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Sony Music: Unterstützung des psychischen Wohlbefindens von Künstlern

In Japan, wo psychische Erkrankungen noch immer als Tabuthema gelten, hat die Musikabteilung der Sony Group Corp. ein bahnbrechendes Projekt gestartet. Man möchte den unter Vertrag stehenden Künstlern psychische und physische Gesundheitsversorgung bieten.

Das Unternehmen, das Stars LiSA und Akiko Yano betreut, hat auf die Probleme der Coronavirus-Pandemie für ihre Künstler reagiert. Da die Arbeitsstile und Verträge von Künstlern unterschiedlich sind, obliegt die Pflege ihrer Gesundheit meist den Künstlern selbst oder ihren Managern. Das steht im starken Gegensatz zu Firmenangestellten, deren Arbeitgeber sie regelmäßig untersuchen lassen.

Sony startet neues Programm für die Gesundheit von Musikern

Im Rahmen des neuen Programms, das im August 2021 gestartet wurde, bietet Sony Music Entertainment (Japan) Inc. seinen Künstlern rund um die Uhr kostenlose medizinische Online-Beratung und regelmäßige psychische sowie körperliche Untersuchungen an.

Die neue Initiative wurde mit dem Namen "B-Side" in Japan gestartet. Psychische Hilfe ist in Japan im Gegensatz zu Europa und den Vereinigten Staaten für Künstler schwer zu finden. In den anderen Ländern arbeiten Musikunternehmen mit gemeinnützigen Organisationen zusammen, die das psychische Wohlbefinden ihrer Künstler unterstützen.

Derzeit können rund 400 bis 500 Personen die Dienstleistungen von B-side in Anspruch nehmen. Die Nachfrage ist zwar noch relativ gering, es zeigt sich aber, dass sie stetig steigt.

Darüber hinaus plant das Unternehmen, für alle Mitarbeiter interne Workshops durchzuführen, um das Bewusstsein für psychische Gesundheit zu schärfen. Man möchte ein Umfeld schaffen, in dem im Unternehmen offener über das Thema gesprochen werden kann.

Bewertung des Programms in Japan

Viele Experten sehen es als ersten Schritt an, um offen über psychische Probleme zu sprechen. Vor allem ältere Manager würden jüngeren Künstlern immer noch Steine in den Weg legen, weil sie es so aus ihrer eigenen Zeit kennen. Jüngere Künstler haben jetzt verschiedene Ziele für ihre Karriere, von Auftritten in großen Konzertsälen bis hin zur Online-Präsentation ihrer Werke. Wenn die Manager diese sich ändernden Bestrebungen nicht verstehen, kann dies zu ernsthaften Problemen führen, einschließlich des Aufzwingens eines nicht nachhaltigen Arbeitsstils für aufstrebende Künstler.

Künstler sind auch anfällig für den Glauben, dass Angst oder Schmerz eine notwendige Quelle der Kreativität sind. Die Ansicht wird in Japan oft von Fans und Produzenten geteilt. Zu dem Druck, heute einen neuen Song zu kreieren, kommt noch die Erwartung, dass der Künstler ihn in den sozialen Medien bewerben. Dabei spielt es keine Rolle, ob er das will.

Solche Erwartungen können Künstler daran hindern, die Ruhe zu bekommen, die sie brauchen, selbst wenn sie sich nicht gestresst fühlen. Einige Künstler sehen soziale Medien als Belastung, auch weil sie dadurch anfälliger für Online-Angriffe werden.

Experten meinen, dass das eigentliche Probleme in anderen Branchen auftritt. Die Entwicklung kann das öffentliche Bewusstsein für die psychische Gesundheitsversorgung stärken, wenn mehr Künstler in der Lage sind, über ihre Bedeutung zu sprechen. Beispiele aus Übersee wie die US-Sängerin Billie Eilish oder die südkoreanische Boyband BTS, die offen über ihre Herausforderungen gesprochen haben, zeigen den positiven Effekt.

Sony Music sei als Unternehmen bereit, seine Erfahrungen zu teilen und mit anderen Unternehmen der Branche zusammenzuarbeiten. Man ist auch offen für Kooperationen mit Gesundheitsorganisationen zur Unterstützung von Künstlern, wie dies bereits in den USA und Europa geschieht.

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