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Was aus Origami Papier alles hergestellt werden kann

Wer einen ordentlichen Papierflieger basteln kann, erntet in den westlichen Kulturkreisen oft schon etwas Anerkennung. Origami hingegen stellt derartige Werke um Längen in den Schatten. Mit einem einfachen Quadrat aus Origami Papier entstehen bei entsprechender Geduld und Raffinesse fantastische Tiere wie Kraniche oder Hunde, Drachen und anderen Fabelwesen, Blüten, Schachteln, Bälle oder Alltagsgegenstände. Aber auch nahezu alle anderen Motive lassen sich mit etwas Geschick aus einem einzigen Blatt Origamipapier falten. Natürlich sind komplexere Figuren oft genauso schwierig, wie sie aussehen. Doch es kann sich durchaus lohnen, die traditionelle japanische Faltkunst zu erlernen.

Wo liegt der Ursprung aller Origami Figuren rückblickend?

Origami Schachteln in verschiedenen Mustern
Kleine Schachteln aus Origami Papier können zum Beispiel zum Einpacken kleiner Geschenke genutzt werden. - Bild: © Miya - Fotolia.com

Beliebt und bekannt wurde das Origami Papier falten durch Japan, weshalb die Faltkunst auch weltweit unter dem japanischen Namen geläufig ist. Allerdings kann die Geschichte von Origami nicht eindeutig zurückverfolgt werden.

Ebenso gab es in China und im mittelalterlichen Europa verschiedene Techniken zum Falten von Papier, die dem Origami von heute ähneln. Am Anfang des siebten Jahrhunderts, als das erste Papier von China nach Japan kam, begann die Entwicklung der traditionellen Faltkunst. Damals war Origami jedoch kein künstlerisches Hobby. Lange Zeit galt das Origami als Opfergabe zu zeremoniellen Anlässen, die speziellen Falttechniken wurden innerhalb der Familie weitergegeben. Über die Zeit entwickelte sich diese Kunstfertigkeit weiter, sodass zahlreiche Techniken entstanden und die Origami Kunst als solche langsam ihre Form annahm.

Die Kunst des Origami Papier Falten, wie wir sie heute kennen

Origami Schulranzen neben Kirschblüten
Aus Origami-Papier kann man nicht nur Kraniche falten, sondern auch andere Tiere oder Alltagsgegenstände wie Schulranzen. - Bild: © 文哉 加藤 - Fotolia.com

Viele Origami Figuren, die heute noch sehr beliebt sind, entstanden in der Edo-Zeit in Japan (1603-1868). Diese Zeitperiode umfasst die Herrschaft der Tokugawa-Shogune, die aufgrund der langen Friedenszeit besonders prägend für die Entwicklung und Verfeinerung verschiedener traditioneller Kunstformen war. Auch der Origami Frosch, der Origami Schwan und die wohl beliebteste aller Figuren, der Origami Kranich, entstanden mit hoher Wahrscheinlichkeit zu dieser Zeit. Auch ist die Edo-Zeit weitestgehend für die Verbreitung der Origami Figuren verantwortlich. Während Papier und somit auch alle daraus gefertigten Kunstwerke zuvor der Oberschicht vorbehalten waren, wurde es in der Edo-Zeit leichter zugänglich, weshalb auch die zeremonielle Bedeutung der Figuren in den Hintergrund trat und das Origami Papier Falten zum Zeitvertreib wurde, wie es auch heute noch praktiziert wird.

Die Verbreitung der japanischen Faltkunst in Europa

Dass auch fast jeder Europäer etwas mit dem Begriff Origami anfangen kann, liegt zu einem großen Teil an dem im Jahre 2005 verstorbenen Künstler Akira Yoshizawa. Yoshizawa bereicherte die Faltkunst mit neuen Techniken wie zum Beispiel dem Nassfalten, aber auch mit leicht verständlichen Anleitungen zum Nachmachen. Diese sorgten dafür, dass Origami Papier in seiner Nutzung auch international Anklang fand und sich zu einem beliebten Hobby weltweit entwickeln konnte. Zugleich wurden viele von Yoshizawas Anleitungen zum Standard, was das Erlernen der Faltkunst ebenfalls vereinfachte. Heutzutage lassen sich auch auf dem europäischen Markt zahlreiche Fachbücher und Anleitungen finden, sodass jeder Interessierte direkt losfalten kann.

Das richtige Origami Papier für die kleinen Kunstwerke

Origami Herz falten mit rotem Papier
Mit der richtigen Falttechnik kann man einfache oder komplizierte Origami-Kunstwerke erschaffen. - Bild: © go2spike - Fotolia.com

Obwohl weniger komplexe Figuren auch mit einem gewöhnlichen Blatt Druckerpapier gelingen, lohnt es sich, nicht nur über die Techniken, sondern auch über die Wahl des richtigen Papiers nachzudenken. Spezielles Origami Papier hat häufig eine unbedruckte Seite und eine Seite mit Muster, was nicht nur einen interessanten Effekt erzeugt, sondern auch während des Faltens hilfreich sein kann. Aufgrund seiner eher geringen Papierstärke weist es zudem gute Falteigenschaften auf. Da die meisten Figuren ein Quadrat als Ausgangsform haben, ist Origamipapier bereits in der quadratischen Form zugeschnitten. Dabei gibt es verschiedene Formen und Ausführungen wie das Washi Papier oder das prächtige Chiyogami. Mit allen Origami Papier Sorten lassen sich ganz unterschiedliche Faltkunstwerke erstellen.

Welche Bedeutung dem Kranich im Origami zukommt

1000 bunte Origami Kraniche
Derjenige, der 1.000 Kraniche faltet, bekommt der Legende nach einen Wunsch erfüllt. Im Friedenspark in Hiroshima sind die langen Kranichketten ein gewohnter Anblick. - Bild: © haruna23 - Fotolia.com

Besondere Berühmtheit in der Welt des Origami hat der Kranich. Die Origami Kranich Bedeutung symbolisiert ein langes, glückliches Leben und verspricht demjenigen, der tausend Kraniche faltet, die Erfüllung eines Wunsches. Ein Grund dafür, dass der Origami Kranich die am häufigsten gefaltete Figur ist, ist wohl auch das japanische Mädchen Sadako Sasaki.

Nach dem Atombombenabwurf der USA über der Stadt Hiroshima im Jahre 1945 erkrankte das junge Mädchen an Leukämie, die durch die Strahlung ausgelöst wurde. Im Krankenhaus begann sie tausend Kraniche zu falten, um wieder gesund zu werden. Leider konnte ihr Wunsch nicht in Erfüllung gehen, da Sadako es nur bis zum 644. Kranich schaffte, ehe sie verstarb. Doch ihre Mitschüler falteten die restlichen Figuren, sodass sie mit 1.000 Kranichen beerdigt werden konnte. Heute steht in Hiroshima ein Denkmal zu Ehren Sadakos. Aufgrund seiner Bedeutung und der Hintergründe ist der Origami Kranich bis heute auch ein populäres Motiv für Schmuck wie diese Washi Haarstäbe und Kranich Ohrringe. Wie man einen solchen Origami Kranich falten kann, veranschaulicht diese Video-Anleitung:

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