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Koinobori – der Koi-Karpfen am Fahnenmast

Viele Menschen haben sie schon einmal gesehen, können sich aber nicht recht vorstellen, warum jemand einen Windsack in Form eines Koi-Karpfen an den Flaggenmast hängt. Die Bedeutung hinter den sogenannten Koinobori ist aber eine besonders schöne, die in Japan sogar mit einem eigenen Feiertag begangen wird.

Kurz zur Begriffserklärung: Der Koi ist ein Karpfen, von dem sicher die meisten schon einmal gehört haben, zumal die Koi-Teiche auch in deutschen Gärten immer zahlreicher werden. Ein Nobori ist eine Fahne, also ist ein Koinobori folgerichtig eine Koi-Fahne. Im deutschen Sprachgebrauch ist jedoch der Begriff Windkoi gängiger und wohl der Bauform dieser speziellen Fahne geschuldet, die an einen Windsack erinnert, wie er beispielsweise an Flugplätzen zu sehen ist. So eine Koifahne kann natürlich das ganze Jahr über im Wind flattern, doch ursprünglich wurden die Windkois in Japan anlässlich des sogenannten Knabenfestes am 5. Mai eines jeden Jahres vor den Häusern gehisst. Daher ist in Japan manchmal auch von Satsuki-Nobori die Rede, was nichts anderes als Maifahne bedeutet.

Das Knabenfest wurde zum Kinderfest

Das farbenfrohe Spektakel mit den Windkois zum Knabenfest hat eine lange Tradition und eine besondere Bedeutung. Die Koinobori zeigen nämlich an, wie viele Familienmitglieder einem Haus angehören. Dabei steht der schwarze Karpfen (Magoi) für den Vater, der rote Koi (Higoi) für die Mutter und jeder weitere blaue Koinobori für jeweils ein männliches Kind. Da sich die ursprüngliche Tradition nur auf Jungen als Stammhalter des Hauses bezog, bezeichneten die Japaner das Fest eben auch als Knabenfest. Letzteres hat sich jedoch in den letzten Jahrzehnten geändert, da auch in Japan die Bedeutung von Mädchen in der Gesellschaft eine andere geworden ist. Deswegen spricht man heute eher vom „Kinderfest“ und hisst für jedes Mädchen in der Familie ebenfalls einen Koinobori. Damit diese von den Jungen-Kois zu unterscheiden sind, haben die Mädchen-Windkois häufig eine rosa Farbgebung, doch auch andere Farben und Kombinationen sind erhältlich. Lediglich das Blau ist den Jungs vorbehalten, so wie die Eltern ebenfalls ihre eigenen Farben haben. Die Reihenfolge nach Vater und Mutter richtet sich absteigend nach dem Alter der Kinder, wobei der Älteste jeweils direkt unter den Eltern steht.

Die schöne Tradition, jeweils am 5. Mai mit dem Hissen der Koinobori quasi ein Abbild der ganzen Familie in die Frühlingsluft zu hängen, lässt sich bestens mit dem europäischen Start ins Frühjahr verbinden, das meist am oder um den 1. Mai herum mit zahlreichen Festen begangen wird. Daher überrascht es nicht, dass die Nachfrage für solche Windkois auch in Deutschland stark gestiegen ist. Wichtig ist, dass die Koinobori authentisch und hochwertig verarbeitet sowie witterungsbeständig sind, damit sie nicht beim ersten Lüftchen gleich kaputtgehen. Es ist also sinnvoll, zu hochwertigen Windkois zu greifen und billige Imitate links liegen zu lassen. Der Windkoi kann wie jede andere Fahne einfach an jedem handelsüblichen Flaggenmast befestigt werden. Hat man eine ganze Koi-Familie am Mast, ist das schon ein sehr schöner und exotischer Anblick, der jedem Garten einen fröhlichen und eindrucksvollen Akzent verleiht.

Weshalb ausgerechnet ein Karpfen?

Viele Europäer interessieren sich inzwischen immer häufiger auch für die symbolische Bedeutung von japanischen Traditionen. Das Knabenfest an sich ist recht einfach zu verstehen – damit drückten die Familien schlicht ihre Zuversicht aus, dass der Fortbestand ihres Hauses durch die (männlichen) Nachkommen gesichert war. Heutzutage freut man sich aber auch in Japan über Mädchen und ehrt sie ebenfalls mit einem Koinobori. Doch warum muss es eigentlich ausgerechnet ein Fisch sein? Wer sich etwas mit der japanischen Kultur beschäftigt, weiß um die Bedeutung der Koi-Karpfen, die von den Züchtern zu meisterhafter Perfektion herangezogen werden. Sie finden sich in zahllosen Kunstwerken vieler japanischer Epochen und stehen für die Entschlossenheit und Ausdauer des Koi, Hindernisse zu überwinden. Nicht umsonst hat man für dieses Symbol einen starken Fisch gewählt, der gegen den Strom schwimmt und sich somit gegen den Lauf des Flusses stemmt. Ähnlich sollen die Windkois sich dem Wind entgegenstellen, der der Familie und den Kindern im Laufe ihres Lebens ins Gesicht weht. Verbunden ist dies vielleicht auch mit dem Glauben an eine alte Legende aus China, derzufolge sich ein Koi am Ende seiner Reise gegen den Strom schließlich in einen großartigen Drachen verwandelt – eine höhere Adelung kann es in Asien kaum geben. Der Wunsch, dass die Kinder und die Familie sich im Leben behaupten und die Ausdauer schließlich belohnt wird, steckt hinter der Tradition des Koinobori und des Kinderfestes.

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