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Haustiere ersetzen Kinder während der Pandemie in Japan

Durch die Corona-Pandemie wurde der Bevölkerungsrückgang in Japan noch einmal verstärkt. Die jüngsten Statistiken haben gezeigt, dass es am 1. April 2021 nur 14,93 Millionen Kinder im Alter von 14 oder jünger gab. Gegenüber dem Vorjahr gab es 190.000 weniger Kinder in dem Alter.

Im Gegensatz zu den sinkenden Geburtenraten nimmt die Anzahl an Haustieren zu. Laut der Japan Pet Food Association sind im ganzen Land rund 20 Millionen Katzen und Hunde registriert. Im Jahr 2020 kamen weitere 60.000 Haustiere in die Haushalte. Im April 2020 hatten Regierungen den ersten Ausnahmezustand in Japan wegen Corona ausgerufen. Seitdem ist die Nachfrage an Haustieren in Japan gestiegen. Ein Angestellter der Pet Planet Food Company schilderte die Situation wie folgt:

 „Der Absatz ist im letzten Jahr deutlich gestiegen und das kann nur daran liegen, dass immer mehr Menschen Hunde und Katzen kaufen. Sie sind auch bereit, Geld auszugeben, um ihnen die beste verfügbare Nahrung zu bieten.“

Die Nachfrage nach Haustieren soll in den letzten 12 Monaten sogar weiter gestiegen sein. Für Tierhandlungen ist das eine gute Nachricht – die Geschäfte laufen ordentlich. Die Verkäufer gehen davon aus, dass durch die lange Zeit in den eigenen vier Wänden den Menschen langweilig geworden ist. Sie suchen nach einer Ablenkung, die Haustiere auf besondere Art und Weise bieten.

Warum kaufen Japaner Haustiere?

Hunde würden vor allem für Familien interessant sein, da durch sie die ganze Familie öfter an die Frische Luft kommt. Katzen wären eher etwas für Singles, da sie sich selbst beschäftigen und eigenständiger sind. Das Hauptgrund, warum Menschen in Japan Haustiere kaufen, ist wohl die psychologische Unterstützung. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie bewusst wegen der psychologischen Unterstützung ein Tier kaufen.

Der Besitz eines Haustieres in Japan bringt aber viele Probleme mit sich. Viele Menschen leben in städtischen Gebieten in Wohnungen ohne Garten oder Grünflächen. Die Lösung der Zoohandlungen besteht darin, Tiere zu fördern, die in kleinen Innenräumen besser geeignet sind.

Ein Beispiel für Haustiere in Japan

Eine Mutter von zwei Kinder hat beispielsweise einen fast 3 Jahre alten Hamster in ihrer Wohnung in Yokohama in der Präfektur Kanagawa (im Südosten von Japan). Die beiden Söhne kümmern sich um das Tier. Für die Mutter war es wichtig, dass die Söhne das Übernehmen von Verantwortung lernen. Sie müssen das Tier füttern, den Käfig säubern und sicherstellen, dass das Tier gesund bleibt.

Sie meint zwar, dass ein Haustier das Fernbleiben von der Wohnung für mehrere Tage schwieriger macht, aber am Ende gibt es immer Vor- und Nachteile. Selbst ihr Mann ist begeistert, wenn er abends von Arbeit kommt und die Kinder schon schlafen. Der Hamster ist jedoch meist im Käfig aktiv und Wach genug, um ihn zu begrüßen.

Die Mutter gab zu, dass sie ihren Hamster Blanc gelegentlich mit Sonnenblumenkernen verwöhnen möchten. Viele Tierbesitzer in Japan haben ein mittleres bis hohes Einkommen, sodass dem Anstieg der Heimtierverkäufe eine verwirrende Auswahl an Zubehör für die Tiere folgt. Tierhandlungen in Japan führen häufig ein vielfältiges Sortiment an Kleidung für Hunde, von Regenbekleidung bis hin zu merkwürdigen Kostümen.

Neben Leinen, Halsbändern, Spielzeug und Tierbetten sind die beliebtesten Produkte Kinderwagen für die Mitnahme von Haustieren in den Park. Tierschutzgruppen äußerten sich besorgt über den Haustierboom während der Pandemie. Besitzer müssten daran erinnert werden, dass ihre Tiere nicht als Einwegspielzeug behandelt werden können. Sobald sich das Leben normalisiert, müssen sie sich weiterhin um die Tiere kümmern. Es bleibt abzuwarten, wie lange der Haustiertrend in Japan anhält.

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