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Kindertag in Japan – Windkois – 05.05.2019

Jedes Jahr feiern die Japaner am 05. Mai Kodomo no Hi (こどもの日), den Kindertag. Der Tag ist Teil der sogenannten Goldenen Woche (. ゴールデンウィーク) und kann auf eine lange Tradition bis in die Zeit der chinesischen Tang-Dynastie (ca. 7. bis 10. Jahrhundert nach Christi) zurückblicken.

Ursprünglich wurde der Kodomo no Hi als Tango no Sekku bezeichnet und war ausschließlich ein Feiertag für Jungen und Väter, der am „fünften Tag des fünften Monats“ nach dem japanischen Mondkalender gefeiert wurde.

Der neue Name Kodomo no Hi, die Einbeziehung der Mädchen und Mütter sowie die Festlegung auf einen speziellen Tag nach dem gregorianischen Kalender stammen alle aus dem Jahr 1948 und können wohl als Nachlauf aus der Verabschiedung der neuen, pazifistischen Verfassung nach dem 2. Weltkrieg angesehen werden.

Neben dem Kindertag Kodomo no Hi gibt es aber auch heute noch einen speziellen Feiertag für Mädchen, das am 03. März begangene Hina-Matsuri (Mädchenfest). Auch wenn heute Jungen, Mädchen, Väter und Mütter beim Kodomo no Hi eine Rolle spielen und geehrt werden, sind viele der mit dem Fest einhergehenden Traditionen und Rituale eher auf Tugenden zugeschnitten, die man traditionell eher den Jungen einer Familie mitgeben will: Stärke, Kampfkraft, Heldenmut und so weiter. In der Welt heute kann eine gute Portion all dieser Tugenden und Eigenschaften den Mädchen aber ganz sicher auch nicht schaden.

 

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Schon die Kleinsten freuen sich über einen selbst gefalteten Kabuto - Bild: © amarettomilk - Stocks.Adobe.com

 

Windkarpfen für Vater, Mutter, Sohn und Tochter

Schon in den Tagen vor dem Fest schmücken viele japanische Familien ihre Häuser mit den so genannten Koinobori, Windspielen in Form von Koikarpfen. Die wie Windsäcke konstruierten Koinobori werden vom Wind zum „Schwimmen“ gebracht.

Traditioneller Weise wird ein großer schwarzer Karpfen zuoberst für den Vater geflaggt, darunter ein großer roter Karpfen für die Mutter und wiederum darunter je ein blauer Karpfen für jeden Sohn. Heute ist es aber in vielen Familien üblicher, für jedes Kind einen bunten oder verschiedenfarbigen Karpfen zu hissen.

Der Koi-Karpfen steht in Japan symbolisch für Stärke und Durchsetzungsfähigkeit. Nach der aus der chinesischen Mythologie übernommenen Sichtweise verwandelt sich ein Karpfen, der einen Wasserfall bezwingt, in einen Drachen.

Das Hissen der Koibinori gibt dem Wunsch der Eltern Ausdruck, starke und gesunde Kinder zu haben, die sich allen Hindernissen und „Stromschnellen“ des Lebens gewachsen zeigen. Heute werden die Koinobori natürlich auch in Deutschland zum Kauf angeboten und werden neben ihrem rituellen Zweck für das Kodomo no Hi auch gern einfach als ein schönes, buntes Windspiel genutzt.

 

 Kintarō-Figuren Kindertag in Japan
Die Kintarō-Figuren sind bei den kleinen Japanern ein beliebtes Spielzeug - Bild: © travelers.high - Stocks.Adobe.com

 

Samurai, Puppen und ein Bad in Lilienblättern

Es gibt neben dem Flaggen von Koinobori noch einige weitere Rituale rund um den Kodomo no Hi, die alle noch durch das ursprünglich nur auf Jungen hin ausgerichtete Tango no Sekku beeinflusst sind. Bis heute beliebt ist das präsentieren von Waffen, insbesondere des Kabuto genannten klassischen Helmes der Samurai.

Diese doch recht martialische Tradition soll den Wunsch ausdrücken, der Sohn solle zu einem „Krieger“ und „Kämpfer“ heranwachsen. Dabei werden heute aber kaum noch echte Kabuto benutzt, sondern spielerisch von der Familie gemeinsam aus Papier gefaltet. Die Kinder tragen die Papier-Kabuto dann gern als Verkleidung.

Ebenso beliebt ist das Aufstellen und Präsentieren von Heldenpuppen (Musha Ningyô), was sich in ähnlicher Form als wichtiges Ritual auch bei der Begehung des Mädchenfestes (Hina-Matsuri) finden lässt.

Besonders gern wählen die Japaner die Heldenfigur Kintarō (Goldener Junge). Diese tierfreundliche und mit übernatürlichen Kräften ausgestattete Sagengestalt soll die Hoffnung ausdrücken, die Söhne – heute alle Kinder – mögen genauso werden, wie dieser: stark, aufrichtig und mutig.

Ein heute nur noch selten in manchen traditionellen Familien begangenes Ritual ist das Bad „Syobuyu“. Irisblättern und Iriswurzeln im Badewasser symbolisieren dabei die Schwerter.

 

Spezielle Süßigkeiten für einen ganz besonderen Tag

Kashiwa-Mochi – Süßigkeiten zum japanischen Kindertag
Kashiwa-Mochi – Leckereien zum japanischen Kindertag - Bild: © nana77777 - Stocks.Adobe.com

 

Kinder lieben Süßes und so ist die vielleicht wichtigste Spezialität, die besonders am Kodomo no Hi gereicht wird denn auch die Kashiwa-Mochi. Diese spezielle Art von Mochi wird in ein Eichenblatt gerollt serviert und enthält neben dem süßen Klebreis (mochigome) meist Anko, eine süße Paste aus roten Bohnen.

Ein weiteres häufig serviertes traditionelles Gericht ist neben den mit Motiven des Kindertages versehenen Bentos (in etwa: Brotdosen) Chimaki, eine Art von in Bambusblätter gerollten Reisklößen.

Viele Familien besuchen zum Kodomo no Hi kleinere Feste in den Gemeindezentren oder basteln gemeinsam zu Hause. Bei gutem Wetter – nichts ungewöhnliches am fünften Mai – sind natürlich auch Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten oder in die Natur beliebt.

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