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Essen in Tokio – lokale Spezialitäten, die es nur in der Hauptstadt gibt

Essen in Tokio – welche lokalen Spezialitäten bekommt man nur hier? Tokio hat seit über vierhundert Jahren als politisches und gesellschaftliches Zentrum Japans großen Einfluss auf die japanische Küche. Einige Tokioter Spezialitäten wurden landesweit so beliebt, dass die sogenannten „Edo-Mae“ als Standartversionen vieler japanischer Klassiker gelten. Es gibt aber auch einige lokale Spezialitäten, die es nach wie vor nur in Tokio gibt.

Tokio ist eine der aufregendsten Gourmetstädte der Welt. Bei über 160.000 Restaurants in der Stadt kann der Besucher aber auch schnell den Überblick verlieren. Tokio bietet einige regionale Spezialitäten, die es nur hier gibt und die Sie so in keinem Reiseführer finden werden: Monja-yaki, Yanagawa nabe, Fukugawa-Meshi, Dojo-Nabe oder Chanko-Nabe. Eine Übersicht mit Restauranttipps und Rezept.

 

Monjayaki – Soulfood aus Tokio

Monjayaki (もんじゃ焼, ein herzhafter Pfannkuchen ähnlich Okonomiyaki, aber viel flüssiger) stammt aus den frühen Arbeitervierteln Tokios. Auch wenn die Monja-yaki nicht wirklich appetitlich aussieht, soll es schon nach dem ersten Bissen süchtig machen und duftet einfach köstlich.

Monjayaki Tokio Style
Frischer Monjayaki-Teig
Foto © Oleh Syohei Arai - Karya sendiri, CC BY-SA 4.0

 

Monjayaki, in Tokio auch einfach „Monja“ genannt, wird direkt vom Grill mit einem Metallspatel gegessen. Monja ist eine alte, ein wenig in Vergessenheit geratene Spezialität, die aber seit geraumer Zeit in Tokio ein riesiges Comeback feiert.

Der sehr flüssige Teig aus Mehl, japanischer Yamswurzel, Ei, Kohl und Dashi wird mit verschiedenen Zugaben (Fleisch, Käse, Fisch oder Gemüse) direkt auf dem Teppan (eine heiße Tischplatte) gegrillt. Mit einem speziellen Spatel wird der Pfannkuchen dann direkt vom Grill von außen nach innen gegessen.

Die Spezialität soll im Tokioter Stadtteil Tsukishima entstanden sein. In der „Nishinaka-dōri-Street“, auch „Monja Street“ genannt, gibt es über 80 Monjayaki Spezialitäten Restaurants. Die Straße ist in Tokio absoluter Kult, in den Mittags- und Abendstunden bilden sich regelmäßig lange Schlangen vor den Restaurants.

Die 3 besten Monjayaki-Restaurants in der Monja-Straße in Tokio:

  • Monja Kura: an Wochentagen gibt es zur Mittagszeit eine lange Schlange. Das Restaurant bietet 35 exklusive Monja-Varianten, wie beispielsweise die „Muschelsuppen-Monjayaki“ an. Preise ca. 50-500 Yen pro Portion/Menü. Bedienung und Menüs sind englischsprachig. Weitere Infos hier
  • Moheji: eines der ältesten Monja-Restaurants, gegründet 1871. Restaurant eines Grosshandels für Fisch und Meeresfrüchte. Spezialitäten sind Monjas mit Zander und Barsch, Reiskuchen und Käse. Zur Website
  • Monkichi: Die Gäste können sich selbst Ihr eigenes Monjayaki zusammenstellen und selbst machen. Hoher Entertainment-Faktor. Weitere Infos hier

 

Yanagawa nabe – Tokioter Sommerklassiker

 

yanagawa_nabe_tokyo-spezialitaet

Obwohl Yanagawa nabe heiß gegessen wird, soll der Hotpot eine erfrischende Wirkung haben
Foto © Chris 73 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

 

Eine Fischspezialität aus Ost-Tokio ist Yanagawa nabe, ein auf Dashi basierender Eintopf (Hot pot) aus Eiern, Klette, Frühlingszwiebeln und Dojō. Die kleinen Flussfischen sehen wie kleine Aale oder Sardinen aus, sind aber mit Karpfen verwandt („Dozeu“ ist Dojō im lokalen Dialekt).

Anders als beim Hotpot „doze-nabe“ werden die Fische zerteilt und vorab mit Warishita und Eiern gebunden.

Das klassische Yanagawa-Nabe wurde im 19. Jahrhundert von einem Geschäft namens Yanagawa in Shindo, Edo (heute Tokio) entwickelt. Dojo wurden von den einfachen Leuten im alten Edo bevorzugt, weil sie nahrhaft und billig wie Aale waren.

Yanagawa Nabe gilt als Sommerklassiker, auch wenn die heißen Hotpot-Gerichte für westliche Touristen in der Sommerhitze Tokios gewöhnungsbedürftig sind.

Drei beliebte Yanagawa-Nabe-Restaurants in Tokio:

  • Das Restaurant Dozeu Iidaya gibt es seit über einhundert Jahren und ist bei den Stammgästen seit Generationen eine Institution. Eine Reservierung empfiehlt sich in jedem Fall, das Restaurant im japanischen Gasthaus-Stil der Edo-Zeit ist immer gut besucht. Weitere Informationen 
  • Komakata Dozeu befindet sich nur eine Minute vom Bahnhofs Asakusa. Das Komakata Dozeu ist ein bereits 200 Jahre altes Restaurant, das bei Touristen und Einheimischen gleichermaßen beliebt ist. Besondere Yanagawa Nabe Spezialität: Die Fische werden zuerst in Sake eingelegt und dann in süßer Miso-Suppe gekocht. Adresse und Infos
  • Das Mimasuya soll die älteste „Izakaya“ (japanische Bar) in Japan sein und wurde bereits im Jahr 1888 eröffnet. Spezialitäten des Hauses sind vor allem Yanagawa Nabe, aber auch das (in westlichen Ländern) umstrittene Basashi (Sashimi aus Pferde-Fleisch). Das Mimasuya liegt in einer kleinen Gasse, etwa drei Gehminuten vom Bahnhof Awajimachi Adresse und Öffnungszeiten

 

Fukugawa-Meshi – Kulinarischer Klassiker aus Tokio

Fukagawa Meshi, ist die wohl bekannteste und beliebteste kulinarische Spezialität aus Tokio. Das Reisgericht mit Muscheln und in Miso gekochten japanischen Langzwiebeln stammt aus dem östlichen Stadtteil Fukagawa, in der Edo-Zeit eine wohlhabende Fischerstadt.

Fukugawa-Meshi mit Muscheln aus tokio

Fukagawa Meshi nach Tokio Art, gekochte Muscheln und Reis mit Lauch
Foto © self - 投稿者自身による作品, CC 表示-継承 3.0

 

Schon damals galten die Asari (japanische Steinmuscheln) als Spezialiät der Gegend. Für die vielbeschäftigten Fischer wurde die relativ einfach zuzubereitende Reismalzeit zu einer Art „Fast Food“, das man sowohl an Bord als auch am Hafen schnell essen konnte.

Heutzutage werden die Muscheln oft direkt mit dem Reis gekocht. Beide Arten der Zubereitung sind in Tokio außerordentlich beliebt. Fukugawa-Meshi wurde kürzlich unter die fünf beliebtesten Reisgerichte Japans gewählt.

Restaurantempfehlungen Fukagawa Meshi in Tokio

  • Das Kappo Miyako wurde 1918 gegründet und hat eine lange Geschichte. Das Restaurant liegt 5 Gehminuten vom Bahnhof Morishita und 9 Gehminuten vom Bahnhof Kiyosumi Shirakawa Das Restaurant ist traditionell mit Tatami ausgelegt, man muss also seine Schuhe ausziehen. Der Klassiker ist das Fukagawa-Meshi-Set für ca. ¥1.500, die Muschelsuppe soll einen einzigartig cremigen Geschmack haben. Adresse und Öffnungszeiten
  • Das Fukagawajuku ist das berühmteste und beliebteste Fukagawa-Meshi-Restaurant in Tokio. Das Fukagawajuku hat mittlerweile zwei Standorte. Das „Hauptrestaurant“ in Miyoshi, Koto-ku, und das „Tomioka Hachiman“. Das Fukagawajuku bietet zwei Varianten an Fukugawa-Meshi, Bukkake und die gekochte Variante „Hamamatsu“. Sie boten auch ein Set an, in dem Sie beide essen können. Zur Website
  • Das sehr bekannte Monzen Chaya bietet „Fukagawa Asari mit Gedämpfter Reis“ als Spezialität zu einem für Tokioter Verhältnisse vernünftigen Preis an. Die Fukagawa-Meshi werden im traditionellen quadratischen Holzdämpfer serviert. Der Geschmack soll sehr raffiniert und subtil sein. Adresse und Öffnungszeiten

 

Chanko-Nabe – Powerfood der Sumo-Kämpfer

Auch das bei den Sumo-Ringern äußerst beliebte Chankonabe hat seinen Ursprung in Tokio. Der Großteil des Eintopfs besteht aus großen Mengen an Proteinquellen, wie Huhn, Fisch, Tofu oder Gemüse und ist damit die perfekte Nahrungsgrundlage für die Sportler.

Chanko-Nabe Tokio Essen gehen Sumo

Je mehr Zutaten, umso nahrhafter ist das Chankonabe
Foto © By Heroic Beer from Fukui - Flickr, CC BY 2.0

 

Das erste Chanko-Nabe-Restaurant, das „Kawasaki Chanko“, wurde 1937 im Ryōgoku - Viertel von Tokio gegründet. Hier befinden sich die meisten prominente Sumo-Trainings-Ställe, die Heya (部屋).

Noch heute werden die meisten dieser Restaurants von ehemaligen Sumo Ringern (Rikishi) betrieben und befinden sich meist in direkter Umgebung des Turnierstadions Kokugikan im Tokioter Bezirk Ryōgoku.

Unsere Chanko-Nabe-Restaurantempfehlungen für Tokio

  • Yoshiba – das Restaurant war früher ein Sumo-Heya, die Gäste essen direkt neben dem alten Sumo-Ring. In dem historischen Ambiente finden auch beliebte „Jinku“ Aufführungen ehemaliger Sumo-Ringer statt, das sind traditionelle, volkstümliche Gesänge. Weitere Informationen
  • Kawasaki – Das Kawasaki soll das älteste Chanko-Restaurant in Japan und über 80 Jahren gegründet worden sein. Das Restaurant ist in Tokio und ganz Japan berühmt, während der Turniere bilden sich regelmäßig lange Schlangen. Das Gebäude im traditionellen Stil ist für seine authentische Atmosphäre bekannt. Adresse und Öffnungszeiten
  • Das Hananomai ist eigentlich eine Izakaya (Bar im japanischen Stil), die im Stil der Edo-Zeit gestaltet. Im Restaurant gibt es auch einen Sumo-Ring mit wechselden Show-Auftritten gekannter Sumo-Ringer. Da es sich um eine Izakaya handelt, gibt es auch viele andere Speisen zu vernünftigen Preisen. Das Hananomai bei den Tokioter Geschäftsleuten beliebt, die hier nach getaner Arbeit für einen Drink und ein Chanko vorbeikommen. Weitere Infos

 

Rezept für ein traditionelles Sumo-Chanko-Nabe

Dieser traditionelle Chanko Nabe ist eine vollständige und ausgewogene Mahlzeit und perfekt für Sportler geeignet. Alle erforderlichen Komponenten finden Sie in jedem asiatischen Supermarkt.

Zutaten für 4 Personen

11⁄2 Tassen getrocknete Bonitoflocken

4 EL natriumarme Sojasauce

4 EL Sake

4 EL Mirin

11⁄2 TL Salz, geteilt

1 Packung Udon Nudeln

1⁄2 Pfund Hähnchenschenkel, zerteilt

1 gehackte Frühlingszwiebel

1 TL frisch geriebener Ingwer

1⁄2 Kopf Chinakohl, in schmale Streifen geschnitten

2 Naganegi-Zwiebeln oder Lauchstangen

1 Packung Tofu, in Würfel geschnitten

1 Päckchen Shimeji-Pilze

1 Päckchen Enoki-Pilze

1 große Karotte, in dünne Scheiben geschnitten

Optional, je nach Vorlieben:

Chili-Öl

Fischsoße

Garnelen

Daikon-Sprossen

Grünkohl, Algen oder anderes Gemüse

Weichgekochte Eier

Kimchi

 

Zubereitung:

  • In einem großen Topf die Bonitoflocken in 4 Tassen Wasser zu Dashi (Fischbrühe) kochen und 2 bis 3 Minuten köcheln lassen.
  • Sojasauce, Sake, Mirin und 1 TL Salz hinzugeben und dann bei niedriger Hitze köcheln lassen.
  • In einem kleinen Topf Wasser kochen und die Nudeln 4 Minuten lang kochen.
  • In einer mittelgroßen Schüssel das Hühnchen, die restlichen 1⁄2 TL Salz, Frühlingszwiebeln und Ingwer mischen
  • Mischung zu 1 EL Bällchen formen und in Dashi-Soja-Brühe geben.
  • Kohl, Naganegi-Zwiebeln, Kikuna-Blätter, Tofu, Pilze und Karotten hinzugeben und 10 bis 15 Minuten kochen, bis das Gemüse weich und die Hähnchenbällchen gar sind.
  • Nudeln und gewünschte Toppings hinzufügen und servieren.

 

 

 

 

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