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Japanische Rollbilder als stilvolle Dekoration

Wer sich ein eigenes Japanzimmer einrichten möchte oder seiner Wohnung generell einen fernöstlichen Touch geben will, der wird sich immer auch nach authentischen Dekorationsmöglichkeiten umsehen. Vor allem das traditionelle japanische Rollbild Kakemono hat es vielen Japan-Fans angetan. Im Gegensatz zu den Makimono Handrollen, die übersetzt etwa "gerolltes Ding" bedeuten und mit Nachrichten versehen eher der Kommunikation dienten oder für festliche Abschiedsreden zum Einsatz kommen, wird ein Kakemono ausschließlich zur Dekoration verwendet und gehört an die Wand.

Kakemono zieren viele Japanzimmer und verleihen dem Raum eine wunderschöne Note. Egal ob mit einem Gemälde oder einer Kalligraphie – ein japanisches Rollbild ist in jedem Fall eine passende Wanddekoration.
Kakemono zieren viele Japanzimmer und verleihen dem Raum eine wunderschöne Note. Egal ob mit einem Gemälde oder einer Kalligraphie – ein japanisches Rollbild ist in jedem Fall eine passende Wanddekoration. - Bild: © paylessimages - fotolia.com

Um es aufhängen zu können, ist das Rollbild in der Regel mit einem Stab aus Holz oder Bambus am oberen und unteren Ende versehen. Dabei dient der untere als Gegengewicht, damit das Rollbild sich nicht von selbst wieder aufrollt, während der obere Stab zur Befestigung einer Aufhängung genutzt wird. Man unterscheidet zwei Arten bzw. Formate japanischer Rollbilder. Während die Kakemono lang sind, eine vertikale Orientierung haben und somit senkrecht aufgehängt werden, kommen die breiten Emakimono waagerecht an die Wand. Weitere Unterschiede gibt es beim bemalten Material. Japanische Rollbilder können sowohl aus Seide als auch aus Stoff gefertigt sein und je nach Verzierung und Material der Stäbe an den Enden kann ein Kakemono die unterschiedlichsten Erscheinungsformen annehmen.

Wofür werden Kakemono eingesetzt?

Kakemono, auch Kakejiku genannt, dienen als Medium für unterschiedliche Formen der japanischen Kunst. Sowohl die klassische Tuschemalerei (Sumi-e) als auch die Kalligraphie (Shodo) finden durch Kakemono Verbreitung. Gerade die Kalligraphie fasziniert viele Menschen, denn die Kanji, also die japanischen Schriftzeichen, sind nun einmal extrem dekorativ und ermöglichen gleichzeitig die Vermittlung einer tiefgründigen, oft durch philosophische Aspekte geprägten, Botschaft an der Wand. Ähnliches gilt natürlich auch für die bildhafte Darstellung der Tuschemalerei. Hier werden häufig Motive aus der Natur dargestellt, wie etwa die allgegenwärtigen Kraniche oder Pflanzen und Landschaften. Aber auch geschichtliche oder mythologische Darstellungen sind beim Sumi-e durchaus nicht unüblich.

Die Geschichte der japanischen Rollbilder

Naturmotive sind beliebte Szenen auf japanischen Rollbildern. Aber auch Kalligraphien sieht man häufig.
Naturmotive sind beliebte Szenen auf japanischen Rollbildern. Aber auch Kalligraphien sieht man häufig. - - Bild: © paylessimages - fotolia.com

Japanische Rollbilder sind eng mit anderen asiatischen Rollbildern verwandt, die man in verschiedenen Ländern findet. Es wird vermutet, dass auch hier der Einfluss der chinesischen Kultur maßgeblich ist, wie für viele andere Traditionen und Kunstformen, die sich auf den japanischen Inseln später eigenständig weiterentwickelt haben. Erstmals erwähnt wurden die Kakemono während der Heian-Zeit zwischen 794 und 1185 n.Chr. Zunächst dienten sie vor allem den buddhistischen Mönchen aus Ausdruck religiöser Darstellungen oder Kalligraphien. Schnell entwickelten sich die japanischen Rollbilder jedoch als ein universelles Medium für die unterschiedlichsten Künstler. Dabei sind auch die Kakemono immer wieder wechselnden Modeerscheinungen unterworfen gewesen.

So war zwischen 1336 und 1573 in der Muromachi-Zeit das Malen von Landschaften extrem populär. Später verwirklichten viele Künstler berühmte Orte, Bauwerke oder auch Porträts von bestimmten Persönlichkeiten und vor allem von schönen Frauen. Noch heute gibt es in vielen japanischen Häusern spezielle Ecken, in denen Kakemono präsentiert werden. Diese Nischen in den Empfangszimmern des Hauses heißen Tokonoma. Auch in den Teeräumen hängen die Bilder häufig und bilden einen Hintergrund für die so wichtige Teezeremonie. Hierbei wird auf wechselnde und dem Anlass bzw. dem Besuch eines Gastes angemessene Motive geachtet. Da sich die japanischen Rollbilder sehr platzsparend lagern lassen, verfügen viele Japaner über ein großes Sortiment unterschiedlicher Kakemono für jede Gelegenheit.

Neugierig geworden auf japanische Tuschemalerei?

Neben Kakemono gibt es noch weitere Dekorationen, um Ihr Japanzimmer perfekt zu machen. Eine bietet sogar einen praktischen Nutzen: Das bequeme Maisstrohkissen! Auch erhältlich hier im Japanwelt-Shop.
Neben Kakemono gibt es noch weitere Dekorationen, um Ihr Japanzimmer perfekt zu machen. Eine bietet sogar einen praktischen Nutzen: Das bequeme Maisstrohkissen! Auch erhältlich hier im Japanwelt-Shop. - Bild: © lichaoshu - fotolia.com

So wie die traditionelle Kalligraphie findet auch das Selbstmalen von Kakemono immer mehr Fans in Deutschland. Hierfür ist allerdings etwas Erfahrung im Umgang mit japanischen Kalligraphie-Pinseln angeraten. Bevor man sich an einem Rollbild versucht, sollte man bereits Grundlagen der Kanji-Malerei oder der Sumi-e-Kunst erlernt haben. Diese Erfahrungen lassen sich beispielsweise bestens bei einem Kurs sammeln. Für eigene Kakemono kann man sich selbst die notwendigen Utensilien beschaffen und daraus ein Kakemono bauen, aber es gibt auch günstige Kakemono als Blankovorlage zu kaufen. Diese eignen sich vor allem für die ersten Schritte bei der japanischen Tuschemalerei.

Wichtig ist auch, das richtige Zubehör zu besitzen. Dabei handelt es sich vor allem um die authentischen Pinsel, mit denen der einzigartige Schwung auf das Papier gebracht werden kann. Auch die richtige Tusche mit ihrer tiefschwarzen Färbung ist wichtig, da japanische Kalligraphie-Tusche besonders intensiv pigmentiert ist. Herkömmliche Tusche hat oft nicht dieselbe Brillianz und Kontrastschärfe. Ähnliches gilt bei der Verwendung verschiedener Farben, hier sind authentische Sumi-e-Farben oder Mischungen zu empfehlen. Es gibt aber natürlich auch fertige Kakemono zu kaufen, die auf unterschiedlichen Untergründen gemalt wurden (z.B. Leinen oder Seide) und die die verschiedensten Motive abbilden. Generell ein sehr schönes und attraktives Hobby, das nebenbei eine wunderbare Dekoration für das eigene Heim abgibt. Und anders als die sperrigen, westlichen Bilder, lassen sich Kakemono bei Bedarf problemlos einrollen und durch eine andere Dekoration ersetzen.

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