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Mit der japanischen Post Stechpalmenblätter unbeschadet verschicken

Der Kundenservice in Japan ist dafür bekannt, unübertroffen zu sein. Mit bemerkenswerter Aufmerksamkeit werden die Bedürfnisse der Kunden möglichst überall ernst genommen. Von Bahnhöfen über Restaurants bis hin zu Vergnügungsparks versuchen Dienstleister, ihren Kunden den bestmöglichen Service zu bieten.

Vor kurzem ist eine Geschichte über den exzellenten Kundenservice bei der japanischen Post ans Licht gekommen. Ein japanischer Universitätsprofessor hat ein einzelnes Blatt einer Stechpalme in Japan mit der Post verschickt. Überraschenderweise kam das einzelne Blatt unbeschadet beim Empfänger an.

Professor schickt sich selbst ein Blatt einer Pflanze

Während in Deutschland Briefe und Pakete manchmal gar nicht ankommen, oder in einem eher schlechten Zustand, werden in Japan alle verschickten Gegenstände mit einer großen Portion Achtsamkeit behandelt. Die effizienten und zuverlässigen Dienste der Post werden in Japan immer wieder gelobt, aber die neue Geschichte hat sogar Japaner angenehm überrascht.

Der Universitätsprofessor Hajime Ishikawa hat per Twitter seine Erfahrungen mit der japanischen Post verbreitet. Er lud auf Twitter drei Fotos hoch, die das Blatt der Stechpalme „Ilex Latifolia“ zeigen. Das besondere an den Bildern ist, dass auf der Rückseite eine Adresse geschrieben ist. Auf der Vorderseite ist eine 120-Yen-Briefmarke (90 Cent). Die Marke wurde von der Post mit einem ordentlichen Poststempel versehen. Der Professor kommentierte die Fotos mit der Bemerkung:

„Ein Blatt ist im Briefkasten angekommen. Ordentlich gestempelt mit einem Poststempel.”

Der Professor hatte sich das Blatt selbst geschickt und dazu die Adresse auf die Rückseite des Blattes geschrieben. Aufmerksamkeit sorgte in den sozialen Medien vor allem der Postservice, eigentlich geht es aber um weitaus mehr.

Stechpalmenblatt geht um die Welt

Der Professor hat ein Stechpalmenblatt genommen und darauf seine Adresse geschrieben. Was sollte der Unfug? War es ein Test des japanischen Postsystems? Wollte er nur die Postbeamten verwirren? Oder wollte er wissen, wie weit die Liebe zu ihrem Job und der Dienstleistung wirklich geht? Nichts von alledem trifft auf den Fall zu.

Das Blatt wurde im Rahmen des Tarayou-Projekts (oder auch „Ilex Latifolia-Projekt“) verschickt, um das Bewusstsein für die Ilex Latifolia Stechpalme zu schärfen. Die immergrüne Stechpalmenart wächst und gedeiht in Südjapan sowie in Ost- und Südchina. Dort trägt sie den Namen Tarayou.

Der Professor möchte mit dem Versand von Blättern der Stechpalme daran erinnern, dass die Blätter der Stechpalmenart zum Schreiben verwendet werden können. Er verweist auf die indische Kultur, welche ebenfalls Palmblätter zum Schreiben nutzt.

Der Ilex Latifolia-Baum ist zu einem Symbol des Student Build Campus in β Village auf dem Shonan Fujisawa Campus der Keio University in der Präfektur Kanagawa (im Süden Zentraljapans) geworden.

Was ist das Ziel des Tarayou-Projekts?

Als Professor an der Fakultät für Umwelt- und Informationswissenschaften der Keio University ist Ishikawa an der Verbreitung des Wunders des Ilex Latifolia-Baums interessiert. Er möchte der breiten Öffentlichkeit das Potenzial der Stechpalme als nachhaltige und umweltfreundliche Alternative zu traditionellen Schreibwaren zeigen. Für ihn wäre es schön zu sehen, dass Tarayou-Blätter als neue Postkartenbewegung angenommen werden. Dennoch möchte Ishikawa alle daran erinnern, dass frische Blätter beschädigt werden oder andere Poststücke verfärben können.

Ishikawas Blatt wurde in einwandfreiem Zustand geliefert und erhielt online über 100.000 Likes. Es ist herzerwärmend zu sehen, wie Japans Postangestellte mit der Post so sorgfältig umgehen, dass selbst ein einziges Blatt unbeschadet den Transportweg übersteht.

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