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Japanische Schuhe als Zusatzbekleidung für den Kimono

Der Kimono erfreut sich wachsender Beliebtheit auch bei westlichen Kunden, denn die bequemen und optisch ansprechenden Kleidungsstücke sind eine perfekte Freizeitkleidung. Wer es authentisch mag, der wird jedoch um japanische Schuhe als Zusatzbekleidung nicht herumkommen, denn sie gehören zum Kimono einfach dazu. Tatsächlich gibt es jedoch große Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Schuhen. Üblicherweise werden zum Kimono entweder Geta Schuhe oder sogenannte Zori getragen – und dann gibt es da noch die Tabi Schuhe. Wir erklären, was es mit der japanischen Fußbekleidung auf sich hat.

Geta Schuhe sind High Heels auf japanische Art

Koma-geta (auch mitsu-ashi,
Koma-geta (auch mitsu-ashi, "Drei-Füße") und normale Damen-Geta vor einem japanischen Hauseingang. Koma-Geta wurden von den Oiran, den hochrangigen japanischen Kurtisanen, getragen. - Bild: © 女ちゃん - fotolia.com

Geta Schuhe sind im Prinzip Holzsandalen, die gewöhnlich einen Absatz aus zwei Holzstegen haben. Geta Schuhe werden von beiden Geschlechtern getragen, wobei Männer oft eckigere Varianten tragen als Frauen. Außerdem gibt es erhebliche Unterschiede im Design des Zehenriemens, dem sogenannten Hanao. Dieser Zehenriemen kennzeichnet auch die Zori, die den modernen Flip-Flops nicht unähnlich sind, die im Westen seit Jahrzehnten als Freizeitschlappen verkauft werden.

Zori sind japanische Strohsandalen, aus denen sich später die westlichen Flipflops entwickelten. In ihnen zu laufen fühlt sich wie das Laufen auf Tatami-Matten an.
Zori sind japanische Strohsandalen, aus denen sich später die westlichen Flipflops entwickelten. In ihnen zu laufen fühlt sich wie das Laufen auf Tatami-Matten an. - Bild: © Paylessimages - fotolia.com

Tatsächlich geht die Verbreitung in den USA und später in Europa auf US-Soldaten zurück, die diese praktischen Zori als perfekte Bekleidung für den Strand entdeckt haben. Zori werden aus unterschiedlichsten Materialien gefertigt. Sie können zu allen Kimonos getragen werden. Klassische Zori aus Stroh (Tatami Zori) sind für den Sommer sehr gut geeignet, für informelle Anlässe sind jedoch auch Vinyl Zori beliebt. Moderne Zori verfügen unabhängig vom Basismaterial oft über eine Vinylsohle, damit sie auch im Freien und bei schlechterem Wetter tragbar bleiben. Für den Regen gibt es spezielle Zori mit einer Spritzschutz-Kappe für die Zehen.

Japanische Schuhe werden oft mit dem Tabi kombiniert

Für Feldarbeit, Kampfsport und mehr werden seit lange Zeit Tabi aus verstärkter Baumwolle getragen, die meistens mit einer stabilen Sohle verstärkt sind.
Für Feldarbeit, Kampfsport und mehr werden seit lange Zeit Tabi aus verstärkter Baumwolle getragen, die meistens mit einer stabilen Sohle verstärkt sind. - Bild: © kogamomama - fotolia.com

Die meisten klassischen Kleidungsstücke haben eine lange Tradition und das gilt auch für japanische Holzsandalen. Obwohl im Alltag heutzutage meist westliches Schuhwerk getragen wird, werden japanische Schuhe traditionell noch immer bei Sommerfesten, im Garten oder auch zu Hause getragen. Dabei fällt auf, dass Getas häufig ohne Tabi Schuhe (kurz "Tabi") getragen werden, während die Geta Schuhe je nach Anlass mit diesen sockenähnlichen Überzügen verwendet werden. Ein Tabi ähnelt zwar unseren Socken, hat aber eine stabile Form und eine Einkerbung, damit japanische Schuhe mit Zehenriemen getragen werden können.

Typisch ist auch, dass Tabi eine festere Sohle haben und oberhalb der Ferse mit Haken und Ösen, heutzutage auch mit Klettbändern, verschlossen werden. Ein solcher Verschluss wird in Japan Kohaze genannt. Obwohl man mittlerweile Tabi Schuhe in vielen Farben und Varianten kaufen kann, werden japanische Schuhe traditionell mit weißen oder schwarzen Tabi kombiniert. Moderne Tabi Schuhe aus elastischen Kunstfasern kommen in der Regel ohne den Kohaze-Verschluss aus. Viel verbreiteter als die Kombination von Schuhen mit den verstärkten Tabi ist allerdings die Kombination japanischer Schuhe mit Tabi-Socken aus Baumwolle. Diese sind auch meist weiß oder schwarz, werden mittlerweile aber in vielen verschiedenen Farben sowie mit traditionellen oder modernen Mustern angeboten. Heutzutage werden klassische Tabi vor allem im Kampfsport verwendet, wenn der Ring, Matten oder Holzböden ohne Schuhe betreten sollen.

Varianten der japanischen Holzsandalen

Pokkuri Geta oder Okobo werden von kleinen Mädchen und Maiko (Geishas in Ausbildung) getragen. Sie zeichnen sich durch ihre Plateausohle und den abgeschrägten Frontbereich aus.
Pokkuri Geta oder Okobo werden von kleinen Mädchen und Maiko (Geishas in Ausbildung) getragen. Sie zeichnen sich durch ihre Plateausohle und den abgeschrägten Frontbereich aus. - Bild: © sylvain6po - fotolia.com

Die Geta Schuhe haben unterschiedliche Erscheinungsformen, die in ihrer Vielzahl gar nicht alle im Detail zu erfassen sind, zumal es auch noch spezielle Varianten gibt, die von bestimmten Personengruppen traditionell getragen werden. So hat eine besondere Form für Oiran (hochrangige Kurtisanen und Freudenmädchen in der Feudalzeit) ein besonders ausgefallenes Design. Die Koma Geta der Oiran zeichnen sich durch gleich drei Holzstege aus, die sehr hoch sind. Eine gewisse Ähnlichkeit zu Plateausohlen ist ihnen nicht abzusprechen. Diese Geta Schuhe waren meist lackiert. Geishas und Maiko (Geishas in Ausbildung) würden diese Schuhe nie tragen, da sie sich nicht mit den Oiran in einen Topf werfen lassen. Geishas unterhalten in der Regel durch Konversation und Tanz und sind nicht mit den Prostituierten gleichzusetzen. In der Ausbildung tragen die Geishas als Maiko die sogenannten Okobo Pokkuri Geta Schuhe, die über große, abgewinkelte Holzstege verfügen. Sie sollen die Frauen an das Laufen in kleinen Trippelschritten gewöhnen, das für Geishas typisch ist. Sie sind oft reich verziert und werden bereits von sehr jungen Mädchen getragen. Fertige Geishas tragen hingegen Standard Geta Schuhe oder Zori.

Bei Händlern sehr beliebt sind die sogenannten Ashida. Sie haben zwei schmalere Stege, die sehr hoch ausfallen und die Körpergröße signifikant erhöhen. Sie waren für Händler zum einen praktisch, weil sie auf den schlechten und schmutzigen Wegen auch Pfützen ohne Gefahr für den Kimono durchqueren konnten. Zum anderen konnten sie durch die größere Höhe leichter an unzugängliche Regale gelangen und ihre Kunden besser bedienen. Das galt früher besonders in (Sushi-)Restaurants, wo hohe Getas auch wegen der unhygienischen Fischabfälle auf dem Boden eingesetzt wurden.

Neben den normalen Geta in eckiger und abgerundeter Ausführung gibt es viele weitere Arten wie Ashida, Tengu-Geta oder Okobo. Zudem können Geta sowohl verschiedenfarbig lackiert sein als auch natürlich belassen werden.
Neben den normalen Geta in eckiger und abgerundeter Ausführung gibt es viele weitere Arten wie Ashida, Tengu-Geta oder Okobo. Zudem können Geta sowohl verschiedenfarbig lackiert sein als auch natürlich belassen werden. - Bild: © moonrise - fotolia.com

Verschiedene Geta Schuhe im Überblick:

  • Pokkuri Geta – für kleine Mädchen und Maiko, oft auch als Okobo bezeichnet. Meist rot, aber auch schwarz oder naturbelassen. Werden nicht zum Yukata getragen, sondern zu ausgefallenen Kimono.
  • Itaura Geta – spezielle Variante mit Innensohle aus Strohmatten und bis zu fünf Stegen; vor allem für Tätigkeiten auf rutschigen Untergründen geeignet.
  • Senryou Geta – Geta mit abgeschrägtem Frontsteg, besonders populär zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
  • Ipponba Geta (auch Tengu Geta) – spezielle Geta-Variante mit nur einem Steg, der sehr hoch sein kann. Wurden früher vor allem von Straßenkünstlern und Akrobaten getragen.
  • Gakusei-ashida – „hohe Geta für Studenten“ mit dicken und hohen Stegen. Sehr beliebt bei den Bankara Studenten, die eine traditionelle Schuluniform tragen und sehr traditionell eingestellt sind.
  • Ashiato Geta – „Fußabdruck-Geta“ speziell für kleine Kinder. Haben anstelle der normalen Holzstege hölzerne Formen, mit denen unterschiedliche Spuren hinterlassen werden können; darunter Bärentatzen oder Dinosaurierabdrücke.

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