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Asiatischer Kampfsport: Von Karate bis Tai Chi

Von asiatischen Kampfsportarten geht eine große Faszination aus. Sie versprechen häufig nicht nur eine kämpferische Überlegenheit gegenüber (nicht selten körperlich stärkeren) Gegnern, sondern fast immer auch philosophische Ansätze, die zur Entspannung, Meditation und sogar zur geistigen Erleuchtung dienen. Japanische Kampfkünste werden unter dem Oberbegriff Budo zusammengefasst. Das Wort bedeutet „Weg des Kampfes“ oder auch „Weg des Krieges“ – nicht zu verwechseln mit Bushido, dem Weg des Kriegers.

Karate ist einer der bekanntesten Kampfsportarten. Auch in Deutschland gibt es viele Kampfsportschulen, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene in diesem Sport ausbilden.
Karate ist einer der bekanntesten Kampfsportarten. Auch in Deutschland gibt es viele Kampfsportschulen, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene in diesem Sport ausbilden. - Bild: © Konstantyn - fotolia.com

Im Gegensatz zu reinen Kriegskünsten ist der Budo Kampf auch stets durch eine innere Do-Lehre geprägt. Zu Budo werden die bekannten Kampfsportarten Jiu Jitsu, Judo, Aikido, Ninjutsu, Karate, Kendo, Kyudo, Sumo, Iaido und einige weitere gezählt. Heutzutage wird asiatischer Kampfsport im Übrigen auch in sportliche und rein kämpferische Elemente getrennt. So werden chinesische Kämpfer selten von Kampfsport, sondern stets von Kampfkunst sprechen, da es in vielen Kung Fu-Stilen nicht um sportlichen Vergleich geht, sondern um möglichst effiziente Techniken. Sportliche Regeln wie im Judo oder Karate sind unbekannt. Ein großer Unterschied ist auch, dass Kampfkünste oft nicht über ein traditionelles Gurtsystem verfügen wie es bei vielen Budo-Sportarten üblich ist. In China, wo auch der eigentliche Ursprung für das japanische Karate liegt, gilt Kung Fu nur als Oberbegriff vieler verschiedener Stile. Im Westen sind vor allem Shaolin und Wing Chun bzw. Wing Tsun sehr bekannt. Letztere gehören zudem zu den sogenannten Wushu-Stilen, die sich durch besondere Effizienz und eine gewisse Sanftheit auszeichnen, dabei aber dennoch höchst wirkungsvoll sind.

Auch in anderen asiatischen Ländern haben sich Derivate der verschiedenen Kampfkünste entwickelt. So spricht man beim koreanischen Tae Kwon Do oft von einer „akrobatischen Variante des Karate“. Aber auch Hapkido, das Elemente unterschiedlicher Stile in sich vereint, ist dort sehr populär. Überhaupt entwickeln sich immer wieder neue Kampfsportarten aus bestehenden Stilen. Selbst Bruce Lee kreierte seinen eigenen Stil Jeet Kune Do, indem er Elemente des Wing Chun konsequent verbesserte und seinen eigenen Vorlieben anpasste.

Jiu Jitsu und anderer asiatischer Kampfsport im Westen

Zunächst waren im Westen nur Karate und Judo bekannt. Mittlerweile steigt das Interesse an weiteren asiastischen Kampfsportarten wie Jiu Jitsu, Aikido oder Kendo.
Zunächst waren im Westen nur Karate und Judo bekannt. Mittlerweile steigt das Interesse an weiteren asiastischen Kampfsportarten wie Jiu Jitsu, Aikido oder Kendo. - Bild: © Dimitar Marinov - fotolia.com

Vor allem die Karate- und Kung Fu-Filmwelle der 1970er (hier allen voran Bruce Lee, Chuck Norris und David Carradine) hat zur Verbreitung von asiatischem Kampfsport im Westen beigetragen. Schulen für Judo, Karate oder Jiu Jitsu waren schon früh überall zu finden und erfreuten sich großer Popularität. Später kamen dann eher unbekannte Stile wie Aikido oder Kendo hinzu, die aber mittlerweile gleichrangig zu den anderen Kampfsportarten stehen. War der philosophische Aspekt für viele Kampfsporttreibende im Westen zunächst eher uninteressant, stieg das Interesse für die inneren Aspekte der Übungen ab den späten 80er Jahren stark an.

Heute gelten Stile wie Tai Chi (das als „Schattenboxen“ gegen imaginäre Gegner im Prinzip oft mehr als Gymnastik denn als Kampfkunst betrachtet wird) als ebenso populär wie das reine Wettkampf-Judo der 70er Jahre. Generell kann man zwischen eher defensiven und offensiven Stilen unterscheiden. Judo oder Aikido kommen erst dann zur Anwendung, wenn der Angreifer einen bereits berührt, weil die Techniken direkten Körperkontakt erfordern. Während Judo von Haltetechniken, Griffen und Würfen gekennzeichnet ist, zeichnet sich Aikido durch höchst effiziente Hebel aus, mit denen man einen Gegner auch durchaus entwaffnen kann. Daran sieht man, dass eine defensive Ausrichtung ohne Schläge und Tritte nicht unbedingt mit Schwäche gleichzusetzen ist. Vielmehr vermeiden die defensiven Stile eine allzu aggressive Haltung und möchten den Kampf nach Möglichkeit vermeiden. Kommt es jedoch zum Kampf, soll er auch gewonnen werden. Beim Karate oder Tae Kwon Do sind die Grundpositionen bereits ein Warnsignal an den Gegner und dienen der Abschreckung. Sie eignen sich aber durchaus auch zum Eröffnen einer Kampfhandlung, also dem Angriff. Beide Elemente vereinen viele Kung Fu-Stile. Im Wing Chun folgt man zum Beispiel eher der „sanften“ Federtechnik und leitet die Energie des Angreifers wirkungsvoll ab. Man nutzt sie sogar, um mit möglichst geringem eigenen Kraftaufwand effektive Ergebnisse zu erzielen. Wing Chun wurde konsequent von einer Frau entwickelt, um sich gegen die aggressiven Shaolin-Techniken wehren zu können, die in vergangenen Jahrhunderten das Kung Fu prägten. Wing Chun lässt sich bis ins hohe Alter betreiben und kommt gänzlich ohne Akrobatik aus, gilt aber in Fachkreisen als eines der perfektesten Kampfsysteme. Komplett offensiv ausgerichtet ist hingegen Kendo, das auf den Schwertkampftechniken der Samurai basiert. Dabei handelte es sich ursprünglich um eine reine Kampftechnik ohne große Beachtung der inneren Philosophie. Doch auch beim Kendo gilt inzwischen das meditative Element als wichtig. Ganz ähnlich ist es beim Sumo, das zwar ohne Waffen auskommt, aber eher aggressiv in der Anwendung ist. Die Einschüchterung des Gegners gehört hier zur zeremoniellen Kampfvorbereitung dazu. Im starken Gegensatz dazu steht Kyudo, das japanische Bogenschießen, dessen viele rituell festgelegte Abläufe einen stark meditativen Charakter besitzen. Natürlich kommt es auch darauf an, das Ziel möglichst mittig zu treffen, doch weit wichtiger ist es, alle notwendigen Bewegung präzise auszuführen und seinen Geist zu fokussieren.

Wozu Kung Fu Schuhe gut sind

Für Kung-Fu und Tai Chi ist nicht nur die innere Einstellung wichtig. Auch das richtige Schuhwerk kann eine entscheidende Rolle spielen.
Für Kung-Fu und Tai Chi ist nicht nur die innere Einstellung wichtig. Auch das richtige Schuhwerk kann eine entscheidende Rolle spielen. - Bild: © Monika Wisniewska - fotolia.com

Asiatischer Kampfsport wird manchmal in Tabi-Socken, häufiger aber mit blanken Füßen auf gepolsterten Matten ausgetragen, etwa beim Judo oder Karate. Doch in den letzten Jahren hat sich dies zum Teil geändert. Zum einen spielen hygienische Gründe sicherlich eine Rolle. Zum anderen verletzt man sich Füße und Zehen nicht so leicht, wenn man spezielle Schuhe bei den Übungen trägt. Natürlich sind Turnschuhe gerade bei Tritten im Training ungeeignet, da sie ein hohes Verletzungsrisiko mit sich bringen. Aus dem Kung Fu übernehmen daher viele Kampfsportschulen mittlerweile die Tradition der Kung Fu Schuhe. Dabei, und bei den eng verwandten Tai Chi Schuhen, handelt es sich um aus fester Baumwolle gefertigtes Schuhwerk, das innen weich gepolstert ist und selbst an heißen Tagen ein sockenloses Tragen ermöglicht. Sie schützen die Füße, ohne die Verletzungsgefahr des Trainingspartners zu erhöhen und geben außerdem festen Halt auf glatten Böden. Da gerade im Kung Fu oft ohne Matten trainiert wird, ist der feste Stand besonders wichtig. Doch auch in der Freizeit werden Tai-Chi Schuhe und Kung Fu Schuhe immer häufiger von Asien-Fans getragen, da sie sehr bequem und vielseitig sind.

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