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Toyota erzielt Einigung über Entschädigung für den Selbstmord eines gemobbten Ingenieurs

Der japanische Autohersteller Toyota Motor Corporation hat eine Einigung mit der Familie eines Ingenieurs erzielt, dessen Selbstmord aufgrund von Belästigungen durch seinen Chef als arbeitsbedingter Tod eingestuft wurde.

Toyota versprach, gegen Mobbing am Arbeitsplatz vorzugehen, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten. Die Verantwortlichen zeigten aufrichtige Reue, da das Leben eines wertvollen Arbeiters verloren ging.

28-jähriger Ingenieur begeht bei Toyota Suizid

Der damals 28-jährige Ingenieur wurde von seinem Chef immer wieder verspottet. Er wurde an das Nehmen von freien Tagen gehindert und zum Sterben aufgefordert. Sein Selbstmord im Jahr 2017 wurde zwei Jahre später von einem regionalen Arbeitsamt als berufsbedingter Todesfall eingestuft, was seiner Familie einen Anspruch auf Entschädigung verschaffte. Sein Name wurde aus Datenschutzgründen zurückgehalten, was in Japan Standard ist.

Um zukünftig psychologischen Missbrauch zu verhindern, wird Toyota die Gesundheitsversorgung der Arbeiter verbessern, das Management besser ausbilden, die Arbeiter schulen und eine Arbeitsplatzkultur fördern, in der Mitarbeiter Probleme ansprechen können.

Das Unternehmen erklärte nach der Einigung, dass sie versprechen, Manager zu schulen, die sich für ihre Mitmenschen interessieren. Der Anwalt des Opfers und seiner Familie ist Yoshihide Tachino. Er machte Toyota für das Missmanagement verantwortlich, als das Mobbing weitergeführt wurde.

Die Höhe der Entschädigung bleibt geheim

Die Höhe der Entschädigung, welche die Familie erhalten wird, wurde nicht bekannt gegeben. Der Vergleich umfasst die von Toyota versprochenen Präventivmaßnahmen sowie eine gründliche Untersuchung des Todes. Firmenpräsident Akio Toyoda traf sich mit der Familie des Verstorbenen und versprach, Veränderungen herbeizuführen. Der Anwalt fordert jedoch, dass die Veränderungen der Arbeitsplatzkultur kontrolliert werden. Der Anwalt kommentierte:

„Wir glauben, dass die Bemühungen, Mobbing in Machtpositionen einzudämmen, seinem tragischen Tod, der mit 28 zu früh kam, Respekt zollt, obwohl nichts jemals als Vergleich ausreichen wird.“

Missbrauch und Mobbing in Japan hat System

Der Fall hat Aufmerksamkeit erregt, da er ein häufiges Problem im arbeitssüchtigen Japan hervorhebt, wo solcher Missbrauch oft unkontrolliert oder unentdeckt bleibt.

Beschwerden in Japan über verschiedene Missbräuche am Arbeitsplatz, einschließlich sexueller Belästigung und Probleme beim Elternurlaub, sind auf etwa 88.000 Fälle pro Jahr gestiegen. In den letzten 15 Jahren haben sich die Anzahl der Arbeitsmissbrauchsfälle verdreifacht.

Die Probleme sind weit verbreitet und betreffen die Polizei, Schulen und Judo-Athleten sowie verschiedene andere Unternehmen.

Was ist bei Toyota vorgefallen?

Im Fall Toyota schikanierte der Vorgesetzte des jungen Ingenieurs ihn ständig, auch mit Hinweis auf seine Vorbildung. Obwohl er einen Abschluss von der renommierten University of Tokyo hatte, war sein Bachelor-Abschluss von einer weniger elitären Schule. Solche Hintergrunddetails können im konformistischen Japan schmerzlich entscheidend sein.

Der Ingenieur hat 2015 bei Toyota angefangen. Bereits nach kurzer Zeit sagte er den Kollegen und Freunden, dass er lieber sterben würde, als das Leiden zu ertragen. 2016 nahm er sich eine Auszeit wegen psychischen Stresses. Als er zur Arbeit zurückkehrte, wies ihn Toyota einer anderen Abteilung zu. Er arbeitete aber immer noch auf derselben Etage wie sein ehemaliger Chef. Die Eltern trauern immer noch um ihren Sohn und ließen durch eine Erklärung verlauten:

„Unsere Herzen schmerzen immer noch über das, was mit unserem geliebten Sohn passiert ist. Und wenn wir an ihn denken, wollen wir ihn nur wiederhaben.“

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