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Die Geschichte Japans Teil 1: Das Reich der Sonne

Japans historische Entwicklung ist ebenso umfangreich wie faszinierend. Aufgrund der komplexen Vielfalt kann man in einem Artikel wie diesem nicht auf alle Aspekte eingehen. Dennoch möchten wir die Geschichte Japans kurz anreißen, denn wer sich für japanische Kultur und Lebensweise interessiert, sollte auch die geschichtlichen Zusammenhänge dahinter zumindest im Ansatz kennen. Der Inselstaat hat sich aufgrund seiner Abgeschiedenheit schon früh nach der Besiedlung durch Einwohner des asiatischen Festlandes sehr eigenständig entwickelt, so dass Vergleiche zwischen den Nachbarn Korea und China grundsätzlich nicht einfach sind. Dennoch ist die Geschichte Japans in Kurzfassung nicht zu erzählen, ohne auch auf diese Wurzeln einzugehen.

Der Ursprung Japans liegt auf dem Festland

Wie fast überall auf der Welt entwickelten sich auch in Asien Kulturen von Jägern und Sammlern, die vor rund 30.000 Jahren auch erstmals die japanischen Inseln erreichten. Eine wirkliche Besiedlung im eigentlichen Sinne durch Urvölker wie die Ainu fand aber wohl erst um 15.000 vor Christus statt. Es gibt jedoch auch ältere Funde, weswegen sich die Historiker hier nicht ganz einig sind. Nachfahren dieser Volksgruppe finden sich übrigens noch heute auf der Insel Hokkaido im Norden Japans. Die erste ernsthafte und systematische Besiedlung im eigentlichen Sinne ist in der Geschichte Japans aber erst um 300 vor Christus nachgewiesen. Zu dieser Zeit erreichten immer mehr Einwanderer die Inseln, die heute zum japanischen Hoheitsgebiet gehören. In erster Linie stammten diese Menschen aus der Region des heutigen Korea und gelten als die eigentlichen Vorfahren der heutigen Japaner. Diese auch als Yamato-Kultur bezeichnete Einwanderung hat Japan nachhaltig geprägt, denn sie verdrängte alle anderen bisher auf den Inseln ansässigen Bewohner mit der Zeit. Ursprünglich vor allem im Süden beheimatet, breitete sich die Yamato-Kultur bald auch in die nördlichen Gebiete aus. Zentrum des Wirkens dieser Zuwanderer war die Hauptinsel Honshu, von wo aus sie einen regen Handel mit dem Festland unterhielten und unter anderem den Anbau von Reis in Japan durchsetzten.

Der erste Staat in der Geschichte Japans

Noch heute identifiziert sich das japanische Herrscherhaus mit jenen Yamato, die ursprünglich aus Korea stammten. Sie gelten als direkte Vorfahren des Kaisergeschlechts. Doch konkret verweist man bei der Herkunft der Kaiser auf einen Mythos, nach welchem der Tenno (himmlischer Herrscher) von einer Sonnengöttin namens „Amaterasu“ abstammt. Es ist zu vermuten, dass hierin auch das Symbol der japanischen Flagge begründet liegt, das allerdings erst deutlich später verwendet wurde. Während die Ureinwohner der Ainu sich immer weiter in den Norden zurückzogen, breiteten sich die Yamato fast überall aus. Zu dieser Zeit wurde die Shinto-Religion Bestandteil der japanischen Kultur. Übersetzt bedeutet Shinto in etwa „Weg der Götter“ und ist noch heute weit verbreitet. Dabei gehen die Gläubigen von der Existenz mehrerer Gottheiten aus, die mit verschiedenen Riten zu den jeweiligen Anlässen geehrt werden. Dieser Religion sind auch heute noch viele wunderschöne Tempelanlagen in Japan zuzuordnen. Auf diesem Fundament gründete sich der erste wirkliche Staat auf den japanischen Inseln.

Einfluss Chinas wächst mit der Zeit

Das damals sehr mächtige China übte einige Jahrhunderte später einen großen Einfluss auf die japanischen Nachbarn aus. Etwa ab 600 nach Christus brachten sie sowohl technische als auch gesellschaftliche Neuerungen ins Land, die für die Geschichte Japans zum Teil noch heute von Bedeutung sind. Diese moderne Lebensweise war in Japan durchaus willkommen, denn viele Schriftgelehrte brachen zu umfangreichen Reisen auf das Festland auf und informierten sich eingehend über die dortigen Sitten, Gebräuche und politischen Systeme. Vieles davon wurde in der japanischen Gesellschaft übernommen. Das heutige Kyoto, das lange Zeit der Regierungssitz der japanischen Kaiser war, wurde beispielsweise nach dem architektonischen Schachbrettmuster der damaligen chinesischen Hauptstadt Xi'an angelegt. Aus China kam auch eine spirituelle Bewegung nach Japan, der Buddhismus. Der heute bekannte (für Japan so typische) Zen-Buddhismus schaffte es aber erst im Jahre 1200 n.Chr. auf die japanischen Inseln. Auch er hatte seinen Ursprung auf dem chinesischen Festland. Die Schriftzeichen Japans und Chinas sind heute sehr verschieden. Und doch scheinen sie sich irgendwie zu ähneln. Diese Ähnlichkeit kommt nicht von ungefähr, denn tatsächlich übernahmen die Japaner die chinesischen Schriftzeichen und wandelten sie bis zur heute gebräuchlichen Form ab. Durch die Einführung dieser Schrift wurde auch der einfache Austausch von Schriften und Gesetzen möglich, nach deren Vorbild die japanische Gesetzgebung gestaltet wurde. Weitere Ähnlichkeiten liegen in der Übernahme handwerklicher und künstlerischer Traditionen, die in China ihren Ursprung haben.

Die Macht der Shogune

Teilen mussten die japanischen Kaiser ihre Macht bald mit den sogenannten Shogunen, die dem Adel angehörten und als militärische Führer agierten. Etwa ab dem 10. Jahrhundert beeinflussten sie die japanische Machtpolitik in vielen Feldern und sorgten dafür, dass der jeweilige Kaiser sich eng mit ihnen abstimmen musste, um seine eigene Machtposition nicht zu gefährden. In jener Zeit tauchten die ersten Samurai auf, die legendären Krieger, die vor allem die Schwertkampfkunst zur Perfektion kultivierten. Während die Samurai zunächst nicht dem Adel angehörten, dienten sie diesem bedingungslos. Später wurden immer mehr Samurai selbst in den Adelsstand erhoben, ähnlich der Entwicklung der Ritter im europäischen Teil der Welt.

Kriege mit den Mongolen erschüttern Japan

Die Mongolen hatten sich bis zum 13. Jahrhundert überall in Asien ausgebreitet. Lediglich die japanischen Inseln konnten nicht erobert werden. Die Möglichkeiten für eine umfassende Invasion waren zu dieser Zeit technisch noch sehr begrenzt. Außerdem hat die japanische Topographie stets den Verteidigern in die Hände gespielt. Hinzu kam, dass Stürme mehrfach die Kriegsschiffe der Mongolen versenkten, wofür die Japaner ihren Göttern noch lange Zeit dankten.

Europa besucht Japan

Als im 16. Jahrhundert mit den Portugiesen die ersten Europäer nach Japan reisten, führten sie in manchen Regionen auch das Christentum ein. Obwohl bis heute nur eine kleine Minderheit dem christlichen Glauben angehört, wurden die damit verbundenen Traditionen fast immer von den Herrschern toleriert. Bei Ankunft der Portugiesen herrschte in Japan ein heftiger Bürgerkrieg. Die Auseinandersetzungen spielten sich in der Regel zwischen dem Kaiser und den Shogunen ab, doch auch die Provinzen rebellierten bisweilen gegen die mächtige Hauptstadt. Eine Vereinigung unter ein Herrscherhaus wurde erst wieder durch den General Toyotomi Hideyoshi möglich, der endlich einen stabilen Frieden brachte. Gescheitert ist Hideyoshi anschließend allerdings beim Versuch, Korea zu erobern.

Erzwungene Handelsbeziehungen

Im Jahr 1868 war die Herrschaft der Shogune endgültig vorbei. Die an kolonialer Macht interessierten europäischen Staaten wie Holland, Frankreich, Großbritannien und Russland zwangen die Japaner gemeinsam mit den USA zu einer Öffnung ihrer Häfen und der Unterzeichnung von Handelsverträgen. Da die bis dahin noch in den mittelalterlichen Traditionen verwurzelten Samurai den modernen Waffen der Kolonialmächte nichts entgegensetzen konnten, blieb Japan keine Wahl, als sich mit den neuen Gegebenheiten abzufinden. Vielmehr entwickelte Japan relativ schnell eigene Ambitionen, ein Kolonialstaat zu werden und rüstete das Militär mit modernen Waffen auf. Verbunden mit einer Modernisierung und vor allem einer Industrialisierung führte dies Japan ins 20. Jahrhundert.

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