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Japans Karate-Nationalmannschaft: Mit Wissenschaft zu olympischen Erfolgen

Nach einem Vorfall der Machtdemonstration musste der Technische Direktor der japanischen Karate-Nationalmannschaft sein Amt niederlegen. Masao Kagawa war der einstige Cheftrainer, welcher die 28-jährige Sportlerin Ayumi Uekusa in einer Trainingseinheit vor den olympischen Spielen in Tokio verletzte. Er soll sie mit einem Bambusschwert bedroht und verletzt haben. Die Misshandlungsvorwürfe zwangen ihm zum Rücktritt

Die Athleten der Japan Karatedo Federation (JKF) werden jetzt auch von der ehemaligen Weltmeisterin Rika Usami trainiert. Die 35-jährige Trainerin möchte den Japaner Erfolge bei der Olympiade 2021 bescheren. Sie möchte mit speziellen Trainingsübungen und neuen Methoden der Aufzeichnung von Trainingseinheiten die Olympioniken weiter voranbringen.

Neue Trainerin wurde 2012 Weltmeisterin

2012 wurde die Karate-Weltmeisterschaft in Paris veranstaltet. Frankreich ist dabei für Karate-Kraftpakete bekannt. Usami trat damals in der Kata-Kategorie an. In der Disziplin zeigen Kampfsportler, wie sie sich gegen einen angreifenden hypothetischen Feind verteidigen. Nach ihrem Auftritt erhielt sie Standing Ovations von den anspruchsvollen Karate-Fans, die den Veranstaltungsort füllten. Die Zahl der Aufrufe ihres Auftritts auf YouTube hat inzwischen 17 Millionen überschritten. Dort wird die Verteidigung als "die schönste Kata der Welt" bezeichnet.

Acht Jahre nach dem Rücktritt von Usami und knapp zwei Monate vor Beginn der Spiele in Tokio wurde sie plötzlich gebeten, Trainerin bei der JKF zu werden. Sie war von der Entscheidung sehr überrascht. Sie hatte große Schwierigkeiten sich vorzustellen, dass sie die Rolle wirklich ausfüllen kann. Ihr Umfeld bekräftige sie, das sie im Alter der Kampfsportler sei und sie gut unterstützen könnte. Usami ist die erste Frau in Japans Karate-Welt, die als Trainerin berufen wurde. Sie verfolgt folgende Ziele:

"Ich bin mir meines Geschlechts nicht bewusst. Es gibt Dinge, die nur ich tun kann. Ich möchte tun, was ich kann, ohne mich über meine Fähigkeiten hinaus zu pushen.“

Neue sportwissenschaftlichen Methoden beim Karate-Team in Japan

Nach dem Rücktritt vom aktiven Kampfsport, studierte Usami Sportsystemforschung an der Graduiertenschule der Kokushikan University und analysierte wissenschaftlich den Unterschied zwischen überlegenen und minderwertigen Kata-Formen aus Sicht der Bewegungsanalyse. Mit Hilfe von Schülern maß sie die Zeit, die für Stoß- und Zugbewegungen benötigt wird.

Sie fand heraus, dass die Geschwindigkeit umso höher ist, je größer der Unterschied zwischen der langsamen und der schnellen Kraft ist. Diese Erfahrung nutzte sie und möchte sie theoretisch unterrichten.

Bei einem olympischen Mannschaftstraining wurden mehr als 40 Kameras in einem 360-Grad-Bereich um die Athleten herum aufgestellt, um ihre Bewegungen aufzuzeichnen. Die Idee ist, die Athleten durch die Einführung von "Free Viewpoint Cameras" zu stärken. Sie können ihren Kampfstil durch die Bilder besser analysieren.

Ein Leben für den Karate-Sport

Usami arbeitet als speziell ernannte Sportlehrerin für einen Sportverein in der Präfektur Tottori. Dort lebte ihr ehemaliger Meister Yoshimi Inoue, der 2015 verstarb. Während sie ihren 3-jährigen Sohn mit Hilfe der Familie erzieht, übernimmt sie die schwere Verantwortung dafür, dass Karateka im Spezialsport Japans gute Leistungen erbringen.

1986 ist Usami in Tokio geboren worden. Erst in drittem Jahr auf der High School gewann sie ihre erste nationale Meisterschaft. Im Jahr 2007, als sie Senior an der Kokushikan University war, gewann sie zum ersten Mal die JKA All Japan Karate Championship und seit 2009 gewann sie vier Titel in Folge. 2010, als sie zum ersten Mal an den Karate-Weltmeisterschaften teilnahm, belegte sie den dritten Platz, 2012 triumphierte sie bei der Veranstaltung. Usami erinnerte sich an ihre Zeit bei den Karate-Weltmeisterschaften, bei denen sie im zweiten Anlauf die Spitze erreichte:

"Ich konnte an der Frustration des Verlierens wachsen. Als ich verlor, steckte ich in einer Krise fest, und um daraus herauszukommen, Ich musste zurück zu den Grundlagen. Indem ich bei null anfing, konnte ich die Weltspitze erreichen."

Sie möchte ihre eigene Note in den Sport und die Mannschaft bringen. Ihr Ziel für die Olympischen Spiele ist es, dass Japans Karateka alle acht Wettbewerbe gewinnen. Um dies zu erreichen, wird sie die Athleten mental unterstützen, sodass sie ihre volle Leistung abrufen können.

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