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Japanische Washi-Papierkünstlerin baut in Italien „Brücken“

Meiko Yokoyama ist eine japanische Papierkünstlerin. Sie ist in der westjapanischen Stadt Aki in der Präfektur Kochi vor etwas 45 Jahren geboren. Mittlerweile lebt sie in Italien und bestückt ihren YouTube-Kanal mit Videos über die Entstehung ihrer Kunstwerke. Sie hat bisher 7 Videos mit Handwerkern aus Italien und Japan erstellt. Andere Videos zeigen hingegen die Künstlerin bei ihrem Schaffensprozess.

Yokoyama möchte den kulturellen Austausch zwischen beiden Ländern indirekt durch Videos fördern, nachdem ihre geplanten Veranstaltungen inmitten der Coronavirus-Pandemie abgesagt wurden. Auf diese Weise möchte sie mit ihrer Kunst „Brücken“ zwischen den Kulturen bauen.

Was zeigt die Japanpapier-Künstlerin in den Videos?

In einem Video sieht man einen italienischen Restaurator, der gekonnt ein Blatt transparentes dünnes Washi-Blatt auf ein westliches Papier klebt und kommentiert:

"Es gibt verschiedene Papier-Arten und Farben. Das Washi-Papier ist sehr wichtig, da wir ursprünglich keine so große Vielfalt an Papiersorten für Restaurierungsarbeiten hatten."

In einem anderen Video zeigen Papierhersteller in der Stadt Ino in der Präfektur Kochi, wie sie das Washi-Papier produzieren. Der Herstellungsprozess des lokalen Tosa-Washi wird gezeigt. In den Szenen ist unter anderem das Schöpfen von Papierzellstoff zur Herstellung des japanischen Papiers zu sehen. Dabei stellen die Handwerker auch Fragen zu dem Papier.

Wie kam es zu der Idee mit den Videos über Papierkunst?

Yokoyama ist ebenfalls Regisseurin der Videos. Sie ist eine in Florenz lebende Künstlerin, die an ihrer einzigartigen "Washi-Arte" arbeitet, in dem sie Blätter Washi-Papier zerreißt und Bilder durch das Einfügen und Zusammenfügen der Streifen erstellt.

Sie verwendet hauptsächlich Tosa-Washi für ihre Kunstwerke und hat sich bemüht, die Italiener mit Washi vertraut zu machen. Die Künstlerin hat ebenfalls Workshops für Einheimische abgehalten, um die Verwendung des Papiers erlebbar zu machen. Inmitten der Coronavirus-Pandemie geriet Italien jedoch in eine ernste Situation. Eine Reihe von Yokoyamas Workshops und anderen Veranstaltungen mussten deshalb abgesagt werden.

Während dieser Zeit kam sie auf die Idee, in beiden Ländern an Papier beteiligte Personen zu interviewen und durch die Veröffentlichung der Videos die Interaktion mit dem Japanpapier zu fördern.

Jedes Video ist ungefähr 5 bis 15 Minuten lang. Yokoyama begann das Projekt im März 2020. Die Videos wurden im Dezember 2020 auf ihrem YouTube-Kanal "Meiko Yokoyama" veröffentlicht. Fünf Videos wurden von Yokoyama und ihren Helfern in Italien gedreht. Die anderen beiden wurden in Japan von Mitarbeitern des Ino-cho Paper Museum festgehalten.

Sie erklärte, dass die Melodien in den Videos speziell von einem Musikdirektor eines städtischen Theaters in Florenz komponiert wurden. Sie verfolgt mit dem Projekt folgende Absicht:

"Ich hoffe, dass sich die 'Papierbrücken' ausbreiten werden, wenn Menschen auf der ganzen Welt, die sich mit Papier beschäftigen, die Videos ansehen. Ich möchte aber auch, dass Leute, die nicht direkt mit Papier zu tun haben, zuschauen. Ich bin froh, wenn sie ebenfalls die Anziehungskraft des Materials in verschiedenen Formen spüren."

Im Japanwelt-Shop finden Sie Washi-Papier unter der Oberkategorie Origami, da es ebenfalls zum Falten der bekannten Tiere verwendet wird. Ansonsten wird das Japanpapier bei den sogenannten Masking-Tapes (japanisches Klebeband zum Basteln) eingesetzt.

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