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6-jähriges Mädchen von Bruder misshandelt – schlechte Werbung für junge Betreuer in Japan

Kürzlich starb ein 6-jähriges Mädchen, nachdem es von ihrem 17-jährigen Bruder misshandelt worden war. Er sollte sich als „junger Betreuer“ um seine Schwester kümmern, wenn die Mutter in der Familie nicht anwesend war. Ein Sturz vom Klettergerüst hat zum Tod des Mädchens geführt, bei der Untersuchung offenbarten sich aber rund 100 Prellungen, welche auf eine Misshandlung hindeuteten.

Was war Vorgefallen, als der 17-Jährige sich um seine Schwestern kümmern sollte?

Am Morgen des 1. August 2021 musste der 17-jährige Japaner in der Nähe eines Parks der Stadt Otsu in der Präfektur Shiga Hilfe holen. Otsu liegt in Zentraljapan unweit von Kyoto. Seine Schwester war vom Klettergerüst gefallen und brauchte dringend medizinische Hilfe. Sie brach im Park zusammen. Der Junge holte Hilfe bei einem Privathaus. Die Bewohner verständigten den Rettungsdienst. Im Krankenhaus wurde das Mädchen aber für tot erklärt.

Eine gerichtliche Autopsie ergab, dass das Mädchen am ganzen Körper etwa 100 Prellungen und mehrere gebrochene Rippen hatte. Die Polizei der Präfektur Shiga verhaftete den Jungen wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge. Ihm wird vorgeworfen, dass er seine Schwester missbraucht hatte, beispielsweise indem er ihr in den Bauch und in den Rücken trat. Der Junge gab seine Taten gegenüber der Polizei zu und erklärte sie wie folgt:

"Ich war es leid, mich um meine Schwester zu kümmern."

Die Staatsanwaltschaft des Bezirks Otsu verwies den Fall am 25. August wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge an das örtliche Familiengericht. Am selben Tag beschloss das Familiengericht, einen Jugendprozess einzuleiten und bis zum 7. September Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Wie war die familiäre Situation?

Nach Angaben des Kinderberatungszentrums der Präfektur lebte der Junge erst seit April bei seiner Mutter und Schwester. Aus finanziellen Gründen lebte der Junge seit seiner Grundschulzeit in einem Waisenhaus in der Präfektur Kyoto. Seine Schwester war ein Jahr nach ihrer Geburt einer Einrichtung in der Präfektur Osaka anvertraut worden.

Die Kinderberatungsstelle hatte die Grundschule des Mädchens am 20. Juli bei der Abschlussfeier des ersten Semesters besucht, um ihren Anwesenheitsstatus zu überprüfen. Am nächsten Tag besuchten Bruder und Schwester einen Supermarkt in Otsu, und das Mädchen wurde der Polizei gemeldet, weil sie einen Kunden nach 1.000 Yen (etwa 8 Euro) fragte.

Als die Polizei sie aufgegriffen hatte, gab es keine erkennbaren Verletzungen. Die Mutter war nicht zu Hause. Die Polizei der Präfektur informierte die Beratungsstelle über den Verdacht der Vernachlässigung. Das Beratungszentrum sollte die Mutter der Kinder am 4. August treffen. Man ging davon aus, dass ein 17-jähriger Junge einem Erwachsenen sehr nahe ist. Daher hat man entschieden, dass ein Besuch nicht sehr dringlich ist.

Die Familie war unter anderem mit Mietzahlungen mehrere Monate in Verzug geraten. Dennoch gaben Nachbarn an, dass der Bruder sich eigentlich gut um die Schwester gekümmert hat und ihr beispielsweise das Skateboard fahren beibrachte.

Weitere Analysen der Situation

Die Präfekturregierung wird eine Sitzung des Ausschusses zur Überprüfung von Kindesmissbrauchsfällen einberufen. Anwälte und Psychiater werden die Reaktion des Kinderberatungszentrums prüfen.

Die japanische Regierung gab im April die Ergebnisse der ersten Faktenerhebung zu Kindern, die Familienmitglieder betreuen, bekannt. 5,7 % der Schüler der öffentlichen Mittelschule im zweiten Jahr und 4,1 % der Vollzeitschüler im zweiten Jahr der öffentlichen High-School würden sich um wenigstens ein Familienmitglied kümmern.

Unter diesen Familienmitgliedern gaben viele der Befragten an, dass sie sich um ihre Geschwister kümmern. Etwa 10 bis 20 % der Befragten beklagten, dass sie keine Zeit für sich selbst haben und dass es psychisch für sie schmerzhaft ist. Rund 60 % haben noch nie mit jemanden über ihre aktuelle Situation gesprochen.

Die Kinderberatungsstelle hatte nie direkt mit dem Jungen und seiner Schwester gesprochen. Der Verdacht der Vernachlässigung tauchte offenbar erst auf, nachdem sie von der Polizei der Präfektur benachrichtigt worden waren. In diesem Fall werden daher sicherlich noch viele Fragen beantwortet werden müssen.

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