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Japanisch lernen – Mit diesen Tipps und Apps die japanische Sprache verstehen

Japanisch lernen steht auf der To Do-Liste vieler Japan-Liebhaber. Aber wie fängt man das am besten an? Und wie viel sollte man können? Zum Vergleich: Ein japanischer Grundschüler lernt im ersten Jahr 80 Kanji-Zeichen, bis zum Abschluss der Grundschule beherrscht er etwa 1000 Kanji, am Ende der Mittelschule (9. Klasse) sind es etwa 2100. Hinzu kommen jeweils 46 Hiragana und Katakana Zeichen, zusätzlich wird natürlich die japanische Grammatik unterrichtet. Klingt ganz schön viel und kompliziert? Ein Blick in ein japanisches Buch oder in eine japanische Tageszeitung wie die Yomiuri Shimbun scheinen diese Annahme zu bestätigen. Doch wenn man versteht, wie die japanische Sprache und die japanischen Schriftzeichen entstanden sind sowie mit dem richtigen Lernansatz, fällt das Japanisch lernen gar nicht mehr so schwer.

Hiragana, Katakana, Kanji – Japanische Zeichensysteme verstehen

Hiragana sind das einfachste Schriftsystem im Japanischen. Japanische Grundschüler und internationale Japanisch-Schüler lernen sie als erstes.
Hiragana sind das einfachste Schriftsystem im Japanischen. Japanische Grundschüler und internationale Japanisch-Schüler lernen sie als erstes. - Bild: © calmlookphoto - fotolia.com

Im Japanischen gibt es vier verschiedene Zeichensysteme. Neben unseren bekannten lateinischen Buchstaben, die in Japan "Romaji" heißen, gibt es die drei Hauptschriftsysteme der japanischen Sprache,die in "Kanji" (漢字, chinesische Schriftzeichen) und "Kana" (仮名, Silben) eingeteilt werden. Jedes Zeichen besitzt – unabhängig, um welches Schriftsystem es sich handelt – eine festgelegte Strichfolge, also die Abfolge und die Richtung, in der die einzelnen Striche geschrieben werden. Das ist nicht nur wichtig in der Kalligraphie – der künstlerischen Schreibkunst – sondern auch im japanischen Alltag. Folgende Schriftsystem werden unterschieden:

  • Hiragana: Diese 46 Zeichen sind die einfachste japanische Silbenschrift. Sie wirken rund und weich und sind dieersten Zeichen, die in der japanischen Grundschulesowie im Japanisch-Unterricht außerhalb Japans gelehrt werden. Neben den 46 Grundzeichen gibt es zwei Betonungszeichen, die bspw. aus einem "ha" (は) ein "ba" (ば) oder ein "pa" (ぱ) machen sowie Kombinationen aus den Zeichen der i-Reihe und den Zeichen der y-Reihe (Beispiel: shi しund ya やwerden zu sha しゃ). Verwendung finden Hiragana für grammatische Konstruktionen (zum Beispiel bei der Konjugation von Verben oder zum Anzeigen von Subjekten) oder als Laut-Umschrift für Kanji, sodass sie als Lesehilfe dienen. Im letzteren Fall schreibt man die Hiragana-Zeichen in klein über oder rechts neben die entsprechenden Kanji und bezeichnet sie als "Furigana". 
    Hiragana ist eine japanische Silbenschrift mit 46 verschiedenen Grundzeichen, die in der japanischen Grammatik eine wichtige Rolle spielen.
    Hiragana ist eine japanische Silbenschrift mit 46 verschiedenen Grundzeichen, die in der japanischen Grammatik eine wichtige Rolle spielen.
  • Katakana: Diese 46 Zeichen sind ebenfalls eine japanische Silbenschrift. Sie wirken viel eckiger und gerader als die Hiragana-Zeichen. Katakana werden vor allem für die Laut-Umschreibung ausländischer Begriffe verwendet. Meist stehen sie allein, manchmal findet man sie auch in klein über oder neben einem ausländischen Begriff in lateinischen Buchstaben, um den Japanern die Aussprache des Fremdwortes zu erleichtern. Auch hier gibt es die gleichen Kombinationen und Betonungszeichen wie bei den Hiragana, um mit den Katakana-Zeichen Worte wie "Japanese" (ジャパニーズ) darstellen zu können.
    Katakana ist eine japanische Silbenschrift mit 46 verschiedenen Grundzeichen, die vor allem für ausländische Begriffe eingesetzt werden.
    Katakana ist eine japanische Silbenschrift mit 46 verschiedenen Grundzeichen, die vor allem für ausländische Begriffe eingesetzt werden.
  • Kanji: Dies sind die Zeichen, die für Substantive, Namen, Orte sowie die Stämme von Verben und Adjektiven verwendet werden. Gleichzeitig sind Kanji das Zeichensystem, das oftmals beim Japanisch lernen die größten Probleme bereitet. Viele schrecken vor der schieren Anzahl und Komplexität zurück. Im Dai Kan-Wa Jiten, dem großen Kanji-Wörterbuch, sind ganze 50.000 Kanji verzeichnet. Im Alltagsgebrauch sind allerdings "nur" zwischen 4.000 und 13.000 Schriftzeichen zum Verständnis von Texten notwendig, gebildete Japaner beherrschen etwa 5.000 Zeichen. Im Alltag und vor allem am Anfang des Lernprozesses ist eine deutlich geringere Zahl japanischer Kanji ausreichend. Unterschieden werden Kanji anhand ihrer "Bestandteile", genannt Radikale. In vielen Übersichtstabellen und Wörterbüchern findet man Kanji geordnet nach der Strichanzahl oder nach Radikalen.

Entgegen der gängigen Meinung, wurden nicht alle Kanji aus dem Chinesischen übernommen. Es stimmt zwar, dass Japan im 3./4. Jahrhundert nach Christus die Schriftsprache aus dem Chinesischen übernommen hat, allerdings gilt das nicht für alle Zeichen. Außerdem gibt es Kanji, die in Japan entwickelt wurden (genannt "Kokuji") sowie die Hiragana und Katakana. Unabhängig davon haben sich die Kanji-Schriftzeichen im Lauf der Jahrhunderte verändert, wurden vereinfacht und angepasst. Diesen Prozess gab es ebenfalls in China und anderen Ländern, allerdings unabhängig voneinander, sodass viele japanische und chinesische Schriftzeichen sich mittlerweile völlig voneinander unterscheiden, sowohl in der Darstellung als auch in der Lesart.

Die japanische Sprache und ihre Stolpersteine

Die japanische Grammatik ist nur einer der Stolpersteine beim Japanisch lernen. Es kommt wie üblich im Japanischen aufs Detail an.
Die japanische Grammatik ist nur einer der Stolpersteine beim Japanisch lernen. Es kommt wie üblich im Japanischen aufs Detail an. - Bild: © taka - fotolia.com

Der Übernahme der chinesischen Zeichen ist es auch geschuldet, dass Kanji im Japanischen zwei unterschiedliche Lesarten haben: Die On-Lesung und die Kun-Lesung. Wer gerade mit dem Japanisch lernen begonnen hat, ist mitunter verwirrt, warum die 1 (japanisches Kanji 一) einmal "ichi" (一, eins) ausgesprochen wird und ein anderes Mal "hitotsu" (一つ, einmal/ein Stück).

Die On-Lesung ist die sinojapanische Lesart des Kanji, also die Lesung, die die Japaner aus China übernommen haben. Die Kun-Lesung ist die altjapanische Lesung, wenn ein japanisches Wort einem chinesischen Zeichen zugeordnet wurde. Jedes Kanji hat eine On-Lesung (manchmal zwei) und zwei bis fünf Kun-Lesungen. Beim Japanisch lernen sorgt das oft für Verwirrung über die korrekte Lesung des Wortes. Ein Tipp: Steht das Kanji einzeln oder wird das Wort aus einem Kanji und einem nachfolgenden Kanji gebildet, nutzt man meistens die On-Lesung; folgt dem Kanji ein Hiragana nach, benutzt man meistens die Kun-Lesung – wie bei dem o.g. Beispiel mit "eins" (On-Lesung: ichi, Kun-Lesung hitotsu).

Eine weitere Stolperfalle ist die japanische Grammatik: Die Konjugation der japanischen Verben erscheint kompliziert. Dabei gibt es nur zwei unregelmäßige Verben in der japanischen Sprache – "suru" (する, tun) und "kuru" (くる, kommen) – sowie "desu" (です, sein) als Hilfsverb. Alle anderen Verben sind entweder Ichidan-Verben oder Godan-Verben.

  • Ichidan-Verben haben nur eine Form. Sie behalten ihren Wortstamm beim Flektieren und ändern lediglich ihre Endung. Endet ein Verb auf "iru" oder "eru", ist es in 99% der Fälle ein Ichidan-Verb.
    Beispiel: "miru" (みる, sehen) ist ein "iru"-Verb, "taberu" (たべる, essen) ist ein "eru"-Verb. Bildet man die Vergangenheitsform, werden sie zu "mita" (みた, sah) und "tabeta" (たべた, aß), die Wortstämme "mi-" und "tabe-" bleiben in jeder Verbform erhalten.
  • Godan-Verben haben fünf Formen. Sie ändern ihren Wortstamm beim Flektieren, je nach Verbform verschiebt sich die letzte Silbe des Wortstammes dieser Verben von "u" nach "a", "i", "e" oder "o".
    Beispiel: "kiku" (きく, hören) ändert sich in "kikitai" (ききたい, hören wollen), es gibt also eine Verschiebung von "ku" nach "ki".
    Bei einigen Formen, wie der Vergangenheitsform, ist entscheidend, auf welche Silbe das Godan-Verb endet, denn dort gibt es keine einfache Laut-Verschiebung.
    Beispiel: "au" (あう, treffen) endet auf "u" und wird in der Vergangenheitsform zu "atta" (あった, traf), während "kiku" (きく, hören) auf "ku" endet und zu "kiita" (きいた, hörte) wird.
    Zudem gibt es eine Handvoll Verben, die auf "eru" oder "iru" enden, aber keine Ichidan-Verben sind – diese sollte man sich einprägen, um sie richtig beugen zu können.   

Höflichkeit in Japan ist ein kompliziertes Konstrukt – es gibt verschiedene Höflichkeitsstufen, vom sehr respektvollen Keigo über höfliches Japanisch und Standard-Japanisch bis hin zum Straßenslang. Dazwischen gibt es unzählige Nuancen. Die meisten Japanisch-Lektionen konzentrieren sich auf Standard-Japanisch (taberu, essen) und höfliches Japanisch mit -masu (tabemasu, essen); beide sind im Normalfall völlig ausreichend.

Übrigens: Es gibt im Japanischen viele Arten "ich" oder "du" zu sagen. Je nach Höflichkeitsstufe und wer Sprecher und Angesprochener sind. Daneben gibt es unzählige Namenssuffixe, die an den Vor- oder Nachnamen einer Person angehängt werden – je nachdem, in welcher Beziehung man zu ihr steht oder welchen Rang die Person hat. Neben dem allseits bekannten, neutralen "-san" gibt es andere Suffixe, die beispielsweise sehr respektvoll ("-sama"), verniedlichend ("-chan", "-pon") oder auf den Beruf des Gegenübers bezogen ("-sensei") sein können. Mit "-san" an den Nachnamen angehängt kann man aber nichts falsch machen.

Zu guter Letzt ein Stolperstein, der vor allem Anime-Fans bekannt sein dürfte: Japanische Dialekte. Der bekannteste dürfte der "Osaka-ben" sein, der Dialekt, der in Osaka und Umgebung gesprochen wird. Er klingt ein bisschen unhöflich und direkt – am ehesten lässt er sich wohl mit dem Berliner Dialekt in Deutschland vergleichen. Aus dem hochjapanischen "Baka desu ka?!" (Bist du doof?!) wird im Osaka-ben ein "Aho ya nen?!" Dieses Beispiel verdeutlicht, dass es im Japanischen genau wie im Deutschen lokal sehr große Unterschiede in der alltäglich gesprochenen Sprache gibt, teilweise werden völlig andere Wörter gebraucht. Japanische Dialekte werden – vor allem wenn sie von Ausländern benutzt werden – oft als unhöflich oder ungewollt amüsant empfunden, man wird schnell belächelt oder bekommt im schlimmsten Fall die kalte Schulter gezeigt. Deshalb sollte man sich beim Japanisch lernen unbedingt auf das Hochjapanisch konzentrieren.

Japanisch lernen – wie geht es richtig?

Japanisch lernen kann man auf verschiedene Arten, bspw. als Kurs an einem Sprachenzentrum, im Selbststudium per App oder an einer Universität.
Japanisch lernen kann man auf verschiedene Arten, bspw. als Kurs an einem Sprachenzentrum, im Selbststudium per App oder an einer Universität. - Bild: © kazoka303030 - fotolia.com

Die Stolpersteine der japanischen Sprache können im ersten Moment entmutigend wirken. Doch wenn wir uns die deutsche Sprache im Vergleich anschauen, nutzen wir beispielsweise viel mehr unterschiedliche Verbformen, Artikel und Plural-Formen (beides gibt es im Japanischen nicht) sowie komplizierte grammatische Konstruktionen und Zeichenregeln. Die einzige Hürde, die beim Japanisch lernen zunächst genommen werden muss, ist das Erlernen des erstes Zeichensystems, der Hiragana. Vokabeln und Grammatik lernen Japanisch Anfänger oft ganz ohne Kana und Kanji, bis sie die ersten japanischen Silbenzeichen und Kanji drauf haben. Aber wie lernt man am besten Japanisch? Im Selbststudium oder in Sprachkursen? Online, offline oder per App? Wir stellen einige Alternativen vor.

Japanisch Kurse an Volkshochschulen, Sprachenzentren oder Universitäten

Um an einer Uni Japanisch zu lernen, muss man nicht unbedingt Japanologie studieren. Ein Beispiel für eine Universität, die für Externe Japanischkurse anbietet, ist die Humboldt-Universität in Berlin. Dort kann man als Gasthörer japanische Sprachmodule besuchen, insofern die Kapazitäten der Uni in dem jeweiligen Semester ausreichend sind. Informationen zu den einzelnen Kursen können auf der Website der HU Berlin nachgelesen werden, Informationen zu den Bedingungen der Gasthörerschaft gibt es hier. Je nach Lernfortschritt kann der entsprechende Kurs für Anfänger oder Fortgeschrittene ausgewählt werden. Eine Semesterwochenstunde (SWS) kostet an der HU Berlin 15 Euro. Die Kurse laufen über ein Semester (i.d.R. vier bis fünf Monate) und finden innerhalb der Vorlesungszeit statt, das heißt tagsüber oder nachmittags. Belohnt wird man in jedem Fall mit einem strukturierten, qualitativ guten Unterricht, allerdings sind die Gruppen oft groß.

An Universitäten, Sprachenzentren und Volkshochschulen werden verschiedene Kurse angeboten, die unterschiedliche Sprachniveaus berücksichtigen. Die Lernmethoden und Gruppengrößen unterscheiden sich.
An Universitäten, Sprachenzentren und Volkshochschulen werden verschiedene Kurse angeboten, die unterschiedliche Sprachniveaus berücksichtigen. Die Lernmethoden und Gruppengrößen unterscheiden sich. - Bild: © desert - fotolia.com

Für Berufstätige eignen sich Kurse an einer Volkshochschule oder an Sprachenzentren wie dem GLS Sprachenzentrum in Berlin. Hier können Abendkurse belegt werden, die acht Wochen lang einmal pro Woche nach der Arbeit angeboten werden. Der Unterricht findet in kleinen Gruppen statt, die Kurse werden nach Vorkenntnissen unterschieden und die Kursmaterialien wie Lehrbücher sind im Kurspreis von 200 Euro enthalten. Intensivkurse und Einzelunterricht sind möglich, die Qualität des Unterrichts ist gut. Informationen gibt es auf der Website des GLS Sprachenzentrums. Ähnliche Kurse mit einem speziellen Lernansatz bietet auch das jdzb (Japanisch-Deutsches Zentrum Berlin) an, wobei die Kurse hier auf ein ganzes Jahr angelegt sind und zwischen 4 und 7 Euro pro 60 Minuten kosten. Eine Abschlussprüfung wird angestrebt. Informationen bietet die Website des jdzb. Hier muss jeder selbst entscheiden, welche Lernmethoden ihm am besten liegen. GLS veranstaltet neben verschiedenen anderen Anbietern (z.B. DIALOG, ESL, Kolumbus) auch Sprachreisen nach Japan, wo Anfänger Japanisch lernen und Fortgeschrittene ihre Japanischkenntnisse auffrischen oder erweitern können.

Auch in anderen größeren Städten gibt es ähnliche Angebote von Volkshochschulen und Sprachenzentren, die ein qualitativ gutes Japanisch Lernen ermöglichen. Alle genannten Kurse bereiten auf die international anerkannten Japanisch Zertifikate (JLPT N5 bis JLPT N1) vor, mit denen man das Niveau seiner Japanischkenntnisse nachweist. Die Prüfungen hierfür können für 60 Euro (Stand Juni 2016) beispielsweise an der HU Berlin abgelegt werden; andere Prüfungsstellen sind die Volkshochschule Düsseldorf, Volkshochschule Stuttgart und die Universität Hamburg.

Japanisch lernen App: Kawaii Nihongound Human Japanese

Warum als Selbstlerner im digitalen Zeitalter auf Tablet und Smartphone verzichten? Mittlerweile braucht man nicht mehr unbedingt Japanisch-Bücher zum Lernen – auch wenn diese nach wie vor eine gute Grundlage darstellen und gerade beim Lernen für die JLPT-Prüfungen extrem hilfreich sein können. Im modernen Zeitalter gibt es aber auch andere Wege. Eine Japanisch lernen App wie Kawaii Nihongo oder Human Japanese erleichtert den Zugang zu dieser Sprache und veranschaulicht auf verschiedene Art und Weise die Lerninhalte.

Kawaii Nihongo (kawaii日本語) ist eine App für iOS und Android, die sich ein leichteres und zugänglicheres Erlernen der japanischen Sprache zum Ziel gesetzt hat. Die App richtet sich vor allem an Japanisch-Anfänger, die Hiragana und Katakana erlernen wollen. Hat man die Zeichensysteme drauf, kann man mit der Kawaii Nihongo App auch ausgewählte Vokabeln für den JLPT N5 Test lernen (die niedrigste Stufe der Sprachzertifikate für Japanisch). Zukünftige Updates der App sollen eine Erweiterung für Kanji und japanische Grammatik enthalten. Wer Anime und Manga mag, wird diese App lieben, denn um den Lerneffekt jeder Lernkarte zu verbessern, gibt es süße Motivzeichnungen zu jedem Zeichen bzw. jeder Vokabel. So lassen sich Eselsbrücken bauen und der Wiedererkennungswert steigern.

Kawaii Nihongo ist eine App, mit der sich spielend Hiragana, Katakana und Vokabeln lernen lassen. Die niedlichen Lernkarten erleichtern das Lernen durch passende Illustrationen.
Kawaii Nihongo ist eine App, mit der sich spielend Hiragana, Katakana und Vokabeln lernen lassen. Die niedlichen Lernkarten erleichtern das Lernen durch passende Illustrationen.

Nach dem Installieren der kawaii日本語 App wird man von den Charakteren der App in Empfang genommen und zur Schule geführt. Im "Lehrerzimmer" erhält man alle "Bücher", also die Lernkarten der App. Dann findet man sich im Klassenzimmer wieder, in dem man die einzelnen Lektionen auswählen kann: Hiragana, Katakana oder Vokabeln. Das Navigieren in der App ist einfach. Das kleine Fuchsmädchen Riko begleitet den Japanischlernenden dabei die ganze Zeit, erklärt die Funktionen oder lädt zum Spielen ein. Da die App aufgebaut ist wie eine vereinfachte Stadt mit Schule, Spielhalle und Tempel, gibt es kleine Geschichten und viele Anlaufpunkte, um das Gelernte zu festigen. Außerdem ist das Fuchsmädchen Riko ein niedlicher Weggefährte, der durch alle Ebenen der App führt. Das liebevolle, kunterbunte Design der Kawaii Nihongo App ist vor allem für eine junge und jugendliche Zielgruppe konzipiert, die gerade erst die japanische Sprache für sich entdeckt (vorrangig durch Anime und Manga), und überzeugt mit seinem spielerischen Charakter und der ansprechenden Geschichte.

Durch Spiele kann Gelerntes in der App Kawaii Nihongo gefestigt werden. In der Lernumgebung, die wie eine Stadt gestaltet ist, gibt es aber noch mehr zu entdecken.
Durch Spiele kann Gelerntes in der App Kawaii Nihongo gefestigt werden. In der Lernumgebung, die wie eine Stadt gestaltet ist, gibt es aber noch mehr zu entdecken.

Für 2,99 Euro gibt es die deutschsprachige Kawaii Nihongo App im AppStore und im Google Play – oder gratis für die Gewinner unseres aktuellen Gewinnspiels (Teilnahmezeitraum vom 28. Juni bis 10. Juli 2016). Ältere und/oder fortgeschrittene Lernende finden mit der nächsten App sicherlich eine gute Alternative.

Human Japanese ist eine umfangreiche App, die kaum einen Wunsch im Bezug aufs Japanisch Lernen offen lässt. Vorab muss allerdings gesagt werden, dass es die App und somit alle Lerninhalte nur auf Englisch gibt. Wer die englische Sprache gut beherrscht, sollte aber keinerlei Probleme mit der Japanisch Lernen App von Human Japanese haben. Diese App bietet sowohl für Japanisch Anfänger als auch für Fortgeschrittene eine solide Lerngrundlage. In einzelnen Kapiteln werden japanische Zeichen (Kana und Kanji), Vokabeln, japanische Grammatik und Strukturen gelehrt. Aber damit nicht genug. In den thematisch unterteilten Kapiteln gibt es viel Hintergrundwissen über die japanische Kultur und Sprache sowie Erklärungen zu grammatischen Konstruktionen, erlernten Kanji und dargestellten Dialogen. Viele Beispielsätze und Animationen von Hiragana, Katakana und Kanji runden das Angebot ab. Dabei wechseln sich Vokabel-Kapitel mit Grammatik-Kapiteln und Zeichen-Kapiteln ab. Zudem gibt es zu jeder Vokabel und zu jedem Dialog Audio-Beispiele japanischer Muttersprachler. So können das Hörverständnis sowie die richtige Aussprache durch Nachsprechen trainiert werden.

Die App gibt es in vier verschiedenen Varianten: Human Japanese (9,99 Euro bzw. 8,04 Euro) mit 42 Kapiteln für Anfänger und Anfänger mit Vorkenntnissen, Human Japanese Intermediate (9,99 Euro bzw. 8,06 Euro) mit 42 neuen Kapiteln für Fortgeschrittene, sowie die kostenlose Human Japanese Lite App und die kostenlose Human Japanese Intermediate Lite App mit den vollständigen ersten acht Kapiteln der jeweils kostenpflichtigen Version. Achtung Apple-User: Für iPad und Mac gibt es gesonderte Apps, die höherpreisig sind. Auch hier gibt es jeweils kostenlose Lite Versionen mit den ersten acht Kapiteln. Alle Apps sind verfügbar im AppStore und bei Google Play.

Imiwa? ist ein japanisches Wörterbuch für iOS mit vielen Funktionen. Die App JED ‐ Japanese Dictionary ist das gleichwertige Pendant für Android.
Imiwa? ist ein japanisches Wörterbuch für iOS mit vielen Funktionen. Die App JED ‐ Japanese Dictionary ist das gleichwertige Pendant für Android.

Zur Unterstützung beim Japanisch lernen gehören Wörterbücher dazu. Auf dem App-Markt gibt es zwei sehr gute kostenlose Wörterbücher, die noch mehr können als einfach einen Suchbegriff zu übersetzen. imiwa? für iOS und JED – Japanese Dictionary für Android funktionieren auf die gleiche Weise und bieten neben dem Übersetzen von Suchbegriffen weitere Funktionen: Die Anzeige der Lesung/Kanji und ob das Wort gebräuchlich ist; eine Auflistung von Beispielen und Erklärungen; Verbkonjugationen und Merkfunktionen. Doch damit nicht genug. Kanji können per Eingabe oder anhand ihrer Komposita gesucht werden – JED erlaubt sogar das Zeichnen der Kanji per Hand mit anschließender Suche. Und wenn man im Internet oder beim Chatten mit japanischen Freunden über einen Satz stolpert, den man nicht versteht, kopiert man ihn einfach und fügt ihn in den Analyzer ein – der liefert umgehend eine Wort für Wort-Übersetzung des Inhalts sowie die entsprechende Lesung der Worte.

Mit imiwa? und JED können nicht nur einzelne Worte nachgeschlagen werden, die Apps bieten auch Verbkonjugationen, Beispiele und Analysen von vorhandenem Text.
Mit imiwa? und JED können nicht nur einzelne Worte nachgeschlagen werden, die Apps bieten auch Verbkonjugationen, Beispiele und Analysen von vorhandenem Text.

Fazit: Die richtige Methode finden und üben!

Wichtig ist nur, dass Japanisch-Anfänger nicht versuchen, alles gleichzeitig lernen zu wollen. Der Schlüssel zum Erfolg beim Japanisch lernen ist in jedem Fall: Üben! Je öfter man die Zeichen schreibt sowie Vokabeln und Grammatik paukt, desto schneller festigt sich das Wissen und desto sicherer wird man in der Anwendung. Dabei sollte man unbedingt auf Details achten, damit sich keine Fehler einschleichen, die sich in der Wiederholung ebenfalls festigen – was vor allem im Selbststudium durch die fehlende Korrektur durch einen Lehrer schnell passieren kann. Nicht nur für Selbstlerner bietet sich ein japanischer Tandem-Partner (also ein japanischer Muttersprachler, der im Gegenzug Deutsch lernen möchte) an. Dieser sorgt durch Konversation für ausreichend Übung und kann gegebenenfalls Fehler korrigieren.

Alles in allem ist das Japanisch lernen durch das Internet und Apps wie Kawaii Nihongo oder Human Japanese viel leichter geworden als noch vor wenigen Jahren. Wer sich intensiv mit der Sprache beschäftigen will und eventuell sogar auf eines der Sprachzertifikate hinarbeitet, kommt um viel Übung und regelmäßiges, konzentriertes Lernen nicht herum. Obwohl man viel im Selbststudium lernen kann, bleiben gut organisierte Kurse an Sprachenzentren oder Universitäten mit geeignetem Lernmaterial die bessere Alternative. Diejenigen, die Berufe in Japan oder mit starkem Japanbezug anstreben, sind nach wie vor mit einem Japanologie-Studium oder einem vergleichbaren Studium gut beraten. Aber nicht jeder will ein Japanisch-Profi werden – manchen reicht es auch schon, bei einem Japanisch-Urlaub nach dem Weg fragen zu können oder sich mit japanischen Freunden besser austauschen zu können.

Für welchen Weg man sich auch entscheidet: Es gibt momentan eine solche Fülle an guten Möglichkeiten Japanisch zu lernen, dass sicherlich für jeden die richtige Methode dabei ist. Das Wichtigste ist nur: Anfangen! In diesem Sinne: 日本語を勉強しましょう! (Nihongo o benkyou shimashou!, Lasst uns Japanisch lernen!)

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