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Hanami – wie Kirschblüten in Japan gefeiert werden

Wie in vielen asiatischen Ländern nimmt die Nähe zur Natur und das Genießen ihrer Schönheit in zahlreichen Facetten in Japan einen hohen Stellenwert ein. Neben vielen traditionellen Festen ist das Hanami oder Kirschblütenfest hierzulande das bekannteste, mit dem die natürliche Ästhetik seit vielen Jahrhunderten gewürdigt wird. 

Seit mehr als 1.000 Jahren werden Kirschblütenfeste in allen Teilen des Landes gefeiert, wobei sich die gesamten Feierlichkeiten über zehn Tage erstrecken. Auch in Deutschland und Europa feiern viele Japaner das traditionelle Fest und erfreuen sich an der Schönheit der Kirschblüten, die in einheimischen Parks und Grünanlagen längst heimisch geworden sind.

Ablauf und Besonderheiten rund um das Kirschblütenfest

Für ein Hanami - die Kirschblütenschau – trifft man sich in Parks oder Gärten. Wichtigste Utensilien dafür: Eine blaue Kunststoffplane, Bentos und Bier oder Sake.
Für ein Hanami - die Kirschblütenschau – trifft man sich in Parks oder Gärten. Wichtigste Utensilien dafür: Eine blaue Kunststoffplane, Bentos und Bier oder Sake. - Bild: © oben901 - fotolia.com

Das Kirschblütenfest ist ein Frühlingsfest, um sich vom kalten Winter zu verabschieden und das Aufkeimen einer neuen Blütensaison zu genießen. Vergleichbar mit Europa gilt der Februar in Japan als kältester Monat, über März und April hinweg beginnen die ersten Obstbäume wieder mit der Ausbildung von Blüten. Andere Obstsorten wie Pflaumen und Pfirsiche blühen bereits vor der Kirsche, die Kirschblüten werden jedoch stärker mit dem aufkommenden Frühling assoziiert.

Jedes Jahr gibt es einen großen Hype um die Kirschblüte in Japan, denn das Kirschblütenfest ist einer der Höhepunkte im japanischen Kalender. Gefeiert wird über mehr als eine Woche hinweg entlang der sogenannten Kirschblütenfront, was geographische Gründe besitzt. Durch die langgezogene Form der japanischen Inselwelt findet die Kirschblüte nicht überall am gleichen Tag statt – in Okinawa kann man beispielsweise schon gegen Ende Januar die Kirschblüten bewundern, auf Hokkaido ist die Blütezeit meist erst Ende April oder in den ersten Mai-Tagen. Es gibt sogar jedes Jahr Fernsehberichte und Karten, die für jede Region den Beginn und den Höhepunkt der Kirschblüte anzeigen, sodass alle Japaner wissen, wann in ihrer Gegend die schönsten Kirschblüten zu sehen sind. Traditionell wird sich dann mit Familie, Freunden oder Arbeitskollegen in Parks oder privaten Gärten verabredet, in denen sich Kirschbäume befinden. Beim gemeinsamen Genuss der Kirschblüte (Sakura no hana) werden traditionelle Speisen und Getränke wie O-Bento und Sake gereicht. Oft gibt es ganze Kirschblütenfeste mit Essensständen und Gesang, wie es beispielsweise alljährlich im Ueno-Park in Tokyo der Fall ist. Aber auch ohne Feststände treffen sich Japaner gern in den Parks und auf Wiesen an Flussufern zum Hanami (花見, "hanami" setzt sich zusammen aus "hana" für Blüte und "mi" für betrachten). Typisch hierfür sind blaue Plastikdecken, auf denen sich kleine Gruppen von Japanern niederlassen, um gemeinsam beim Picknick, Trinken und Feiern die Kirschblüten zu betrachten. 

Kirschblüten und ihre Bedeutung in der japanischen Kultur

Kirschblüten haben eine besondere Bedeutung in Japan. Sie stehen wie nichts anderes für die vergängliche Schönheit der Natur.
Kirschblüten haben eine besondere Bedeutung in Japan. Sie stehen wie nichts anderes für die vergängliche Schönheit der Natur. - Bild: © kilala - fotolia.com

Meistens sind die Blüten der japanischen Kirsche zartrosa, aber auch weiße Kirschblüten sieht man häufig. Oftmals werden an bestimmten Orten wie Parks, Gärten und an Flussläufen extra Kirschbäume gepflanzt, um im Frühling schöne Ansichten zu schaffen. Gerade kleine Flüsse, an deren Ufern viele Kirschbäume stehen, werden dann oft vollständig von kleinen rosafarbenen Blütenblättern bedeckt. Aber auch Alleen, die von Kirschbäumen gesäumt sind, verwandeln sich im Frühling in ein zartrosa Meer aus Blütenblättern. Bedenkt man die große Bedeutung der Kirschblüten in Japan, ist es nicht verwunderlich, dass etwa die Hälfte aller Laubbäume in den japanischen Städten Kirschbäume sind.

Die Kirschblüten Bedeutung in Japan lässt sich am besten in einem Wort zusammenfassen: "mono no aware" (物の哀れ), die Wertschätzung der vergänglichen Schönheit der Natur. Dies ist ein zentraler Punkt und eines der wichtigsten Symbole der japanischen Kultur. Zum einen gilt die Kirschblüte als Inbegriff einer vollkommenen Schönheit, als Zeichen des Aufbruchs und des Anbruchs der warmen Jahreszeit. Andererseits blühen die japanischen Kirschen nur etwa zehn Tage, die Blüte fällt nach langer Reife im Moment vollendeter Schönheit, sodass sie auch zu einem Symbol der Vergänglichkeit wird.

Aus europäischer Sicht ist nicht zu vergessen, dass es sich bei den japanischen Kirschbäumen nicht um Gewächse handelt, deren Früchte später gegessen werden können. Es handelt sich in den meisten Fällen um Zierkirschen mit besonders vielen, meist rosafarbenen Blüten. Kirschblüten in Japan folgen also keinem direkten Zweck der Menschen, sondern werden alleine für ihren perfekt ästhetischen Anblick verehrt.

Da die Tradition der Hanami Kirschblütenfeste bis in die Nara-Zeit und somit das 8. Jahrhundert nach Christus zurückreicht, ist umso besser zu verstehen, wie eng diese Kirschblüten Bedeutung in der japanischen Geschichte und Tradition verwurzelt ist.

Das Kirschblütenfest in Japan 2016 selbst erleben

In Japan gibt es nicht nur private Picknicks, sondern auch richtige große Kirschblütenfeste mit Ständen und vielen Menschen, die sich unter den Kirschbäumen versammeln. Eines der größten findet jedes Jahr im Ueno-Park in Tokyo statt.
In Japan gibt es nicht nur private Picknicks, sondern auch richtige große Kirschblütenfeste mit Ständen und vielen Menschen, die sich unter den Kirschbäumen versammeln. Eines der größten findet jedes Jahr im Ueno-Park in Tokyo statt. - Bild: © moonrise - fotolia.com

Um selbst an einem Hanami teilzunehmen und die japanische Kirschblüte und ihre Bedeutung besser kennenzulernen, muss man nicht zwingend eine Reise nach Japan machen. In vielen deutschen und europäischen Städten werden Hanami-Feste abgehalten, bei denen eingewanderte Japaner genauso wie Einheimische teilnehmen können. Das Kirschblütenfest dient so neben der Verehrung der Blüte auch einer Annäherung der Kulturen, die sich bei diesem Fest kennen lernen können und gemeinschaftlich die Schönheit der Natur genießen.

Dies passt auch zu unseren einheimischen Gewohnheiten, schließlich bietet sich hier ab April die beste Möglichkeit, ein Picknick unter freiem Himmel zu gestalten und sich an der aufblühenden Natur zu erfreuen. Von der Bento-Box über den Kimono bis zu Deko-Stoffen für die Picknickdecke lassen sich natürlich zahlreiche Artikel mit japanischem Charme einsetzen, die eine oder mehrere Kirschblüten als Motiv tragen. Das größte Hanami in Deutschland findet übrigens in Hamburg statt, wo der Frühling auf dem Kirschblüten-Fest durch ein pompöses Feuerwerk zusätzlich begrüßt wird. Aber auch in anderen Städten wie Berlin, Düsseldorf und Bonn feiert die japanische Gemeinde zusammen mit Einheimischen den Beginn des Frühlings und die vergängliche Blütenpracht.

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