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Japan 2020: Höchststand beim durchschnittlichen Meeresspiegel

Der durchschnittliche Meeresspiegel entlang Japans Küste hat im Jahr 2020 einen neuen Höchststand erreicht. Der Meeresspiegel stieg um mehr als 8 Zentimeter, was höhere Werte waren als die Jahre zuvor. Die globale Erwärmung und der menschgemachte Klimawandel gelten als mögliche Gründe für den Anstieg des Meeresspiegels.

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Wo werden die Messungen des Meeresspiegels vorgenommen?

Japans meteorologische Agentur berechnet die Zahl des Meeresanstieges jedes Jahr auf der Grundlage von Gezeitendaten. An 16 Orten an der Küste von Hokkaido bis Kyushu werden die Daten erhoben. Zur Überwachung des Meeresspiegels werden Gezeitenmessstationen ausgewählt, die in geringerem Maße von Krustenbewegungen betroffen sind.

Die Stationen in Oshoro, Kashiwazaki, Wajima und Hosojima gehören der Geospatial Information Authority of Japan. Die Meeresspiegeldaten von 2011 bis 2020 in Hakodate, Fukaura, Kashiwazaki, Tokio und Hachinohe werden aufgrund des Einflusses des großen Erdbebens im Osten Japans 2011 nicht verwendet.

Welche Ergebnisse liefern die Daten bisher?

Die Verantwortlichen der japanischen Meteorologie Agentur haben für 2020 einen durchschnittlichen Anstieg von 8,7 Zentimeter berechnet. Das ist höher als der Durchschnitt der letzten 30 Jahre. Außerdem ist es der höchste Anstieg des Meeresspiegels um Japan seit Beginn der Auszeichnungen 1906.

Die Aufzeichnungen des meteorologischen Instituts zeigen aber ebenfalls, dass der Meeresspiegel in 10- bis 20-Jahres-Zyklen schwankt. Trotzdem lässt sich seit 1980 ein Trend zum steten Anstieg des Meeres erkennen. Die Forscher verweisen auf die globale Erwärmung als einen Faktor hinter dem Anstieg. Trotzdem kamen die Verantwortlichen bei der Analyse zu dem Schluss, dass für den Zeitraum von 1906 bis 2020 sich kein langfristiger Anstiegstrend beobachten lässt.

Man müsse durch langfristige Beobachtungen den Meeresspiegel im Auge behalten, damit sich weitere Trends ablesen lassen. Sie könnten sich vorstellen, dass der Trend der letzten Jahre anhalten könnte, wenn die Durchschnittstemperaturen weiter steigen.

Erklärungen für Anomalien

Die Analyse hat gezeigt, dass die beobachteten Schwankungen von fast 10 Jahren durch Veränderungen der Stärke und der Bewegung der Westwinde über dem Nordpazifik verursacht werden.

Um 1950 lässt sich ebenfalls eine Erhöhung des Meeresspiegels erkennen. Er könnte durch eine Abschwächung des Aleutentiefs verursacht worden sein. Das Aleutentief ist ein Aktionszentrum für Tiefdruckgebiete, die vor allem im Winter über den Aleuten (eine Inselkette zwischen Asien und Nordamerika) lagern.

Die Daten zur Variation des Meeresspiegels korrelieren gut mit den Änderungen der Meerwassertemperaturen, insbesondere auf den Nansei-Inseln. Sie befinden sich südwestlich von der drittgrößten Hauptinsel Japans Kyūshū.

Die Kuroshio Strömung soll im letzten Jahr näher an die Küste gekommen sein. Kuroshio wird auch als Japanstrom bezeichnet. Es ist eine Oberflächen-Meeresströmung im westlichen Pazifik. Die Strömung reicht von den Philippinen bis zur Ostküste Japan. Sie führt dabei an Taiwan und den Ryūkyū-Inseln vorbei, bis sie an die Küste von Kyushu gelangt. Der Meeresspiegel kann dabei durch das wärmere Meerwasser des Stroms erhöht worden sein.

Die Meteorologische Agentur plant, den Meeresspiegel weiter zu überwachen, da eine Fortsetzung des Aufwärtstrends zu größeren Schäden durch Sturmfluten führen könnte.

In Japan spielt das Meer eine große Rolle. Es ist Zeichen für Reinheit, da Wasser eine reinigende Wirkung haben. Das Seigaiha-Wellenmuster ist beispielsweise von Kimonos und Geschirr-Sets bekannt. Das Ornament der stilisierten Wellen vom Ozean ist sehr beliebt. Es ist nicht verwunderlich, dass ein Land mit mehr als 126 Millionen Einwohnern, die auf Inseln leben, den Meeresspiegel besonders beobachtet. Es bleibt abzuwarten, welche Auswertungen in den nächsten Jahren erfolgen.

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