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Reise nach Niigata zum leckersten Reis und Sake Japans

Die Präfektur Niigata im Nordwesten Honshus, der größten der drei japanischen Hauptinseln, ist geprägt durch die Berge, die sich gleich hinter der schmalen Küstenebene erheben und – wie fast überall in Japan – durch das Meer.

Die Präfektur Niigata, die sich aus den historischen Provinzen Echigo und Sado – einer Honshu vorgelagerten Insel – zusammensetzt, erstreckt sich über gute 240 Kilometer entlang der japanischen See. Der längste Fluss Japans – der Shinano – mündet bei Niigata, der gleichnamigen Hauptstadt der Präfektur, ins Meer. Die sich hinter der fruchtbaren Ebene erhebenden Bergketten haben einen großen Einfluss auf das Wetter und damit auch auf die Landwirtschaft und den Tourismus. Neben heißen Quellen, den so genannten Onsen, ist Niigata so touristisch vor allem als Skigebiet bekannt und in ganz Japan beliebt. Vor allem um die beiden im Inland gelegenen Städte Myōkō und Yuzawa und die auf über 2000 Meter ansteigenden umliegenden Berge gibt es tolle Skigebiete. Wirtschaftlich ist die Präfektur Niigata vor allem für Landwirtschaft und Fischerei bekannt. Reis aus Niigata, insbesondere die Sorte Koshihikari gilt im allgemeinen als der Beste ganz Japans und auch der Sake aus der Region hat einen exzellenten Ruf. Einen besonderen Boom hat in den letzten Jahren der Anbau von Schnittblumen erfahren. Heute ist Niigata eines der wichtigsten Anbaugebiete für Blumen in ganz Japan und hat unter anderem die höchste Tulpenproduktion. Seit der Einrichtung einer Shikansen Schnellzug Strecke in den 80er Jahren kann man in nur zwei Stunden von Tokio nach Niigata reisen.

Das Geheimnis des besten Reis Japans

Landschaft mit Reisfeldern und grünen Bergen
An den Berghängen in der Präfektur Niigata gibt es unzählige Reisfelder, die im Frühjahr vom Schmelzwasser aus den Bergen profitieren. - Bild: © Sana - Fotolia.com

Reis ist das wichtigste Lebensmittel in Japan und wird zu so gut wie jeder Mahlzeit gereicht. Kein Wunder also, dass man in Japan nicht nur eine ganze Reihe verschiedener Reissorten kennt, sondern auch ganz genau auf Qualitätsunterschiede achtet. In der Präfektur Niigata wird unter anderem der bei den Japanern besonders beliebte Koshihikari angebaut. Diese gar nicht so alte Sorte, die erst 1956 durch Zucht entwickelt wurde, hat es inzwischen sogar auf den deutschen Markt geschafft. Der Reis aus Niigata profitiert ganz allgemein nicht nur von der langen Tradition des Reisanbaus in der Region, sondern auch vom kräftigen Schneefall im Winter.

Im Frühling wässert die Schneeschmelze die Reisfelder und bringt wertvolle Mineralien und Nährstoffe mit aus den Höhenlagen. Auch das im Sommer sehr stabile Klima der Region ist perfekt für den Reisanbau und erlaubt einen zurückhaltenden Einsatz von Düngemitteln. Seit 2005 hat sich die Landwirtschaftsfläche, auf der der Einsatz von künstlichem Dünger um 50% oder mehr reduziert werden konnte, von etwa 9.000 Hektar auf 76.000 Hektar vervielfacht. Viele Reisbauern in der Region nutzen die natürlichen Mineralien des Schmelzwassers im Frühling für den Anbau. Die Präfektur Niigata hat heute die größte Anbaufläche für Reis in Japan (noch vor Hokkaido und Akita) und hier werden landesweit die höchsten Erträge erzielt, obwohl sehr viel Wert auf die Qualität gelegt wird.

Sake aus Niigata – Reiswein in all seinen Facetten

Sake wird aus einer Flasche in eine Sake-Schale gegossen
In Niigata werden viele hochwertige Sake Sorten gebraut. Nach alter Tradition stellen die meisten Braumeister der Präfektur ihren Sake per Hand und nicht industriell her. - Bild: © Kazoka303030 - Fotolia.com

Wo hervorragender Reis angebaut wird, da sind die Sakebrauer nicht weit. Wenn es in Niigata auch nicht so viele Brauereien gibt, wie rund um die Hauptstadt Kyoto, die traditionell ein Zentrum der Sake Herstellung ist, so hat sich doch eine breite Szene herausgebildet, die von kleinen Traditionsbrauereien bis hin zu industriellen Herstellern reicht. Die Präfektur ist stolz darauf, dass die meisten Brauereien ihren Sake nach althergebrachten Traditionen per Hand herstellen. Niigata produziert im Vergleich zu anderen Regionen Japans nur einen Bruchteil des japanischen Sake – gerade mal 8 Prozent des in Japan hergestellten Sake werden in Niigata gebraut. Dafür konzentrieren sich die örtlichen Braumeister auf die Produktion von hochwertigen Sake Sorten, die fast alle per Hand hergestellt werden. In Niigata Stadt gibt es sogar ein Sake Forschungszentrum, das weltweit führend ist, wenn es um Innovationen für die Sake-Qualität und -Herstellung geht. Beispielsweise wurde dort eine neue Reissorte entwickelt, die vor allem für die höchstqualitativen Sake Sorten Daiginjo und Ginjo der neue Standard werden soll.

Schneelandschaft mit Bäumen und Berg im Hintergrund
Das Geheimnis der besonderes hochwertigen Reissorten aus Niigata liegt nicht nur in der Beschaffenheit der Landschaft, sondern auch am Schnee, der jedes Jahr in großen Mengen fällt. - Bild: © tetsusan - Fotolia.com

Bei Besuchern der Präfektur sind vor allem die Brauereitouren beliebt, bei denen man in das Geheimnis der Sakeherstellung eingeführt wird und an deren Ende – natürlich – eine Verkostung steht. Hier lohnt es sich, den Weg zu einer der alten Traditionsbrauereien wie der 1767 gegründeten Imayo Tsukasa in Niigata Stadt aufzunehmen. In dem renovierten Brauhaus aus der Edoperiode wird noch heute der selten gewordene „junmai“ Sake hergestellt. Diese Sake Sorte wird nur aus Reis, Wasser und dem Koji-Pilz hergestellt – ohne Zusatz von destilliertem Alkohol. In Niigata nutzt die Brauerei zur Herstellung von Sake das Quellwasser des nahegelegenen Berges Sugana-dake. Wer keine Zeit für eine richtige Brauereitour hat, der kann gleich neben dem Bahnhof von Niigata das Sake Museum besuchen. Dort kann man neben einer Sake Verkostung natürlich auch die eine oder andere Flasche im Museumsshop erstehen.

Warum es gerade in Niigata so hochwertigen Sake gibt, ist in einem Wort erklärt: Schnee. In der Präfektur fällt jährlich viel Schnee, dessen Schmelzwasser eine große Rolle beim Reisanbau und beim Brauen spielt. Der viele Schneefall sorgt aber auch auf natürliche Weise für eine saubere Luft, sodass sich beim Brauen kaum Mikroben, Keime oder Schmutz in der Luft befinden. Beim Sake Brauen werden übrigens andere Reissorten verwendet als die normalen Verzehr-Sorten.

Niigata – Sehenswürdigkeiten und Ausflüge

Tarai-Bune auf dem Meer vor der Insel Sado in Niigata
Wenn man die Präfektur Niigata besucht, sollte man sich einen Ausflug in einem der kleinen Fassboote in der Region Sado nicht entgehen lassen. - Bild: © tkro_photohito - Fotolia.com

In Niigata gibt es vier ausgeprägte Jahreszeiten, was die Präfektur zu jeder Zeit eine Reise wert macht. Eine der größten Sehenswürdigkeiten der Präfektur Niigata ist ganz klar die atemberaubende Natur – von den Steilklippen bei Oya-Shirazu über Wasserfälle, Nationalparks und die beliebten Onsen bis hin zu den schneebedeckten 2000ern des Inlands. Neben dem schon angesprochenen Besuch in einer Sake-Brauerei lohnt es sich auch, eines der gut erhaltenen alten Farmhäuser zu besuchen. Wer genug Zeit hat, der muss die sich kulturell wie im Dialekt deutlich von der restlichen Präfektur unterscheidende Insel Sado besuchen, auf der es interessante Schreine und Museen gibt. Ein besonderer Spaß: Eine Fahrt in den Tarai-Bune, fassartigen kleinen Booten, die es traditionell nur auf Sado gibt.

Wer Wintersport liebt, findet in den Bergen eine große Zahl an Skigebieten, in denen man den ganzen Winter über Skifahren oder Snowboarden kann. Außerdem gibt es im Februar das eine oder andere Event, bei denen die Besucher zauberhafte Lichtinstallationen oder riesige Schneeskulpturen bewundern können.

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