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Kumamoto auf Kyūshū – Vulkane und Thermalbäder entdecken

Die Präfektur Kumamoto auf der Insel Kyūshū, der westlichsten der vier japanischen Hauptinseln und ist in etwa deckungsgleich mit der historischen Region Higo. Zentrum der Präfektur ist die gleichnamige Hauptstadt. Hier leben annähernd vierzig Prozent der Bevölkerung. Der Name der Provinz stammt vom Namen der bedeutenden Burg Kumamoto. Neben der Burg Matsumoto und Himeji gehört sie zu den drei Nihon sanmeijō (日本三名城, dt. „drei bedeutsamen Burgen Japans“).

Die Umwandlung der Region Higo in die Präfektur Kumamoto fällt wie bei fast allen Präfekturen Japans in die Zeit der Meiji Restoration und der Abschaffung des Feudalsystems Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts. Die spätere Gemeindereform wurde unter Mithilfe deutscher Experten durchgeführt.

Neben der sehr sehenswerten Hauptstadt der Provinz Kumamoto ist diese vor allem durch ihre reizvolle Landschaft und die Strände im Westen der Präfektur ein beliebtes Ausflugsziel. Besonders eindrucksvoll ist der Vulkan Aso, nach dem Fuji-san sicher der bekannteste Vulkan Japans.

 

Kumamoto-Stadt: eine Metropole abseits ausgetretener Pfade

 

Schloss-Kumamoto
Blick vom Schloss auf Kumamoto - Bild: © Vit Kovalcik - Stocks.Adobe.com

Die Stadt mit ihren rund 740.000 Einwohnern ist die drittgrößte Stadt auf Kyūshū und kann auf eine stolze Geschichte zurückblicken. Hier befindet sich die bekannte Burg Kumamoto, nach der Stadt wie Präfektur benannt sind.

Um die Burg liegt das Stadtzentrum, hier ist alles gut fußläufig zu erkunden. Besonders beliebt sind die „obere“ und „untere“ Straße rund um das Tsuruya Kaufhaus (鶴屋百貨店 ) und den sich anschließenden Einkaufspassagen. Anders als in den meisten anderen japanischen Städten hat sich in Kumamoto ein privates Kaufhaus halten und gegen die sonst allgegenwärtigen Kaufhausketten durchsetzen können.

Neben vielen sehenswerten Museen gibt es in Kumamoto-Stadt auch einen in ganz Japan berühmten Park, den jeder Besucher sich unbedingt ansehen sollte.

Der 水前寺成趣園 Suizenji Jōju-en oder (in der Kurversion)水前寺公園 Suizenji-kōen (kōen = Park) erstreckt sich in etwa über 7 Hektar und ist thematisch an den 53 Herbergen des Tōkaidō ausgerichtet.

Die Herbergen säumten einst den traditionellen Handelsweg zwischen Kyoto und Edo - es gibt sogar eine Mini-Fuji Nachahmung.

Hierzulande war Kumamoto zuletzt vor allem wegen den tragischen Erdbeben vom 14. und 16. April 2016 in den Nachrichten präsent, bei denen 50 Menschen ums Leben kamen und schwere Schäden an Häusern und Infrastruktur verzeichnet wurden.

 

Suizenji-Garten in Kumamoto
Kunstvolle Landschaftsansichten im berühmten Suizenji-Garten in Kumamoto - Bild: © bedroomjek - Stocks.Adobe.com

 

Die Oiran-dōchū: traditionelle Freudenmädchen-Paraden im Mai und Oktober

Zweimal im Jahr kann man in Kumamoto-Stadt in eine besondere Facette der japanischen Kultur und Geschichte eintauchen. Zur Goldenen Woche Anfang Mai und zum Lichterfest am zweiten Oktoberwochenende lebt die Tradition der Oiran (花魁, sinnhaft übersetzt „Die schönste aller Blumen“) wieder auf.

Diese so genannten ehemaligen japanischen Edel- Kurtisanen, die hierzulande weit weniger bekannt sind, als die Geisha, trugen immer besonders prachtvolle Kimonos, üppiges Make-Up, aufwendige Frisuren.

Sie waren nie alleine unterwegs, sondern wurden immer von jüngeren Oiran-Anwärterinnen und Dienern begleitet – auch um sicher auf den gut 20cm hohen Geta-Sandalen durch die Straßen zu kommen. Mit dem Verbot der Prostitution 1957 verschwanden auch die letzten Oiran und ihre vormals prachtvollen Paraden durch die Straßen der Städte, die damals schon viele Schaulustige anzogen.

Wer das Glück hat, zur richtigen Zeit in Kumamoto zu sein, kann diesem Schauspiel beiwohnen und einige der aufwendigsten Kimono-Stylings bewundern, die in ganz Japan zu finden sind.

 

Der Aso Kuju Nationalpark – Wandern und Genießen im Vulkantheater

 

Vulkan-Aso-Nationalpark-Kumamoto
Bizarre Landschaft - der aktive Vulkan Aso im gleichnamigen Nationalpark - Bild: © panithi33 - Stocks.Adobe.com

 

Der Aso ist nach dem Fuji wohl der bekannteste Vulkan Japans und zudem nach wie vor aktiv. Deshalb kann man auch nicht zu jeder Zeit bis an den Kraterrand heran, aber auch in der Umgebung einer der größten Calderas (Krater) der Welt gibt es viel zu entdecken.

Neben tollen Wanderungen und Mountainbike-Touren, die sich inzwischen auch bei vielen ausländischen Besuchern großer Beliebtheit erfreuen, kann man auch die sensationellen Sonnenaufgänge und die weite, schöne Natur genießen. Außerdem ist die Region rund um den Aso japanweit für seine Onsen (traditionelle Badehäuser an heißen Quellen) bekannt.   

 

Mit dem Dampfzug durch Hitoyoshi

Das im südlichen Teil der Präfektur gelegene Gebiet Hitoyoshi rund um die Städte Hitoyoshi, Yatsuhiro und Minamate bildet zusammen mit den Landkreisen Kuma und Ahikita den Besuchern viel Natur und atemberaubende Landschaften.

Besonders beliebt ist es diese mit einem alten Dampfzug zu entdecken. Auf dem Kuma-gawa Fluss werden auch Floßkreuzfahrten angeboten – wunderbar entschleunigend und ganz nah dran an der Natur. Die Tage lässt man dann am besten mit Kuma Shōchū, dem üblicherweise aus Gerste oder Süßkartoffel gebrannten „japanischen Vodka“, ausklingen. Dem Kuma Shōchū, der in dieser Gegend schon seit über 400 Jahren gebrannt wird, ist in Hitoyoshi sogar ein eigenes Museum gewidmet.

 

Titelfoto

Die Oiran-dōchū Parade spielt historisch den Spaziergang der schönsten Oiran in ihrem Viertel zu Ehren ihrer Gäste nach. 

Copyright: ken10ro - adobe stocks

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