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Anime-Conventions – die bunte Welt des japanischen Zeichentricks

Das Interesse der europäischen Bevölkerung an Japan und der japanischen Kultur wächst stetig. Auch unter jüngeren Menschen lässt sich ein starkes Interesse feststellen. Bei ihnen ist das Augenmerk häufig auf Manga und Anime ausgerichtet. Aber auch und insbesondere darüber entwickelt sich ein gutes Verständnis für Japan.

Es gibt inzwischen diverse Anime und Manga, die international erfolgreich sind. Einige davon sind zum Beispiel Detektiv Conan, Inuyasha, Naruto, One Piece oder Sailor Moon. Bei all diesen Beispielen handelt es sich um Manga, die später verfilmt worden sind und weltweit als Anime-Serie ausgestrahlt wurden bzw. werden. Viele Manga und Anime haben traditionelle und kulturelle Elemente. So spielt sich die Handlung von Inuyasha zum Beispiel vorrangig im Japan der Sengoku-Zeit ab (15. und 16. Jahrhundert). Viele der dort auftretenden Charaktere sind außerdem Wesen aus der japanischen Mythologie. In Anime mit historischem Setting kommen öfter traditionelle Kleidung oder Häuser vor (z.B. bei Naruto  oder bei Rurouni Kenshin), bei Anime mit modernen Settings tauchen oft Sportarten wie Kyudo oder Kendo als Nachmittagsaktivität in der Schule der Protagonisten auf. Die meisten Animefans sind deshalb mit der traditionellen japanischen Lebensart bereits vertraut. Da liegt es nur nahe, dass Anime-Conventions abgesehen von dem modernen Zeichentrick auch dessen traditionelle und kulturelle Grundlagen präsentieren. Auch Japanwelt wird in diesem Jahr schon zum dritten Mal in Folge auf der Connichi vertreten sein und dort neben modernen Artikeln ebenfalls traditionelle Produkte aus Japan präsentieren.

Mit der Connichi kommt ein Stück Japan nach Deutschland

Manche Conventions bieten ein Matsuri, ein japanisches Fest, bei dem traditionell Yukata getragen werden. Doch auch ohne Matsuri sieht man auf vielen Conventions Menschen im Kimono oder Yukata.
Manche Conventions bieten ein Matsuri, ein japanisches Fest, bei dem traditionell Yukata getragen werden. Doch auch ohne Matsuri sieht man auf vielen Conventions Menschen im Kimono oder Yukata. - Bild: © to35ke75 - Fotolia.com

Im September steht die Anime-Convention Connichi 2016 an. Vom 16. bis zum 18. September 2016 haben Besucher im Kongress Palais in Kassel die Möglichkeit, sich in die Welt des japanischen Zeichentricks zu begeben. Die Connichi selbst versteht sich als „ehrenamtlich organisierte Veranstaltung mit den Schwerpunkten auf Anime, Manga und japanischer Populär- und Jugendkultur“. Zur japanischen Populär- und Jugendkultur zählen zum Beispiel Konsolen, Brett- und Kartenspiele, Cosplay und Showgruppen-Auftritte. Die Anime-Convention stellt außerdem vier Ausstellungsebenen zur Verfügung, auf denen man von klassischen bis zu modernen alles Mögliche an japanischen Artikeln ergattern kann. Aber die Connichi ist nicht die einzige Veranstaltung bzw. Convention dieser Art.

Manga- und Anime Conventions in Deutschland erfreuen sich großer Beliebtheit

Cosplay ist ein wichtiger Teil von Conventions. Meist werden Charaktere aus Anime, Manga, Games oder Comics nachgestellt.
Cosplay ist ein wichtiger Teil von Conventions. Meist werden Charaktere aus Anime, Manga, Games oder Comics nachgestellt. - Bild: © guruXOX - Fotolia.com

Wer sich mit Japan und insbesondere Manga sowie Anime auseinandergesetzt hat – oder sogar Fan ist –, wird sich nicht wundern, dass diese Form des Zeichentricks auch andere Länder verzaubert hat. Für andere mag es überraschend sein, wie viele Anime-Conventions es inzwischen in Deutschland gibt. Neben der Connichi und der DoKoMi gibt es noch über 20 weitere Veranstaltungen dieser Art. Aber auch in anderen Ländern Europas und in den USA finden Conventions statt. Interessant ist außerdem, dass bei diesen Veranstaltungen eben nicht ausschließlich moderne Popkultur präsentiert wird, sondern auch die Traditionen, die der Popkultur zugrunde liegen, einen immer höheren Stellenwert erhalten. Da so viele Anime-Serien traditionelle Aspekte innehaben, lernt der aufmerksame Zuschauer schon dadurch eine Menge über japanische Kultur.

Wie Anime-Conventions zur Vermittlung von Kultur beitragen

Einige Conventions bieten Shows mit traditionellen japanischen Künsten. Darunter auch Tanzaufführungen von Geishas oder das Spielen japanischer Instrumente.
Einige Conventions bieten Shows mit traditionellen japanischen Künsten. Darunter auch Tanzaufführungen von Geishas oder das Spielen japanischer Instrumente. - Bild: © otent - Fotolia.com

Auf Anime-Conventions wie der Connichi und der DoKoMi wird traditionellen Künsten und Produkten immer mehr Raum gegeben, das Japanfestival in Berlin bietet sogar hauptsächlich eine Bühne für japanische Kultur und Tradition. Neben japanischen Kampfsport-Vorführungen wie Kendo, Karate, Kyudo (Bogenschießen) oder Samuraikampf gibt es traditionelle japanische Musik von Taiko-Trommlern, Shamisen-Spielern oder japanischen Chören. Natürlich darf auch Kalligraphie auf solchen Veranstaltungen nicht fehlen. Sie wird dort nicht nur vorgeführt, sondern man kann sich auch manchmal selbst an der Schreibung des eigenen Namens versuchen. Ebenso gibt es auch Veranstaltungen, auf denen die berühmte japanische Tuschekunst Sumi-E demonstriert wird.

Japanische Sportarten wie Karate oder Kyudo (Bogenschießen) finden ebenfalls ihren Platz auf verschiedenen Anime Messen.
Japanische Sportarten wie Karate oder Kyudo (Bogenschießen) finden ebenfalls ihren Platz auf verschiedenen Anime Messen. - Bild: © mtaira - Fotolia.com

Kulinarische Spezialitäten aus Japan und die Kunst der Teezeremonie haben selbstverständlich auch ihren Platz auf einer Convention. Entweder in Form einer Vorführung oder zum Mitmachen und Probieren. Darüber hinaus gibt es Verkaufsstände für traditionelle japanische Gegenstände wie Tee und Teegeschirr, Daruma, Kimono, Tabi, Fächer, Schirme, Kalligraphie-Pinsel, Origami-Papier und mehr. Japanwelt wird neben modernen Artikeln auch mit diversen Produkten aus der Kategorie „Traditionelles“ nicht nur auf der Connichi, sondern auch auf dem im Januar 2017 stattfindenden Japanfestival in Berlin vertreten sein, auf dem Japanfestival sogar schon zum sechsten Mal in Folge. Aber nicht nur die Conventions und ihre Besucher, sondern auch die Macher des Zeichentricks haben ihre eigenen Möglichkeiten, Traditionelles und Werte sowie Kultur zu vermitteln.

Studio Ghibli – japanisches Zeichentrickfilmstudio mit traditioneller Animationstechnik

Den meisten dürfte das 1985 gegründete Studio Ghibli seit dem Film Prinzessin Mononoke ein Begriff sein. Spätestens mit Chihiros Reise ins Zauberland und Das wandelnde Schloss hat das japanische Zeichentrickfilmstudio weltweit einen hohen Bekanntheitsgrad erlangt. Studio Ghibli zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es im Gegensatz zu den meisten anderen Anime-Produktionen immer noch vornehmlich klassische Animationstechniken verwendet, anstatt alles am Computer entstehen zu lassen. Zu den klassischen Animationstechniken gehören beispielsweise handgezeichnete Folien, die dann abfotografiert werden.

Die Filme aus dem Studio Ghibli sind sehr vielseitig und setzen sich unter anderem mit dem Geist der japanischen Gesellschaft auseinander. Themen wie Umweltschutz, Natur im Allgemeinen und Kultur sind häufig gegenwärtig. Aber auch Kriegen und Ereignissen wie der Besetzung Ostasiens durch China wird Ausdruck verliehen. Nicht zuletzt wird auch die Religion, der Buddhismus und der Shintoismus, gewissermaßen fokussiert. Ohne jemals ausdrücklich thematisiert zu werden, sind einige Punkte der religiösen Lehren (z.B. das Erstreben eines harmonischen Miteinanders zwischen Mensch und Natur) mit den Handlungen der Protagonisten verknüpft. Auch abgesehen von typisch japanischen Kleidungsstücken und anderen traditionellen Gegenständen vermitteln die Anime des Studio Ghibli japanische Kultur und japanische Werte an den Zuschauer. Seit August 2014 befindet sich das traditionsreiche Animationsstudio allerdings in einer Schaffenspause, um sich nach dem Rückzug des japanischen Animationsmeisters Hayao Miyazaki neu zu orientieren.

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