissbrauch und sexueller Belästigung ausgesetzt.

Neue Umfrage zu Missbrauch in der Kulturszene Japans

Insgesamt wurden 1.449 Japaner zwischen Dezember 2020 und Januar 2021 bei der aktuellen Studie befragt, die im Bereich Kunst arbeiten. Ein großer Anteil von 1.195 Befragten gab an, dass sie Missbrauch in ihrem Arbeitsleben erfahren haben. Die meisten der Opfer von Belästigung und Machtmissbrauch waren Frauen, sehr jung und Freiberufler.

Moderne Künstler, welche sich auf Anime oder Mangas spezialisiert haben, waren genauso betroffen wie Künstler klassischer Stile. Eine Verantwortliche der Studie gab an, dass es den Opfern schwerfällt, den Missbrauch zu melden. Sie haben das Gefühl, dass sie den Job brauchen und nicht ohne ihn leben können. Aus dem Grund melden sie ihre Probleme meist nicht.

Welche Arten von Missbrauch wurden häufig angegeben?

Machtmissbrauch durch Chefs, Auftraggeber oder Vorgesetzte wurde häufig genannt. Dazu gehört auch die willkürliche und unangemessene Kritik zur Arbeitsleistung. Insider der Szene sind sich sicher: Da vage Standards für Bewertungen in der Kunstszene weit verbreitet sind, ist die Wahrscheinlichkeit eines solchen Machtmissbrauchs im Vergleich zu anderen Branchen deutlich höher.

Ein Schauspieler in den Zwanzigern schrieb in der Umfrage, dass auf einer Postproduktionsparty an einer Schauspielschule andere Schauspieler aufgefordert wurden, ihn zu kritisieren. Die anderen Schauspieler hatten zeitgleich mit ihm begonnen. Er fühlte sich dabei vorgeführt.

Ein Karikaturist in den Dreißigern beschwerte sich, sein Redakteur habe ihn verspottet. Er fand den Kleidungsstil des Mannes schlecht und bezeichnete seinen Arbeitsstil daher als unstylisch.

Eine Schauspielerin in den Dreißigern sagte, sie habe am Tag einer Theateraufführung erfahren, dass ihr Kostüm umgeplant wurde. Sie sollte auf einmal einen Badeanzug anstelle ihres eigentlichen Kostüms tragen.

Einige Opfer sexueller Belästigung beklagten sich über unvernünftige Bitten um Nacktheit. Sie basierten auf zweifelhaften Behauptungen künstlerischer Verdienste. Andere Opfer wurden unter Druck gesetzt. Sie sollten sexuelle Gefälligkeiten im Austausch für Jobs gewähren.

Japans Kunstszene ist weltweit bekannt und beliebt. Mangas, Anime, traditionelle Gemälde und Kalligraphie stehen für die Kultur Japans. Das Zeichnen von Mangas ist sehr populär. Es gibt diverse Schulen in Japan, die das Zeichnen der klassischen japanischen Comics unterrichten. Viele Menschen mögen den Kunststil, da sich die Künstler am besten mit den Comics ausdrücken können.

Es zeigt sich durch die Umfrage einmal mehr, dass es viele Probleme in den modernen Kulturen der Industrieländer gibt. Sicher bringt ein Beruf im Bereich der Kunst viel Freiheiten mit sich. Wenn man jedoch Freiberufler ist, ist man von der Gunst der Auftraggeber abhängig. Das kann zu Problemen führen. Wenn man sich das nächste Mal die Mangas einer Sonderpostenabteilung ansieht, sollte man vielleicht auch daran denken.

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