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Grüner Tee: Wundermittel in der Teetasse?

Unzählige Sorten, sagenhafte Wirkungen – längst ist der grüne Tee in Deutschland angekommen. Manche trinken ihn als kalorienarme Erfrischung, andere aus gesundheitsbewusster Überzeugung. Doch kann grüner Tee tatsächlich als gesundes Getränk gelten?

Die oberflächliche Antwort ist: Ja, auf jeden Fall. Doch Tee ist nicht gleich Tee – die vielen Sorten haben einen unterschiedlich hohen Koffeingehalt und enthalten unterschiedliche Inhaltsstoffkombinationen. Wer aus gesundheitlichen Gründen Tee trinken möchte, sollte die Inhaltsstoffe des grünen Tees kennenlernen und zunächst ausprobieren, was dem eigenen Körper am besten bekommt. Mittlerweile sind Tees für nahezu jedes Wehwehchen und sogar (chronische) Erkrankungen erhältlich – zur Stärkung des Immunsystems, bei Stoffwechselproblemen, Diabetes, Magen-, Darm-, und Leberbeschwerden und sogar begleitend zu Demenz- und Krebs-Therapien. Es sollte jedoch bedacht werden, dass der Tee vor allem präventiv wirken kann und kein Allheilmittel ist. Richtig zubereitet und regelmäßig getrunken kann er eine gesunde Lebensweise aber durchaus unterstützen.

Grüner Tee – gewusst, wie

Die perfekte Zubereitung von Grüntee erfordert manchmal einiges an Übung. Besonders beim Zubereiten von Matcha-Tee. Für Sencha und andere Grüntee-Sorten ist vor allem die Ziehzeit entscheidend.
Die perfekte Zubereitung von Grüntee erfordert manchmal einiges an Übung. Besonders beim Zubereiten von Matcha-Tee. Für Sencha und andere Grüntee-Sorten ist vor allem die Ziehzeit entscheidend. - Bild: © norikko - fotolia.com

Die traditionelle japanische Teezubereitung, die die Grundlage zur klassischen japanischen Teezeremonie bildet, hat sich über Jahrhunderte entwickelt. Da der grüne Tee aus China nach Japan kam, gibt es je nach Sorte, Region und Geschmack verschiedene „Rezepte“, mit denen achtsam umgegangen wird. Die wesentlichen Elemente der Zubereitung sind Tee- und Wassermenge, Wassertemperatur und Ziehdauer. Bei traditioneller Teebereitung werden häufig mehrere Aufgüsse gemacht, um einen möglichst feinen Geschmack zu erzielen. Die Grundidee ist immer die gleiche: Der Tee, meist zwischen 2 und 3 Gramm pro Person, wird in eine Kanne gegeben, das Wasser gekocht und anschließend auf die ideale Temperatur abgekühlt. Der Tee wird aufgegossen und die Ziehzeit ganz genau eingehalten. Wer kein Thermometer zur Hand hat, kann sich grob daran orientieren: ca. 90 Grad heiß ist frisch gekochtes Wasser. Gibt man es in einen Wasserkühler („Yuzamashi“) oder gießt es erst einmal in die Teetassen um, verringert sich die Temperatur auf ca. 80 Grad. Je öfter man das Wasser umgießt, desto geringer wird die Temperatur. Unterschiedliche Teesorten erfordern eine unterschiedlich heiße Wasserzugabe, dieser Aspekt ist beim Genuss von grünem Tee also auf keinen Fall zu vernachlässigen.

In japanischer Tradition ist ein zweiter Aufguss der Teeblätter sehr verbreitet. Dies zielt vor allem darauf ab, geschmackliche Variationen zu erhalten und die vielen feinen Aromen des verwendeten Tees zu entdecken. Zu beachten dabei ist: Mit jedem neuen Aufguss sollte die Ziehzeit verringert werden, beim zweiten beispielsweise um mindestens ein Drittel der Zeit.
Aus rein gesundheitlichen Aspekten ist der erste Aufguss der Wertvollste, beim zweiten Aufguss gelangen weniger Aminosäuren und mehr Bitterstoffe in den Tee, die Inhaltsstoffkombination ist nicht mehr so ausgewogen. Besonders wichtig: Wer die wertvollen Inhaltsstoffe des grünen Tees schätzt, sollte seine Tasse innerhalb der ersten zehn Minuten leeren – der Tee verliert seine Wirkung, wenn er steht.

Grüner Tee: Sorten, die man kennen sollte

Grüntee ist nicht gleich Grüntee. Jede Sorte hat ihren ganz eigenen Geschmack. Hojicha, zum Beispiel, besitzt ein feines Röstaroma und eine eher orange Farbe, da die Teeblätter nach dem Trocknen geröstet wurden.
Grüntee ist nicht gleich Grüntee. Jede Sorte hat ihren ganz eigenen Geschmack. Hojicha, zum Beispiel, besitzt ein feines Röstaroma und eine eher orange Farbe, da die Teeblätter nach dem Trocknen geröstet wurden. - Bild: © Egidia Degrassi - fotolia.com

Sencha, mit der populärste Tee Japans, bietet durch seine Balance aus Süße und Bitterkeit die optimale Grüntee Erfrischung. Um diese zu erreichen, sollte der Tee mit 80°C heißem Wasser aufgegossen werden. Milder wird er bei 60-70°C. Die Ziehzeit variiert nach Sorte des Senchas zwischen 40 und 120 Sekunden. Er versorgt mit Koffein, Bitterstoffen und Vitaminen und gilt als Stoffwechselankurbler – damit eignet er sich auch als Unterstützung für alle, die abnehmen wollen.

Gyokuro ist ein eleganter, sehr milder Grüntee. Um seine Süße zu genießen, sollte er mit weniger heißem Wasser um die 50°C aufgegossen werden und relativ lange ziehen, zwischen 120 und 150 Sekunden. Gyokuro eignet sich gut als Frühstückstee und bietet ausgewogenes Koffein, zusammen mit Chlorophyll und Aminosäuren.

Bancha Tees, längere und gröbere Teeblätter, die geröstet Hojicha genannt werden, zeichnen sich durch weiches, nussiges Aroma aus. Pure Bancha Blätter werden mit kochendem, der Hojicha mit 80°C heißem Wasser aufgegossen und kurz, ungefähr 30 Sekunden, ziehen gelassen. Diese Tees sind stark basisch, gut verträglich, fördern die Verdauung und enthalten Mineralstoffe, Spurenelemente und Eisen.

Genmaicha ist wie der Bancha eine gröbere Teesorte, die durch gerösteten Reis ergänzt wurde und so eine malzige Note erhält. Die Zubereitung ähnelt der eines Bancha. Durch seinen geringeren Koffeingehalt ist er ein bekömmlicher, beruhigender Grüntee für den Abend.

Matcha ist im Unterschied zu anderen Sorten gemahlen und kommt als Pulver. Von diesem werden jeweils ein oder zwei Gramm in separaten Schalen aufgegossen mit Wasser von 70° bis 80°C. Der Tee muss, da er sonst Klümpchen bildet, in den Schalen mit einem Bambusbesen („Chasen“) geschlagen werden. Erst so bekommt der Matcha seine charakteristische Cremigkeit und entfaltet seinen süßlich-bitteren Geschmack. Mit seinem belebenden Koffeingehalt, Vitaminen, Eisen und Antioxidantien gilt er als „Alleskönner“ unter den Grüntees. Ausführliche Informationen bietet auch http://www.matcha-tee.org.

Gesundheit – Tee, der nachhaltig wirkt

Die vielen reichhaltigen Inhaltsstoffe von Grüntee fördern die Gesundheit, denn grüner Tee ist reich an Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen.
Die vielen reichhaltigen Inhaltsstoffe von Grüntee fördern die Gesundheit, denn grüner Tee ist reich an Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen. - Bild: © Alexandra Thieltges - fotolia.com

Schon die japanischen Standard Grüntees können mit einer breiten Fülle an Inhaltsstoffen aufwarten. Dazu zählen natürliches Koffein, das der Körper dank im Tee erhaltener Aminosäuren besser vertragen kann, und zudem eine Vielfalt an Mineralstoffen, Spurenelementen, Bitterstoffen, Vitaminen, Enzymen, ätherischen Ölen und mehr. Wer den grünen Tee aus Gesundheitsbewusstsein zu sich nimmt, ist mit geringeren Ziehzeiten von maximal zwei Minuten und einer niedrigen Wassertemperatur zwischen 50° und 60°C bei allen Sorten am besten beraten. Je länger der Tee zieht, desto mehr Bitterstoffe enthält er, desto unausgewogener wird der Mix der Inhaltsstoffe – hohe Temperaturen wiederum können Inhaltsstoffe zerstören. Vom zweiten und dritten Aufguss sind aus gesundheitlicher Sicht keine Vorteile zu erwarten, geschmacklich können sie durchaus interessant sein.

Der regelmäßige Genuss grünen Tees kann sich positiv auf die Gesundheit auswirken – koffeinsensible Menschen sollten jedoch nicht zu viel grünen Tee trinken. Das gilt insbesondere für schwangere und stillende Frauen. Da grüner Tee entwässernd wirkt, sollte auf ausreichenden Wasserkonsum geachtet werden. Um eine Abstumpfung der Wirkung zu vermeiden, sollte zwischen den Sorten gewechselt werden.

Tee-Anbaugebiete in Japan

In Japan gibt es verschiedene Anbaugebiete, die für ihre hochqualitativen Grüntees bekannt sind. Dazu zählen die Region Uji bei Kyoto, die Präfektur Shizuoka westlich von Tokyo und die Präfektur Kagoshima auf Kyushu.
In Japan gibt es verschiedene Anbaugebiete, die für ihre hochqualitativen Grüntees bekannt sind. Dazu zählen die Region Uji bei Kyoto, die Präfektur Shizuoka westlich von Tokyo und die Präfektur Kagoshima auf Kyushu. - Bild: © sumire8 - fotolia.com

Japans Grüntee wird zum größten Teil westlich von Tokio in der Präfektur Shizuoka produziert. Hier ist das Klima günstig, denn der empfindliche Tee benötigt sowohl Sonne, als auch viel Regen und ist sehr kälteempfindlich. Shizuoka, wo die Winter mild sind, ist vor allem für die Sorten Sencha und Sencha Fukamushi bekannt. Die zweitgrößte Teeregion ist Kyushu, die drittgrößte japanische Insel. In den verschiedenen Gebieten von Kyushu werden unter anderem Sencha, Chiran, Kirishima, Shibushi, Gyokuro, Fukamushi Sencha, Tamaryokucha und Kamairicha geerntet. Nahezu alle japanischen Tees weisen je nach Region feine Unterschiede auf und werden schonend verarbeitet. Im Gegensatz zu Sorten aus dem weiteren asiatischen Raum werden die Teeblätter hier gedämpft statt erhitzt. So bleiben die vielen wertvollen Inhaltsstoffe und feinen Nuancen der Teesorten besser erhalten.

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